Slowakische Republik: Land und Leute
Land & LeuteKaum jemand weiß es: Der amerikanische Künstler schlechthin, der Meister der Popart Andy Warhol, stammte aus der Ostslowakei. Dass es ein Warhol-Museum in Pittsburg gibt, wissen viele. Doch es gibt auch eins in Medzilaborce, der Geburtsstadt seiner Eltern im Dreiländereck Slowakei-Polen-Ukraine. Zwei riesige Campbells-Suppendosen weisen den Weg zum Andy-Warhol-Museum für Moderne Kunst. Ursprünglich diente das Gebäude als sozialistisches Kulturhaus. Vor 15 Jahren wurde es Andy Warhol gewidmet.Aber nicht nur die Kultur und die vielen gut erhaltenen historischen Bauwerke haben die Slowakei zu einem Geheimtipp für Individualreisende werden lassen. Berühmt sind außerdem die Fertigkeiten der slowakischen Köche. Sie verstehen es, die kulinarischen Höhepunkte der Nachbarn Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien und Ukraine in einer landeseigenen Mélange zu verschmelzen. Die „Slovenská Republika“ ging wie Tschechien 1993 aus der einvernehmlichen Teilung der Tschechoslowakei hervor. Fast 90 Prozent der Bevölkerung sind Slowaken und nur 0,8 Prozent Tschechen. Die Landessprache Slowakisch wird überall gesprochen, mehr und mehr auch Englisch, im Süden auch Ungarisch – denn jeder zehnte Einwohner stammt aus Ungarn. Roma, Russinen, Ukrainer und Deutschstämmige stellen verschwindend kleine Minderheiten. Zwei Drittel der Menschen sind römisch-katholisch, eine große Minderheit ist konfessionslos; sie leben mit den restlichen Glaubensrichtungen friedlich zusammen. Das Land ist etwa so groß wie Niedersachsen und das Saarland zusammen, hat aber nur fünfeinhalb Millionen Einwohner. An seiner schmalsten Stelle ist die Slowakei nur 100 Kilometer breit. Das Autobahnnetz befindet sich noch im Aufbau. Aber immerhin gibt es schon fünf internationale Flughäfen und einige kleinere Verkehrsflughäfen. Dort ist das kräftige Brummen der Wirtschaft unüberhörbar. Mit einem Durchschnittsalter von 33,5 Jahren zählt die Slowakei zu den jugendlichsten Ländern Europas. Viele Menschen leben in Kleinstädten oder in Dörfern mit wenigen Hundert Einwohnern abseits der großen Städte. Die touristischen Reiseziele in der kleinen, überwiegend gebirgigen Republik sind oft nur mit Mühe zu erreichen. Vom nördlich gelegenen Tschechien und Polen schieben sich die Karpaten, die Tatra und das Erzgebirge weit ins Land hinein und laufen in der ungarischen Tiefebene aus. Am äußersten westlichen Rand des Landes, knappe 80 Kilometer von Wien entfernt, liegt die Hauptstadt Bratislava. Hier wohnen etwa 425.000 Menschen. Košice, die nächstgrößere Stadt, liegt auf der entgegengesetzten Seite des Landes im Osten. Das sind die einzigen Ballungszentren in der Slowakei. Weitere Informationen über die Slowakische Republik finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de, http://ec.europa.eu und www.dtsg.de. Blick in die WirtschaftIm Jahr 2008 ist die slowakische Wirtschaft um 7 Prozent gewachsen. Die weltweite Wirtschaftskrise bremst den Aufschwung jedoch spürbar seit Ende 2008. Das Slowakische Finanzministerium hat seine BIP-Prognose für 2009 daher auf 4,6 Prozent gesenkt. Dennoch steht das Land im EU-Vergleich damit nach wie vor glänzend da: Denn dies ist die höchste unter allen Prognosen für EU-Länder. Für 2010 rechnen Experten mit einem BIP-Zuwachs von mehr als 5 Prozent.Grund für den Rückgang des Wirtschaftswachstums ist vor allem der Absatzeinbruch auf dem Automarkt: Etwa ein Viertel aller slowakischen Exporte stammt aus der Kfz-Branche. Der wachsende Privatverbrauch im Inland, steigende Investitionen und die anhaltend regen Aktivitäten im Baugewerbe gleichen die sinkende Nachfrage aus dem Ausland jedoch zum Teil aus. Stabilisierend wirkt zudem, dass die Slowakei im Januar 2009 den Euro als offizielles Zahlungsmittel übernommen hat: Die wirtschaftlich negativen Wechselkursschwankungen sind damit weggefallen. Wachstumsbranchen und -märkte sind der Automobilbau und die Kfz-Zulieferindustrie, die Metall- und Kunststoffindustrie, der Sektor Elektrotechnik und Elektronik (Schwerpunkt: Produktion von Unterhaltungselektronik), der Wohnungs- und Industriebau, die Logistik und der Einzelhandel.
Deutschland ist für die Slowakei der wichtigste Handelspartner: Es liefert knapp ein Fünftel aller slowakischen Importe und empfängt gut ein Fünftel aller slowakischen Exporte. Nach Deutschland liefert die Slowakei vor allem Transportmittel (insbesondere Fahrzeuge; Volkswagen mit über 20 Prozent Exportanteil), Maschinen und Anlagen. Zweitwichtigster Handelspartner der Slowakei ist die Tschechische Republik. Unter den ausländischen Investoren nimmt Deutschland ebenfalls einen Spitzenplatz ein. Die wichtigsten Unternehmen sind Deutsche Telekom, Volkswagen, Siemens, E-ON, Sauer Sundstrand, Degussa, Nordzucker, Leoni Autokabel, Getrag Ford und Visteon. Das umsatzstärkste Unternehmen in der Slowakei ist Volkswagen Slovakia. Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung finden Sie auf der Website der Deutsch-Slowakischen Industrie- und Handelskammer (www.dsihk.sk) und bei der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Wirtschaftsvereinigung e. V. (www.dtsw.de). Interessante Links:
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