Italien: Land und Leute
Land & LeuteItalien ist kein Land, sondern ein Lebensgefühl. Das finden die meisten jener rund 40 Millionen unbekannten Touristen, die das Land mit der unverwechselbaren Stiefelform jedes Jahr besuchen. In der Gunst der Besucherinnen und Besucher aus Deutschland liegt Italien ohnehin ganz vorn, im Jahr 2007 sogar auf Platz drei der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Landschaftliche Vielfalt, Sonnengarantie, die berühmte italienische Küche und weltberühmte Denkmäler vergangener Kulturen machen Goethes „Land, wo die Zitronen blüh’n“, zu jeder Jahreszeit zu einem beliebten Reiseziel.Beim Blick auf die Landkarte erliegt man oft einer optischen Täuschung. Samt seiner vorgelagerten Inseln ist Italien aber tatsächlich nur wenig kleiner als Finnland. Dafür verteilen sich die rund 58,1 Millionen Einwohner auf sehr unterschiedliche Landschaften. Die Alpen bilden die nördliche Staatsgrenze, ansonsten ist das Land vom Mittelmeer umgeben. Abseits der Höhenzüge des Apennins, der sich entlang der Längsachse bis nach Sizilien fortsetzt, flacht sich das Land bis zur Riviera im Westen und zur Adriaküste im Osten hin ab. Pinienwälder und Olivenhaine, gegen Süden zunehmend karge Felder, dörfliche Szenerien und nur wenige, am Meer gelegene Großstädte prägen das Bild über weite Landstriche hinweg. Etwa auf halber Strecke zwischen der nördlichen Industriehochburg Mailand und der sizilianischen Provinzmetropole Palermo liegt Rom – Hauptstadt, Weltstadt, Ewige Stadt. Hier ist der Sitz des Vatikans und der staatlichen Verwaltung, hier pocht neben Mailand die zweite Herzkammer der Wirtschaft, und hier hat fast jeder zwölfte Italiener seinen Lebensmittelpunkt. Ebenso wie in Genua, Florenz, Turin, Bologna, Bari, Neapel und Catania dehnt sich das Einzugsgebiet mit täglich Hunderttausenden von Pendlern immer noch aus. Binnen eines knappen Jahrhunderts hat die Landflucht zwei von drei Italienern in die Städte getrieben. In Südtirol wird neben Italienisch auch Ladinisch gesprochen. In den urbanen Landesteilen zählen außerdem Deutsch, Französisch oder Slowenisch zu den regionalen Amtssprachen.
Italien ist das Mutterland des römisch-katholischen Glaubens, zu dem sich vier von fünf Einwohnern bekennen. Viele der in den vergangenen Jahren Hinzugezogenen sind Muslime aus Albanien, Marokko oder Rumänien. Im industriellen Norden treten die Chinesen als mittlerweile viertstärkste Einwanderergruppe in Erscheinung. Wer von Norden kommend durch Italien reist, kann die Zweiteilung des Landes nicht übersehen. Südlich der Weinregionen Venetiens, der Lombardei und der Toscana verbindet sich die Schönheit der Landschaft mit augenfälligem Wohlstand. Je weiter man nach Süden kommt, umso bescheidener werden die Lebensverhältnisse. In Sizilien lebt fast ein Drittel der Bevölkerung in Armut. Blick in die WirtschaftItalien hat eine soziale Marktwirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung in Italien leidet ähnlich wie in anderen Industrieländern unter der weltweiten Konjunkturschwäche. Daneben sind aber auch strukturelle Faktoren für das geringe Wirtschaftswachstum verantwortlich. Das Wachstum stagnierte in den letzten Jahren und liegt weiterhin unter dem EU-Durchschnitt.Die Inflation, die in den letzten Jahren leicht sank, dürfte 2008 wieder bei drei Prozent liegen, immer noch einen Prozentpunkt niedriger als der EU-Durchschnitt. Die wirtschaftliche Lage ist in den einzelnen Landesteilen sehr unterschiedlich. In der Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien floriert die Wirtschaft, im Süden sieht es schwieriger aus. Man sollte sich also gut überlegen, wo man sich niederlassen will. Gegenden, die im Urlaub wunderschön erscheinen, können zum Leben und Arbeiten weniger geeignet sein. Die wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens sind der Tourismus, die Bau-, Automobil-, Maschinenbau- und Möbelindustrie sowie die Produktion von Nahrungsmitteln und die Textil- /Bekleidungsbranche. Weitere Informationen über Italien finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de und http://ec.europa.eu. Interessante Links:
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