Norwegen: Land und Leute
Land & LeuteMan muss sich viel Zeit nehmen, will man Norwegen von Süden nach Norden durchfahren. Auf der Europastraße E 6 fährt man 2.500 Kilometer durch das norwegische Festland. Etwa ein Drittel des Landes liegt nördlich des Polarkreises; dort kann das Phänomen der Mitternachtssonne beobachtet werden. Zwar liegt dieser Teil Norwegens auf demselben Breitengrad wie Grönland, aber im Sommer wird es trotzdem angenehm warm.
Das Durchschnittsalter der norwegischen Bevölkerung liegt bei 39 Jahren, ist also relativ niedrig. Quoten für Flüchtlingsgruppen und Asylsuchende sowie die Freizügigkeit der Arbeitsaufnahme im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sorgen für hohe Einwandererzahlen – im Jahr 2009 knapp 67.000 bei einer Gesamtbevölkerung von unter fünf Millionen. Der nordgermanische Ursprung der norwegischen Bevölkerung spiegelt sich in der Sprache Norwegisch wider, die mit Dänisch und Schwedisch eng verwandt ist. Die lang gestreckte Küste und die Vielfalt abgelegener Täler führten zur Bildung unzähliger lokaler Dialekte. Norwegen hat seit der Reformation eine lutherische Staatskirche mit dem König von Norwegen als Oberhaupt. Ihr gehören gut 80 Prozent aller Norweger an. Allerdings ist der Großteil nicht religiös aktiv. Blick in die WirtschaftDie norwegische Wirtschaft bestreitet mit den Öl- und Gasvorkommen des norwegischen Kontinentalschelfs über 40 Prozent des gesamten norwegischen Exports. Damit ist Norwegen einer der größten Rohölexporteure der Welt. Die Gewinnung von Erdgas wird zunehmend wichtiger – so wurde Norwegen außerdem zu einem der größten Gasexporteure.Fast der gesamte Strom wird über heimische Wasserkraft erzeugt – damit ist Norwegen der sechstgrößte Erzeuger von Wasserkraft in der Welt. Niedrige Strompreise in der Vergangenheit führten dazu, dass meist mit elektrischer Energie geheizt wird. In den letzten Jahren ließen kalte Winter und geringe Niederschlagsmengen die Stromkosten wieder steigen. Trotz zeitweiliger Versorgungsengpässe wird fast ein Drittel der Wasserkraft von Unternehmen verbraucht, die mit hohem Energieaufwand chemische und metallurgische Ausgangsprodukte veredeln. Aluminium und Eisenlegierungen sind ebenso Exportartikel wie Düngemittel für die Landwirtschaft. Wegen des starken Wettbewerbs gerät der traditionelle Wirtschaftszweig des Schiffbaus zunehmend in Schwierigkeiten. Einige Werften können sich nur noch mit dem Bau von Bohrtürmen und Ölplattformen für den Offshore-Bereich über Wasser halten. Die Öl- und Gasvorkommen haben auch dafür gesorgt, dass Norwegen von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise seit Ende 2007 nicht so stark betroffen war wie viele Länder der EU. Anfang 2010 schwächte sich das Wirtschaftswachstum zwar etwas ab, doch in naher Zukunft rechnen Experten bereits wieder mit einem Aufschwung: Ein Konjunkturprogramm der norwegischen Regierung soll Banken, Unternehmen und private Haushalte fördern. Für den Ausbau öffentlicher Einrichtungen und Verkehrswege wurden Gelder zur Verfügung gestellt. Der Privatverbrauch soll nach einer Stagnationsphase wieder schnell steigen, Import und Export sich nach einem starken Einbruch wieder etwas erholen. Deutschland gehört neben Schweden und Großbritannien zu den wichtigsten Handelspartnern. Ein gutes Fünftel der norwegischen Bevölkerung lebt und arbeitet in den Küstenstädten Oslo, Bergen, der Erdölmetropole Stavanger und Trondheim. Für europäische Verhältnisse gibt es in Norwegen relativ wenige Städte. Oslo ist nicht nur Hauptstadt, sondern auch Wirtschaftszentrum und Verkehrsknotenpunkt. Weitere Informationen über Norwegen finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de, http://ec.europa.eu und www.norwegen.no. Interessante Links:
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