Norwegen: Land und Leute
Land & Leute
Man muss sich viel Zeit nehmen, will man Norwegen von Süden nach Norden durchfahren. Dazu kann man die 2500 Kilometer lange Europastraße E 6 nutzen, die das norwegische Festland in seiner ganzen Länge durchmisst. Etwa ein Drittel des Landes liegt nördlich des Polarkreises; dort kann das Phänomen der Mitternachtssonne beobachtet werden. Dieser Teil Norwegens liegt auf demselben Breitengrad wie Grönland und weist dennoch im Sommer angenehme Temperaturen auf.
Eine geringe Säuglingssterblichkeit (3,9 Todesfälle auf 1.000 Neugeborene) und eine hohe Lebenserwartung (etwa 79 Jahre) sind der guten medizinischen Versorgung in Norwegen zu verdanken. Das Durchschnittsalter der norwegischen Bevölkerung liegt bei knapp 38 Jahren und ist damit relativ niedrig. Quoten für Flüchtlingsgruppen und Asylsuchende sowie die Freizügigkeit der Arbeitsaufnahme im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sorgen dafür, dass in Norwegen pro Jahr durchschnittlich zwei Einwanderer je 1.000 Einwohner ins Land kommen.
Der nordgermanische Ursprung der norwegischen Bevölkerung spiegelt sich in der Sprache Norwegisch wider, die mit Dänisch und Schwedisch eng verwandt ist. Die lang gestreckte Küste und die Vielfalt abgelegener Täler führten zur Bildung unzähliger lokaler Dialekte. Norwegen hat seit der Reformation eine lutherische Staatskirche mit dem König von Norwegen als Oberhaupt. Ihr gehören 86 Prozent aller Norweger an. Allerdings ist der Großteil nicht religiös aktiv.
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Blick in die Wirtschaft
Die norwegische Wirtschaft bestreitet mit den Öl- und Gasvorkommen des norwegischen Kontinentalschelfs über 40 Prozent des gesamten norwegischen Exports. Damit ist Norwegen der drittgrößte Rohöl-Exporteur der Welt. Die Gewinnung von Erdgas wird zunehmend wichtiger und ließ Norwegen zum viertgrößten Gas-Exporteur aufsteigen.
Fast der gesamte Strom wird über heimische Wasserkraft erzeugt - damit ist Norwegen der sechstgrößte Erzeuger von Wasserkraft in der Welt. Niedrige Strompreise in der Vergangenheit führten dazu, dass meist mit elektrischer Energie geheizt wird. In den letzten Jahren ließen kalte Winter und geringe Niederschlagsmengen die Energiekosten steigen. Trotz zeitweiliger Versorgungsengpässe wird fast ein Drittel der Wasserkraft von Unternehmen verbraucht, die mit hohem Energieaufwand chemische und metallurgische Ausgangsprodukte veredeln. Aluminium und Eisenlegierungen sind ebenso Exportartikel wie Düngemittel für die Landwirtschaft. Wegen des starken Wettbewerbdrucks gerät der traditionelle Wirtschaftszweig der Werften zunehmend in Schwierigkeiten. Einige Werften können sich nur noch mit dem Bau von Bohrtürmen und Ölplattformen für den Offshore-Bereich über Wasser halten.
Nach einer zeitweiligen Durststrecke bei der Entwicklung des Bruttosozialprodukts und den Handelsaktivitäten nimmt die Wirtschaft wieder Fahrt auf. Dafür sorgen unter anderem der starke Privatverbrauch, neue Projekte in der Öl- und Gaswirtschaft, die boomende Baubranche und der Außenhandel. Deutschland gehört neben Schweden und Großbritannien zu den wichtigsten Handelspartnern.
Ein gutes Fünftel der norwegischen Bevölkerung lebt und arbeitet in den Küstenstädten Oslo, Bergen, der Erdölmetropole Stavanger und Trondheim. Damit weist Norwegen für europäische Verhältnisse einen relativ geringen Verstädterungsgrad auf. Oslo ist nicht nur Hauptstadt, sondern auch Wirtschaftszentrum und Verkehrsknotenpunkt.
Interessante Links:
www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.
www.norwegen.no
Das deutschsprachige Online-Portal bietet Informationen über Land und Leute, Wirtschaft, Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen. Zudem wird ein Leitfaden zum Thema "Leben und Arbeiten in Norwegen" angeboten, der viele nützliche Hinweise enthält.
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