Druckversion der Internetseite: www.ba-auslandsvermittlung.de
Großbritannien und Nord-Irland: Land und Leute
Land & Leute
Alte Kulturlandschaften, „The White Cliffs of Dover“, an steilen Küsten gelegene Fischerorte, Gärten und Parks prägen die Landschaft ebenso wie der Lake District, die schottischen Moore und Heiden sowie Ben Nevis, der höchste Berg der britischen Inseln. Urwüchsiger als die Hauptinsel, zu der England, Wales und Schottland gehören, sind die kleinen Inselgruppen: die sturmumtosten schottischen Inseln, Äußere und Innere Hebriden oder Orkney und Shetland. Nicht zu vergessen – Nordirland mit dem an der Nordküste gelegenen Naturwunder Giant’s Causeway. Angenehme Assoziationen wecken die Isle of Man mit dem ältesten Parlament der Welt und das milde Klima auf den Kanalinseln.
Sie unterstehen zwar direkt der britischen Krone, gehören jedoch nicht zu Großbritannien und Nordirland und somit auch nicht der EU an. Knapp 61 Millionen Menschen leben in Großbritannien und Nordirland, davon gut 83 Prozent in England, mehr als 4 Prozent in Wales, gut 10 Prozent in Schottland und fast 3 Prozent in Nordirland. Die Bevölkerung in England wächst, was zum Großteil auf Zuwanderung zurückzuführen ist, zum Beispiel aus Indien, Pakistan und anderen Staaten des Commonwealth, aber auch aus Polen und den anderen osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten.
Bunt wie das einheimische Völkergemisch sind auch die Sprachen. Natürlich dominiert das heutige westgermanische Englisch. Daneben finden sich die keltischen Sprachen Gälisch (Schottland), Kymrisch (Wales) und Irisch (Nordirland). In Wales ist Walisisch neben Englisch eine der offiziellen Landessprachen, und seit 2005 ist Gälisch in Schottland nach langem Bestreben offiziell anerkannt. Auf den Kanalinseln, die unmittelbar vor der bretonischen Küste liegen, wird „Patois“ gesprochen, ein nordfranzösischer Dialekt des Normannischen. Der Anglikanischen Kirche, die evangelische und katholische Glaubenselemente verbindet, gehört mehr als die Hälfte der Bevölkerung Englands an. Zu den übrigen christlichen Glaubensrichtungen bekennen sich gut ein Viertel der Engländer. In Schottland bildet die Nationale Kirche calvinistischen Glaubens, in Wales die methodistische Kirche die größte Glaubensgemeinschaft. Die ethnischen Minderheiten pflegen ihre eigenen Religionen und Sprachen.
nach oben
Druckversion
Blick in die Wirtschaft
Während Großbritannien und Nordirland in der Vergangenheit ihren Schwerpunkt in der Produktion und im Export von Industriegütern sahen, dominieren heute Handel und Dienstleistungen. Der Industriesektor (Transportmittel, Anlagenbau) nimmt in seiner Bedeutung stetig ab, sodass heute nur noch gut 16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts dort erwirtschaftet werden. Rund 57 Prozent entstehen im Dienstleistungsbereich.
Zu den Exportgütern zählen Maschinen, hochwertige Transportmittel und Informationstechnik, industrielle Vorprodukte sowie Erdöl und -gas. Der Wandel der Wirtschaftsstruktur lässt sich sehr deutlich mit der Bevölkerungsentwicklung belegen: In London, wo sich besonders viele Banken, Versicherungen und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt haben, nahm die Bevölkerung in der Boomzeit 1991 bis 2001 um 34 Prozent zu. In den alten Industriestandorten Liverpool und Manchester hingegen schrumpfte sie im selben Zeitraum um 7,6 Prozent (Liverpool) beziehungsweise um 9,2 Prozent (Manchester). London hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Finanzplatz in Europa entwickelt. 2009 schrumpfte die britische Wirtschaft um 4,9 Prozent – Gründe waren die weltweite Wirtschaftskrise und der Zusammenbruch des Immobilienmarktes. Sowohl die Exporte als auch die Importe brachen stark ein. Für 2010 sind die Prognosen etwas positiver. Die Europäische Kommission geht von einer BIP-Zunahme um 1,2 Prozent aus; für 2011 rechnet sie mit einem Wirtschaftswachstum von rund 2 Prozent.
„Ich rate Interessenten, nicht nur in London und Südostengland nach Jobs zu suchen. Andere Gegenden haben gute Angebote und niedrigere Lebenshaltungskosten. Vor allem Schottland versucht mit seiner Kampagne „fresh talent“ aktiv neue Kräfte ins Land zu holen, um den Bevölkerungsrückgang auszugleichen. In Aberdeen zum Beispiel gibt es viele Jobs für Leute mit Kenntnissen in der Öl- und Gasindustrie. Auch in Nordengland gibt es Chancen, die Region befindet sich im Übergang von der Schwerindustrie zu anderen Jobs.“
Michael McDadd, EURES-Berater beim Jobcentre Plus in Sheffield
Zu den Wachstumsbranchen und -märkten des Vereinigten Königreichs zählen nach Angaben von Germany Trade and Invest die Energiewirtschaft (unter anderem erneuerbare Energien), Umwelttechnik/Energieeffizienz, Biotechnologie, Nanotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnik und -dienstleistungen. Weitere Informationen über Großbritannien und Nordirland finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de und http://ec.europa.eu.
Interessante Links:
www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.
www.deutsche-in-london.net
Dieses Online-Portal richtet sich an alle deutschen Staatsbürger, die Informationen über das Leben und Arbeiten im Vereinigten Königreich suchen. Sie finden hier nützliche Tipps von Deutschen, die im Vereinigten Königreich leben, sowie weiterführende Links.
www.ec.europa.eu
Übersicht über die verschiedenen Regional- und Minderheitensprachen, die in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesprochen werden. Die Webseite bietet Informationen zur Geschichte der Region sowie der Entwicklung und Verbreitung von Regional- und Minderheitensprachen.
nach oben
Druckversion