Studieren in der Schweiz
Hochschullandschaft
Das Hochschulsystem besteht aus Universitäten und Fachhochschulen. Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Studierenden in der Schweiz kontinuierlich zu: Das Statistische Amt geht davon aus, dass es bis 2012 rund 200.000 Personen sein werden. Derzeit sind mehr als 180.000 eingeschrieben. Ab 2011 sollen mehr als die Hälfte der Professorinnen und Professoren aus dem Ausland kommen.
Universitäten
In der Schweiz gibt es zehn kantonale Universitäten und zwei eidgenössische Hochschulen, darunter sechs deutschsprachige und vier französischsprachige Hochschulen sowie eine italienischsprachige und eine zweisprachige Hochschule (Deutsch/Französisch). Mehr Informationen finden Sie unter www.crus.ch und unter www.sbf.admin.ch. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz befinden sich die Universitäten Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Zürich und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich.
Fachhochschulen
Derzeit gibt es sieben öffentlich-rechtliche und zwei private Fachhochschulen in der Schweiz. Ihre Lehre orientiert sich stark an der Praxis, ihre Abschlüsse sind gleichwertig mit denen der Universitäten. Manche Fachbereiche werden vom Bund geregelt (Technik, Wirtschaft, Gestaltung), andere von den Kantonen (Gesundheit, Soziales, Kunst, Musik, Theater, Angewandte Psychologie, Angewandte Liguistik). Zu den Fachhochschulen gehören auch die Pädagogischen Hochschulen, an denen die Lehrer ausgebildet werden. Mehr Informationen finden Sie unter www.bbt.admin.ch, ein Verzeichnis der Fachhochschulen unter www.switch.ch, Informationen zu allen Studiengängen unter www.berufsberatung.ch.
Neben den staatlichen Universitäten gibt es eine Reihe von privaten Hochschulinstituten nach angloamerikanischem Vorbild. Die Studiengänge und Abschlüsse dieser Institute werden vom schweizerischen Staat nicht anerkannt. Interessenten wird deshalb dringend geraten, sich vor Aufnahme eines Studiums an einer privaten Lehreinrichtung genau zu erkundigen – zum Beispiel bei der schweizerischen Botschaft: www.eda.admin.ch.
Fernuniversität
Das Fernstudienzentrum Brig ist ein Stützpunkt der deutschen Fernuniversität Hagen (www.fernuni.ch). Die Studiengänge sind in der Schweiz anerkannt. Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) bietet berufsbegleitende Fachhochschullehrgänge an. Neben dem Hauptsitz in Brig unterhält die FFHS drei Regionalzentren in Basel, Bern und Zürich. Mehr Informationen unter www.fernfachhochschule.ch.
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Informationen zum Studium
Das akademische Jahr ist in zwei Semester gegliedert. Das Wintersemester beginnt in der Kalenderwoche 38, das Sommersemester in der Kalenderwoche 8. Auch in der Schweiz gelten die Bologna-Richtlinien: Das zweistufige Studienmodell ermöglicht die Abschlüsse Bachelor und Master, die Studienleistungen werden mit dem Kreditpunktesystem ECTS bewertet. Seit dem Wintersemester 2006/2007 ist es für Studienanfänger nicht mehr möglich, einen der bisherigen Lizenziatsoder Diplomstudiengänge zu beginnen. Bis 2012 sollen diese Studiengänge vollständig auslaufen. Weitere Informationen über die Bologna-Reform und das Kreditpunktesystem ECTS erhalten Sie bei der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) unter www.crus.ch.Das Studiensystem
Die erste Studienstufe schließt mit dem Grad Bachelor ab. Studiendauer: drei Jahre. Dieser akademische Grad befähigt zum Eintritt in das Berufsleben oder zur Weiterführung der wissenschaftlichen Ausbildung in der zweiten Studienstufe. Die zweite Studienstufe setzt den Bachelorabschluss voraus und schließt mit dem Grad Master ab. Studiendauer: eineinhalb bis zwei Jahre. Der Masterabschluss entspricht den bisherigen akademischen Abschlüssen Lizenziat oder Diplom. Der Masterabschluss ist Voraussetzung für ein Promotionsstudium.
