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Studieren in Portugal
Hochschullandschaft
Ensino superior universitário (universitärer Bereich)
Es gibt 14 staatliche Universitäten (Universidades), ein staatliches College auf universitärem Niveau (Instituto Superior de Ciéncias do Trabalho e da Empresa), 4 Hochschulen für Militär und Polizei, 15 private Universitäten und 31 private Colleges auf universitärem Niveau. Das Studienangebot ist breit gefächert. Fast alle Hochschulen bieten ein klassisches Fächerspektrum an. Die Universidade do Algarve und die Universidade de Aveiro haben integrierte Polytechnische Hochschulen für Erziehungs- und Ingenieurwissenschaften und für Management. Rund 237.000 Studierende sind an den Universitäten eingeschrieben.
Ensino superior politécnico (polytechnischer Bereich)
1979 wurden die Polytechnischen Hochschulen (Institutos politécnicos) eingeführt, die in ihrer Ausrichtung den deutschen Fachhochschulen nahekommen. An den 15 staatlichen und zahlreichen privaten Polytechnischen Hochschulen sind rund 140.000 Studierende eingeschrieben. Eine Liste der Einrichtungen finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft unter www.dapp.min-edu.pt.
Fernuniversität
Die "Universidade Aberta" (Offene Universität) wurde 1988 gegründet. Sie bietet zahlreiche Studiengänge und Abschlüsse. Mehr Informationen bietet die Webseite www.univ-ab.pt.
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Informationen zum Studium
Das akademische Jahr ist nicht einheitlich organisiert. Je nach Hochschule gliedert es sich in Studienjahre oder Semester. Die Vorlesungszeit beginnt in der Regel am 1. Oktober und endet am 30. Juni.
Im Mai 2003 hat die Regierung – die Vorgaben des Bologna-Prozesses aufgreifend – die Weichen für die Einführung einer gestuften Studienstruktur mit europaweit vergleichbaren Abschlüssen gestellt. Für beide Hochschultypen (Universitäten und Polytechnische Hochschulen) sollen jeweils nur noch zwei Abschlüsse gelten: das Licenciado und der Mestre. Bei den aufeinander aufbauenden Studiengängen soll die Gesamtstudienzeit maximal zehn Semester betragen. Die meisten portugiesischen Hochschulen haben das neue System bereits eingeführt.
Mehr über das Studium in Portugal erfahren Sie beim DAAD unter www.daad.de, auf dem Bildungsportal der iberoamerikanischen Staaten unter www.oei.es oder beim Universitätsportal www.universia.pt.
Das gegenwärtig in Portugal noch vorherrschende Studiensystem ist an den Universitäten in vier Stufen, an den Polytechnischen Hochschulen in zwei Stufen gegliedert und bietet folgende Abschlüsse:
1.Stufe – "Bacharelato" oder "Bacharel"
kann an Universitäten und Polytechnischen Hochschulen erworben werden. Die Studiendauer beträgt in der Regel drei Jahre.
2. Stufe – "Licenciado" oder "Licenciatura"
kann an beiden Hochschularten (Universität und Polytechnische Hochschule) absolviert werden. Die Studiendauer beträgt je nach Fachrichtung vier, fünf oder sechs Jahre.
3. Stufe – "Mestre" oder "Mestrado"
nur an Universitäten möglich. Das zweijährige Studium setzt ein Licenciado-Studium voraus. Für den Abschluss muss eine Dissertation (mit anschließender Verteidigung) angefertigt werden. Dieser akademische Grad bescheinigt dem Titelinhaber die Fähigkeit zur Forschungsarbeit.
4. Stufe – „Doutor“ oder „Doutoramento"
nur an Universitäten möglich. Die Studiendauer beträgt etwa drei bis vier Jahre. Für den Abschluss ist eine originäre Dissertation (höheres Niveau als für den Mestre-Abschluss) zu verfassen, die öffentlich verteidigt werden muss. Dieser akademische Grad bescheinigt dem Titelinhaber die Fähigkeit zu unabhängiger wissenschaftlicher Arbeit.
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Studiengebühren
An staatlichen Universitäten belaufen sich die Studiengebühren pro Jahr auf etwa 500 €, an staatlichen Polytechnischen Hochschulen auf rund 460 €. Private Lehreinrichtungen verlangen im Durchschnitt pro Monat 150 €.
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Zulassung und Bewerbung
Der Sekundarschulabschluss nach der 12. Klasse (Ensino secundario) entspricht nicht automatisch einer Hochschulzugangsberechtigung. Dies gilt auch für ausländische Studienbewerber. Die Anerkennung der deutschen Hochschulreife muss beim Departamento do Ensino Secundário im Ministério da Educação (Ministerium für Bildung und Wissenschaft) beantragt werden (www.min-edu.pt).
