Studieren in Schweden

 

Hochschullandschaft

Die Hochschulen haben sich historisch bedingt zentralistisch entwickelt. Die Regierung bestimmt das Hochschulwesen nach wie vor entscheidend, obgleich sich die staatliche Kontrolle seit der Reform von 1993 etwas gelockert hat. Es gibt 36 staatliche Lehreinrichtungen auf Hochschulniveau. Die Schweden kennen drei Hochschularten.

Die Universitäten (Universiteter) entsprechen in Organisationsform und Fächerangebot den deutschen Universitäten.

Die Fachhochschulen (Fackhögskolor) sind nicht mit den deutschen Fachhochschulen zu vergleichen. Sie bieten Studiengänge mit Grundstudium und Doktorandenstudium in einem bestimmten Fachbereich an, zum Beispiel das Karolinska Institutet (Medizin) oder die Kungliga Tekniska Högskolan (Technik).

University Colleges (Högskolor) haben nicht alle Forschungsressourcen und ein nicht so breit gefächertes Ausbildungsangebot wie die Universitäten. Im Gegensatz zur Universität kann das University College keinen postgradualen Grad vergeben. Eine Ausnahme bilden University Colleges, die berechtigt sind, in einem speziellen Fachgebiet zu forschen. Sie dürfen postgraduale Programme auf diesem Spezialgebiet anbieten.


Fernstudium
Die meisten Universitäten und Hochschulen bieten Fernstudien an. Informationen dazu finden Sie auf den Seiten der einzelnen Hochschulen sowie über das Portal www.distansutbildningar.se.

Das Projekt „BSCV“ (Baltic Sea Virtual Campus) gibt Studierenden die Möglichkeit, ein multilaterales Fernstudium mit 13 Partneruniversitäten im Ostseeraum zu absolvieren. Neben den deutschen Hochschulen FH Lübeck, HAW Hamburg und FH Kiel nehmen auch die Universitäten in Lund und Kristianstad an diesem Projekt teil (www.oncampus.de).

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Informationen zum Studium

Das akademische Jahr ist in zwei Semester gegliedert. Das Herbstsemester dauert von Ende August bis Mitte Januar, das Frühjahrssemester von Mitte Januar bis Anfang Juni. Seit Juni 2007 sind die schwedischen Studiengänge nach einem System aufgebaut, das in der gesamten EU vergleichbar ist. Der Umfang eines Kurses oder Studienprogramms wird in Punkten ausgedrückt. Ein Studienjahr entspricht nach dem neuen System in der Regel 60 Punkten. Das Studium ist in zwei Stufen eingeteilt, die der europaweiten Unterteilung in Bachelor und Master entsprechen, darüber gibt es als dritte Stufe das Promotionsstudium.

Grundstufe: Hier kann man nach zwei Studienjahren das Högskoleexamen ablegen oder nach drei Jahren das Kandidatexamen, das dem europäischen Bachelor entspricht.

Aufbaustufe: Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium der Grundstufe. In der Aufbaustufe kann man nach einem Jahr das Magisterexamen erwerben oder nach zwei Jahren einen Master, der dem europaweit anerkannten Masterabschluss entspricht.

Berufsexamina (yrkesexamina): Für Berufe, deren Ausübung eine Approbation oder eine andere Legitimation voraussetzt, gibt es vorgeschriebene Studiengänge und Examina, die an allen Hochschulen des Landes identisch sind. Studiengänge, die zu Berufsexamina führen, sind zum Beispiel Medizin, Pharmazie und Jura. Auch hier sind Mindestpunkte zu erreichen, die Studiendauer liegt zwischen drei und fünf Jahren.

Forschungsstufe: Nach Abschluss der Aufbaustufe kann man in der Forschungsstufe weiterstudieren. Zwei Jahre führen zum Licenciatexamen, vier Jahre zum Doktorsexamen, der Promotion. Die Studierenden müssen Seminare besuchen und eine schriftliche Doktorarbeit verfassen, die sie öffentlich verteidigen. Für zahlreiche Berufe, die man in Deutschland über eine schulische Ausbildung erreicht – zum Beispiel Erzieher oder Physiotherapeut –, ist in Schweden ein Studium erforderlich.

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Studiengebühren

Das Hochschulstudium ist für Schweden und Studierende aus EU-Ländern gebührenfrei. Pflicht ist jedoch die Mitgliedschaft in der Studentenvereinigung, die zahlreiche Vergünstigungen und Versicherungsschutz bietet. Die Mitgliedschaft kostet 50 bis 350 SEK pro Semester (rund 5,40 € bis 38 €).

