Belgien: Land und Leute
Land & Leute
Das Königreich Belgien grenzt an die Niederlande, Deutschland, das Großherzogtum Luxemburg, Frankreich und an die Nordsee. Auf einer Fläche von 30.519 Quadratkilometern leben dort rund 10,8 Millionen Menschen. Die konstitutionelle Monarchie erlebt heute mit König Albert II. den sechsten Monarchen. Als Bundesstaat ist Belgien in drei Sprachgemeinschaften (flämische, französische, deutschsprachige) und drei Regionen (Flandern, Wallonien, Brüssel) eingeteilt. Regionen und Gemeinschaften sind territorial nicht deckungsgleich: So befindet sich die Deutschsprachige Gemeinschaft in der Region Wallonien. Regionen und Gemeinschaften haben jeweils ihre eigene Regierung und ihr eigenes Parlament. Die Kompetenzen der Regionen liegen vor allem im Bereich Wirtschaft, die Gemeinschaften hingegen sind eher für Kultur und Bildung zuständig.„Für mich ist Brüssel eine super Mischung: Die Flamen sind effektiv, die Wallonen bringen die französische Lebensfreude mit. Außerdem mag ich die internationale Atmosphäre. In der U-Bahn hört man etwa 15 verschiedene Sprachen, das genieße ich! Kontakt zu anderen Ausländern bekommt man über die Website www.xpats.com."
Elisabeth Schöffmann ist Mitarbeiterin einer internationalen Kommunikationsagentur in Brüssel.
Niederländisch, Französisch und Deutsch sind die offiziellen Amtssprachen. In Flandern werden Flämisch und Niederländisch abwechselnd als Amtssprache benutzt. Rund 60 Prozent der Bevölkerung zählen zu den Niederländisch und Flämisch sprechenden Flamen, etwa 40 Prozent zu den Französisch sprechenden Wallonen. Die deutschsprachigen Ostbelgier (ripuarische Rheinfranken), die in der Gegend um Eupen und St. Vith leben, sind mit rund einem Prozent (74.000 Einwohner) vertreten. Die restliche Wohnbevölkerung setzt sich aus Zugewanderten zusammen. Die Hauptstadt Brüssel ist aufgrund ihrer vielen internationalen Unternehmen und EU-Organisationen multikulturell geprägt.
Informationen über Belgien finden Sie unter www.belgium.be und unter www.auswaertiges-amt.de, Informationen über die Französische Gemeinschaft unter www.cfwb.be , über die Flämische Gemeinschaft unter www.vlaanderen.be, über die Deutschsprachige Gemeinschaft unter www.dglive.be.
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Blick in die Wirtschaft
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Region Flandern wirtschaftlich besser entwickelt als das südliche Wallonien: Rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts werden in der flämischen Region erwirtschaftet. Wallonien leidet unter strukturellen Problemen.
Im 19. Jahrhundert florierte in Wallonien die Eisen- und Stahlindustrie, in Flandern die Textil- und Bekleidungsindustrie. Heute trägt der Industriesektor nur noch 15 Prozent zur gesamten Wertschöpfung bei, der Dienstleistungssektor hingegen mehr als zwei Drittel. Zu den wichtigsten Erzeugnissen gehören Maschinen und Fahrzeuge, Metalle, mineralische und chemische Produkte einschließlich Arzneimitteln, Textilien, Lebensmitteln, Glas und Diamanten. Dabei spielt der Export eine große Rolle; Deutschland ist das Hauptabnehmerland, gefolgt von Frankreich. Antwerpen gilt als das wichtigste Industriezentrum des Landes: Dort hat sich rund die Hälfte der Chemieindustrie angesiedelt: Raffinerien und Petrochemie, Fotoartikel und pharmazeutische Produkte.
Den Dienstleistungssektor dominieren die Branchen Finanzen, Transport, Kommunikation, Messen und internationaler Handel. An der Küste, in Brüssel und in historischen Städten wie Brügge, Leuven, Antwerpen oder Gent spielt zudem der Tourismus eine wichtige Rolle. In der (stark mechanisierten) Landwirtschaft arbeiten nur noch rund 9.000 vollzeitbeschäftigte Personen; sie werden von Saisonarbeitern unterstützt.
Auch für ausländische Investoren ist Belgien sehr attraktiv – nicht nur aufgrund steuerlicher Anreize, sondern auch wegen der zentralen Lage innerhalb der EU, der guten Infrastruktur, der Häfen und der Mehrsprachigkeit der Bevölkerung. Daher ist mittlerweile fast ein Drittel aller Firmen in Belgien in ausländischem Besitz.
Weitere Informationen zur Wirtschaft in Belgien und zu deutsch-belgischen Wirtschaftsbeziehungen erhalten Sie unter www.debelux.org, www.auswaertiges-amt.de und unter http://ec.europa.eu.
Weiterführende Informationen:
www.belgium.be
Portal der belgischen Behörden für Bürger und Unternehmen, die sich über das Serviceangebot in den einzelnen Departments, Regionen und Kommunen informieren möchten. Es enthält Informationen über Belgien und seine Regierung sowie zahlreiche weiterführende Links.
www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.
www.flandern.be
Die flämische Portalseite bietet Zugang zu sämtlichen Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung. Die Themengebiete reichen dabei von der Außenpolitik über Steuerangelegenheiten bis hin zu Arbeitsaufnahme und Mobilität und decken alle Bereiche des öffentlichen Lebens ab.
www.dglive.be
Das viersprachige Portal bietet Bürgern, Unternehmen und Vereinen / Verbänden Information und Beratung zu allen Fragen hnsichtlich der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Neben einem umfangreichen Informationsangebot steht eine Vordrucksammlung zur Erledigung von Verwaltungsangelegenheiten und ein detailiertes Ansprechpartnerverzeichnis zur Verfügung.
www.cfwb.be
Portal der Französischen Gemeinschaft zu den Themen Kultur, Bildung, Forschung und Ausbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Infrastrukturen, Sport und internationale Beziehungen.
www.debelux.org
Online-Portal der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Handelskammer mit grenzübergreifenden Informationen zu den Wirtschafts- und Arbeitsmärkten der drei Länder, Firmenverzeichnis für die Suche nach Kontaktdaten, Stellenbörse und Informationen sowie Angeboten für Praktika.
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