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Studiengebühren
Das Studium an einer schweizerischen Hochschule ist gebührenpflichtig. Die Studiengebühren liegen für ausländische Studierende pro Studienjahr zwischen 1.000 CHF (etwa 750 €) und 8.000 CHF (etwa 6.000 €). Eine Liste der aktuellen Studiengebühren und Informationen über Stipendien finden Sie auf der Internetseite der Rektorenkonferenz: www.crus.ch.
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Zulassung und Bewerbung
Voraussetzung für ein Fachhochschulstudium ist das Zeugnis „Berufsmaturität“ (Lehre + Vorbereitung auf die Berufsmaturität) oder das gymnasiale Maturitätszeugnis. Für ein Universitätsstudium wird ausschließlich das gymnasiale Maturitätszeugnis anerkannt. Unterrichtssprache ist je nach Kanton Deutsch, Französisch oder Italienisch. Gute Kenntnisse der jeweiligen Landessprache werden daher vorausgesetzt.
Ausländische Studienbewerber müssen für das Studium an der Universität nachweisen, dass sie ein Hochschulzugangszeugnis besitzen, das dem Maturitätszeugnis entspricht – in der Regel die allgemeine Hochschulreife. Die Fachhochschulen verlangen für die Zulassung eine Berufsmaturität beziehungsweise Fachhochschulreife. Die Hochschulen der Schweiz entscheiden eigenständig darüber, wen sie zulassen und ob sie das ausländische Äquivalent anerkennen. Aus diesem Grund gibt es von Hochschule zu Hochschule und auch von Fakultät zu Fakultät Unterschiede. Einzelheiten zur Anerkennung des Sekundarabschlusses II und zu den Zulassungsbestimmungen sollten Sie daher bei der Zielhochschule erfragen. Eine gute Allgemeinbildung ist Voraussetzung für ein Studium in der Schweiz. Bestimmte Fächerkombinationen im Hochschulzugangszeugnis werden von den Schweizer Hochschulen teilweise als „nicht ausreichend“ betrachtet. Die beiden Hochschulen ETH Zürich und ETH Lausanne führen Aufnahmeprüfungen durch. Wenn man an einer kantonalen Universität studieren möchte, muss man sich der „Freiburger Prüfung“ unterziehen. Wer diese Prüfung besteht, wird zum Studium in der Schweiz zugelassen. Die Fachhochschulen führen eigene Aufnahmeprüfungen oder Eignungsprüfungen durch. Weitere Informationen zum Thema „Zulassung“ finden Sie unter www.crus.ch.
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Finanzierung
Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.
Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).
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Teil- oder Vollstudium?
Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst in einer fortgeschrittenen Studienphase tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Darüber hinaus bietet eine Reihe von "Internationalen Studiengängen" die Gelegenheit, studienbezogene Auslandsaufenthalte auf der Grundlage geregelter Kooperationsbeziehungen mit österreichischen Hochschulen zu absolvieren und gegebenenfalls auch einen Doppelabschluss zu erwerben. Eine Übersicht der Kooperationsbeziehungen zwischen deutschen und österreichischen Hochschulen gibt die Hochschulrektorenkonferenz HRK unter www.hochschulkompass.de.
Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für die Zeit des Auslandsstudiums, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen.
Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.
Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben - etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich.
Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).
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Nach dem Studium
Für Berufseinsteiger ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt sehr günstig: Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen beträgt lediglich 4,1 Prozent (Deutschland: 9,4 Prozent, EU: 20,5 Prozent, Mai 2010, Quelle: Eurostat). Akademikerinnen und Akademiker haben besonders gute Chancen: So waren im Jahr 2007 von den Universitäts- und Fachhochschulabsolventen, die ein Jahr zuvor ihr Studium beendet hatten, fast alle erwerbstätig (Uni: 96,8 Prozent, FH: 98,3 Prozent). Von den Absolventinnen und Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften waren ein Jahr nach Abschluss allerdings noch 7,9 Prozent ohne Job. Generell gilt: Je berufsspezifischer das Studienfach, desto einfacher ist es, nach dem Abschluss eine qualifizierte Arbeitsstelle zu bekommen. Das schweizerische Bundesamt für Statistik erhebt die Erwerbsquoten der Neuabsolventen alle zwei Jahre. Die Ergebnisse für 2009 werden ab Herbst 2010 unter www.bfs.admin.ch veröffentlicht.