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Zulassung und Bewerbung

Wer an einer Hochschule studieren will, braucht grundsätzlich die allgemeine oder besondere Hochschulzugangsberechtigung (allmän behörighet; särskild behörighet). Die deutsche Entsprechung ist die allgemeine und fachgebundene Hochschulreife. In Einzelfällen wird auch die Fachhochschulreife akzeptiert.

Für alle Kurse und Studienprogramme bestehen Zulassungsbeschränkungen, weil die Anzahl der Studienplätze in der Regel geringer ist als die Anzahl der Studienbewerber. Deshalb ist immer mit einem Auswahlverfahren zu rechnen. Die Hochschule legt die Auswahlkriterien (zum Beispiel Notendurchschnitt, Arbeitsproben oder Eignungstests) anhand von allgemeinen Rahmenrichtlinien fest und entscheidet, ob das Auswahlverfahren örtlich durchgeführt werden soll oder mit Unterstützung des Zentraldienstes für Universitäten und Hochschulen (Verket för högskoleservice – VHS). Die Bewerbung müssen Sie auf jeden Fall über die zentrale Plattform https://www.hogskoleprov.nu einreichen. Aktuelle Informationen dazu finden Sie auch auf www.studera.nu.

Ausländische Studienbewerber müssen die schwedische Sprache ausreichend beherrschen. Wer einen Studiengang in schwedischer Sprache belegen will, muss vor Beginn des Studiums den Nachweis über den Sprachtest „TISUS“ erbringen (Test in Swedish for University Studies). Sehr gute Englischkenntnisse sind eine Zulassungsvoraussetzung für in- und ausländische Studienbewerber.

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Finanzierung

Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).

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Teil- oder Vollstudium?

Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst in einer fortgeschrittenen Studienphase tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Darüber hinaus bietet eine Reihe von "Internationalen Studiengängen" die Gelegenheit, studienbezogene Auslandsaufenthalte auf der Grundlage geregelter Kooperationsbeziehungen mit österreichischen Hochschulen zu absolvieren und gegebenenfalls auch einen Doppelabschluss zu erwerben. Eine Übersicht der Kooperationsbeziehungen zwischen deutschen und österreichischen Hochschulen gibt die Hochschulrektorenkonferenz HRK unter www.hochschulkompass.de.

Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für die Zeit des Auslandsstudiums, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen.

Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben - etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich.

Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).


Die meisten Gaststudenten kommen über ihre Heimatuniversität oder ein EU-Austauschprogramm (zum Beispiel Erasmus) nach Schweden. Studenten, die sich individuell um ein Gaststudium bemühen, werden hauptsächlich zu einem der 200 Masterstudienprogramme zugelassen, deren Unterrichtssprache Englisch ist. Es gibt keine einheitliche Regelung, was die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen anbelangt. Die Ursachen hierfür sind die föderale Struktur des deutschen Bildungssystems und die Autonomie deutscher Hochschulen..

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Nach dem Studium

Ausländische Doktoranden, die ihr Promotionsstudium in Schweden absolvieren möchten, haben überwiegend ein Medizinstudium oder ein anderes naturwissenschaftliches Studium absolviert. Die Zulassung zu postgradualen Studiengängen ist eingeschränkt. Promotionsanwärter müssen mit einem harten Wettbewerb um die verfügbaren Studienplätze rechnen. Viele Hochschulen haben für das Promotionsstudium keine formalen Zulassungsvoraussetzungen hinsichtlich der schwedischen Sprache aufgestellt, aber gute Englischkenntnisse sind immer ein absolutes Muss.



Chancen für Berufseinsteiger nach dem Hochschulabschluss

Die Lage am Arbeitsmarkt
Im Jahr 2007 erklomm die Nachfrage nach Arbeitskräften in Schweden einen historischen Höchststand; rund 830.000 Stellen konnten nicht besetzt werden. In einigen Wirtschaftszweigen dämpft der Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits die Branchenkonjunktur. Wachstumsmärkte wie der IT- und der Gesundheitsbereich stoßen an Kapazitätsgrenzen. Maßnahmen, die zu weiteren Neueinstellungen führen wie zum Beispiel Firmengründungen, können wegen Personalmangel nicht umgesetzt werden. Für das Jahr 2008 rechnen Arbeitsmarktexpertinnen und -experten zwar mit einer insgesamt guten Beschäftigungslage, nicht aber mit so vielen neuen Stellen wie im letzten Jahr.

Aussichten für Hochschulabsolventen
Der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Hochschul- oder Gymnasialabschluss (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) ist besonders stark angestiegen. Gefragt sind vor allem Bewerberinnen und Bewerber mit Schlüsselkompetenzen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Selbstverantwortlichkeit und Flexibilität.