Ihre Bewerbungsunterlagen müssen Sie an das Departamento do Ensino Superior im Ministério da Educação (www.min-edu.pt) schicken. Für eine Zulassung zum Studium müssen alle Anwärter „Provas aferição“ (allgemeine Zulassungsprüfungen) und je nach Studienfach „Provas específicas“ (spezifische Zulassungsprüfungen) bestehen. Da die Unterrichtssprache Portugiesisch ist, müssen ausländische Bewerber für die Studienzulassung zudem einen Sprachtest bestehen.
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Finanzierung
Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.
Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).
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Teil- oder Vollstudium?
Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst in einer fortgeschrittenen Studienphase tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Darüber hinaus bietet eine Reihe von "Internationalen Studiengängen" die Gelegenheit, studienbezogene Auslandsaufenthalte auf der Grundlage geregelter Kooperationsbeziehungen mit österreichischen Hochschulen zu absolvieren und gegebenenfalls auch einen Doppelabschluss zu erwerben. Eine Übersicht der Kooperationsbeziehungen zwischen deutschen und österreichischen Hochschulen gibt die Hochschulrektorenkonferenz HRK unter www.hochschulkompass.de.
Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für die Zeit des Auslandsstudiums, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen.
Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.
Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben - etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich.
Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).
Wertvolle Informationen zum Studium liefern Ihnen die Länderinformationen des DAAD www.daad.de.
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Nach dem Studium
Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen
Die Lage am Arbeitsmarkt
Die allgemeine Arbeitslosigkeit liegt in Portugal mit einer Quote von 7,4 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 6,7 Prozent (Eurostat, Stand: April 2008). Junge Menschen tun sich besonders schwer mit dem Eintritt ins Berufsleben: Die Arbeitslosenquote bei den Unter-25-Jährigen beträgt 15,7 Prozent (EU: 14,8 Prozent).
Aussichten für Hochschulabsolventen
Die Berufseinstiegschancen sind für Akademikerinnen und Akademiker überdurchschnittlich gut. Allerdings sind die Aussichten je nach Geschlecht ungleich verteilt: Anfang 2008 waren mehr als zwei Drittel aller als arbeitslos registrierten Akademiker weiblich. Einerseits wählen Frauen öfter Berufe, die am Arbeitsmarkt wenig nachgefragt werden, andererseits werden höherwertige Stellen und Positionen, die eine gute Qualifikation voraussetzen, eher mit Männern besetzt.
Starke Nachfrage nach Informatikern, Ärzte und Naturwissenschaftlern
Gute Chancen auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt haben vor allem Absolventinnen und Absolventen der Informatik, Physik, Mathematik und Statistik, der Veterinärmedizin und der Life Sciences, zu denen etwa die Biochemie zählt. Gefragt sind auch Ingenieurinnen und Ingenieure, zum Beispiel in den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau, sowie Klinikärztinnen und -ärzte, Zahnärztinnen und -ärzte und Pflegewissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Vor allem im Pflegebereich klagen die Beschäftigten jedoch über niedrige Löhne und befristete Verträge.
Eher schlechte Perspektiven haben Lehrerinnen und Lehrer sowie Absolventinnen und Absolventen der Pädagogik, Psychologie, der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Rechtswissenschaften und der Betriebswirtschaft. Da jedoch Portugals Wirtschaftswachstum stark vom Export abhängt und Deutschland eines der Hauptabnehmerländer ist , können sich mitunter Chancen für deutsche Muttersprachlerinnen und Muttersprachler ergeben, die im Export-Bereich eines produzierenden Unternehmens arbeiten möchten.
Kaum Chancen ohne Portugiesisch-Kenntnisse
Grundsätzlich gilt: Ohne Portugiesisch-Kenntnisse werden Sie die Personaler und Firmenchefs nur in Ausnahmefällen von sich überzeugen können. Daher sollten Sie Grundkenntnisse möglichst bereits während Ihres Studiums in Deutschland erlernen. Informationen über Sprachkurse in Portugal erhalten Sie beim Instituto Camões (www.instituto-camoes.pt) und beim Centro de Línguas (www.cial.pt, auch auf Deutsch). Für Bewerberinnen und Bewerber, die zudem noch Englisch und Französisch beherrschen, bieten sich vor allem in der Tourismusbranche und in internationalen Unternehmen Chancen.
Wer sein Glück in Portugal versuchen möchte, sollte sich vor allem bei größeren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten bewerben. Studien haben gezeigt, dass sie tendenziell mehr Hochschulabsolventinnen und -absolventen einstellen als kleinere Betriebe. Das Job-Portal Universia richtet sich speziell an Akademikerinnen und Akademiker und ermöglicht die detaillierte Online-Suche nach Stellenangeboten in Portugal: www.emprego.universia.pt. Auf dem EURES-Portal (http://ec.europa.eu/eures) und unter www.academicjobseu.com können Sie nach Stellenangeboten in allen europäischen Ländern suchen – unter anderem auch in Portugal.
Forschung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.
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