Auch in der Schweiz gilt: Mit akademischem Wissen allein haben Absolventinnen und Absolventen kaum Chancen, ins Arbeitsleben einzusteigen. Entscheidend ist, bereits früh zu entscheiden, in welche Branche es gehen soll, und während des Studiums durch Praktika und praxisbezogene Projekte relevante Berufserfahrung zu sammeln. Der Schweiz mangelt es vor allem an Medizinerinnen und Medizinern aller Fachrichtungen – oftmals kann in diesem Bereich, wer heute anruft, morgen mit der Arbeit beginnen. Sehr gefragt sind zudem Absolventinnen und Absolventen der Versicherungswissenschaften (Studiengang actuarial science) – sie kommen ohne Probleme bei Versicherungsgesellschaften unter. Beste Jobchancen haben darüber hinaus Ingenieure – vor allem in den klassischen Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinenbau und Bautechnik. Auch Wirtschaftswissenschaftler finden in der Regel ohne Probleme eine qualifizierte Stelle – zwar gibt keinen Absolventenmangel in diesem Bereich, aber auch kein Überangebot. Wer sich für das Lehramt qualifiziert hat, braucht sich derzeit keine Sorgen machen: Die Zahl der schweizerischen Absolventinnen und Absolventen reicht nicht aus, um den Bedarf der Schulen zu decken. Insbesondere in den Naturwissenschaften werden auch Lehrer aus dem Ausland eingestellt. Wer schulrelevante Fächer auf Diplom, Bachelor oder Master studiert hat und in der Schweiz Lehrer werden möchte, kann dies tun, indem er sich mit einem Studienjahr an einer schweizerischen Pädagogischen Hochschule dafür qualifiziert. Sehr gefragt sind zudem Theologen: Dies liegt daran, dass die Zahl der Absolventen stärker zurückgegangen ist als der Bedarf der Kirchen an theologischem Personal.
Für Geistes- und Sozialwissenschaftler sowie Psychologen gestaltet sich die Stellensuche hingegen schwieriger. Sie brauchen oft länger, um überhaupt einen Job zu finden, und üben dann oft Tätigkeiten aus, die mit ihrem Fach wenig zu tun haben. Am schlechtesten stehen die Chancen für Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Kunst und Gestaltung, den man in der Schweiz an der FH studieren kann.
Die Berufseinstiegschancen hängen nicht nur vom Studienfach und der Praxiserfahrung ab, sondern auch von der Region: Die meisten Hochschulabsolventinnen und -absolventen treten ihre erste Stelle in einer der vier Metropolregionen Zürich, Basel, Bern und Genf-Lausanne an. Dort haben sich besonders viele Unternehmen angesiedelt, die auf qualifiziertes Wissen angewiesen sind – etwa Unternehmen der Hightechbranche, Finanzdienstleister oder die Pharmaindustrie. Am höchsten sind die Arbeitslosenquoten der Akademiker im Tessin und in der Région lémanique.
Detaillierte Informationen über die Chancen für Hochschulabsolventinnen und -absolventen in der Schweiz erhalten sie unter www.berufsberatung.ch und in den Broschüren der Reihe „Die erste Stelle nach dem Studium“, die Sie beim SDBB Verlag bestellen können (www.sdbb.ch). Die Broschüren beschreiben jeweils die aktuelle und künftige Beschäftigungssituation für Absolventinnen und Absolventen verschiedener Fachrichtungen. Die Reihe erscheint alle zwei Jahre und beruht auf den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen.
Nützliche Links:
www.daad.de
Das Online-Portal informiert über das Bildungs- und Hochschulwesen sowie Forschen und Lernen in der Schweiz. Es gibt viele Zusatzhinweise sowie weiterführende Links zu allen relevanten Stellen und Institutionen.
www.swissuniversity.ch
"swissuniversity.ch" ist eine Initiative der schweizerischen Hochschulrektorenkonferenz. Es ist das Portal der eidgenössischen Universitäten. Ausländische Studierende finden hier alle relevanten Informationen zum Thema "Studieren in der Schweiz".
www.studieren-in-der-schweiz.de
Das Online-Portal informiert über das Studium in der Schweiz. Die einzelnen Themen sind übersichtlich gegliedert: Allgemeines, Finanzierung, Bewerbung und Studiengänge. Erfahrungsberichte und Frequently Asked Questions runden das Informationsangebot ab.
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