In zwei von drei schwedischen Verwaltungsbezirken klagen die öffentlichen Einrichtungen (Beschäftigungsanteil mehr als 40 Prozent) und die Wirtschaft über einen Mangel an Ingenieuren, Informatikern, Ärzten und Lehrern.

Akademiker verdrängen Berufstätige mit mittlerem Bildungsabschluss
Mehr als die Hälfte aller Arbeitgeber im technischen Umfeld haben 2007 einen oder mehrere neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht – und häufig nicht gefunden. Hatten bis 2007 vor allem berufserfahrene Kräfte gute Jobchancen, so gilt dies heute auch für Akademikerinnen und Akademiker, die frisch von der Hochschule kommen, vor allem aus den informationstechnischen (Softwareentwicklung, Programmierung, Netzwerkadministration) und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen Maschinenbau, Energie- und Elektrotechnik, Vermessungswesen und Hoch-/Tiefbau. Da sich drei Viertel der Industrie in den Ballungsgebieten rund um Stockholm, Göteborg und Malmö niedergelassen haben, ist das Stellenangebot in diesen Regionen am größten.

In den technischen Disziplinen verdrängen Akademikerinnen und Akademiker zunehmend die on the job ausgebildeten Arbeitnehmer. So hatten bis vor einigen Jahren Anwendungsprogrammiererinnen und -programmierer mit fachgebundenem Gymnasialabschluss (IT-Zweig) gute Chancen in der Wirtschaft. Heute wird für dieselbe Tätigkeit in der Regel ein abgeschlossenes Informatikstudium verlangt.

Sehr günstig ist der Arbeitsmarkt derzeit für Vorschul- und Gymnasiallehrkräfte und für Freizeitpädagoginnen und -pädagogen in der Kinder-, Jugend-, Senioren- und Migrantenbetreuung. Auch Berufsanfängerinnen und -anfänger haben in diesen Bereichen gute Aussichten. Ärztinnen und Ärzte sind vor allem in den dünn besiedelten Gebieten Mittel- und Nordschwedens gesucht.

Zu den wenigen Akademikerinnen und Akademikern, bei denen das Angebot an Arbeitskräften deutlich die Nachfrage übersteigt, zählen Geisteswissenschaftler und Biologen ohne fachspezifische Vertiefung wie zum Beispiel in den Zweigen Mikroorganismen und Gentechnologie. Solche Spezialisten finden bis auf wenige Ausnahmen nur in den Universitätsstädten Stockholm, Uppsala, Lund, Göteborg sowie im nordschwedischen Luleå eine adäquate Beschäftigung.



Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Online-Service des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes mit umfassenden Informationen zum Bildungs- und Hochschulwesen, Praktika, sowie Forschen und Lernen in Schweden, die viele Zusatzhinweise sowie weiterführende Links zu allen relevanten Stellen und Institutionen beinhalten.

Pfeil www.sweden.se
Das offizielle Online-Portal Schwedens vermittelt mehrsprachig einen Überblick über das Land. Die Hauptrubriken sind Tourismus, Handel, Leben und Arbeiten, Studieren und Medien. Darüber hinaus finden Sie auf dieser Website Links zu den wichtigsten schwedischen Institutionen und anderen Informationsportalen.

Pfeil www.si.se
Das mehrsprachige Online-Portal ist sozusagen ein Leitfaden für alle, die an Schweden als Ausbildungsland interessiert sind. Hier gibt es Informationen über sämtliche Studienmöglichkeiten, Auswahlverfahren und das Studentenleben in Schweden.

Pfeil www.swedenabroad.com
Das Online-Portal des schwedischen Minsteriums für Außenpolitik erteilt Auskünfte zu allen bilateralen Beziehungen Schwedens mit anderen Staaten und verlinkt zu Diplomatischen Vertretungen des Landes sowie zum offiziellen Informationsportal für Schweden, das vielfältige Informationen zu verschiedenen Themen bereithält.

Pfeil www.studieren-in-schweden.de
Das Online-Portal informiert über das Studium in Schweden. Die einzelnen Themen sind übersichtlich gegliedert: Allgemeines, Finanzierung, Bewerbung und Studiengänge. Erfahrungsberichte und Frequently Asked Questions runden das Informationsangebot ab.

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Bildausschnitt: Foto einer lächelnden Frau, die mit einem Spiralblock in den Händen in einem Bibliotheksgang steht.
 
Symbolbild: Ein junger Mann vor einer Tafel mit Einsteins berühmter Formel E=mc²
 
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de