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Tipps zur Bewerbung im Ausland

Sie möchten sich auf eine ausgeschriebene Stelle oder initiativ im Ausland bewerben? Bevor Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an potenzielle Arbeitgeber schicken, beziehungsweise telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen, sollten Sie einige Hinweise beachten, die wir für Sie zusammengestellt haben. Häufig gestellte Fragen zu landestypischen Besonderheiten im Bewerbungsprozess beantworten wir ebenfalls in diesem Abschnitt unser Webseite.

 

Anschreiben

Der Umfang des Bewerbungsanschreibens sollte eine DIN-A-4 Seite nicht überschreiten. Mit einer ansprechenden Gestaltung und einem sauberen Druckbild auf hochwertigem Papier sorgen Sie für einen guten ersten Eindruck. Inhaltlich sollten Sie Bezug auf die Stellenausschreibung nehmen, die persönlichen Qualifikation mit der geforderten abgleichen, auf den Lebenslauf verweisen und mit der Bitte um ein Vorstellungsgespräch schließen. Der Sprachstil sollte sachlich und höflich, aber nicht zu trocken sein. In der Regel wird es nicht in die Bewerbungsmappe eingefügt, es sei denn sie ist explizit dafür ausgelegt. Wie bei Geschäftsbriefen üblich, beginnen Sie zunächst mit der eigenen Anschrift, dann folgt die Empfängeradresse. Falls Sie den Namen des Personalverantwortlichen nicht kennen, erkundigen Sie sich danach; der Vermerk "An die Personalabteilung" wirkt ohne richtigen Ansprechpartner unpersönlich. Am Ende der Seite reicht als Anlagenhinweis der Vermerk "Anlagen", die Zeugnisse müssen nicht einzeln aufgelistet werden.

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Lebenslauf

Orientieren Sie sich bei der Erstellung Ihres tabellarischen „Curriculum Vitae“ – kurz CV – an der Vorlage des „Europäischen Lebenslaufs unter www.europass-info.de. Er beginnt mit den persönlichen Details (Name, Adresse, Telefon, E-Mail-Adresse), dann kommt eine kurze Zusammenfassung Ihrer Schul- und Berufsausbildung, die bei Berufseinsteigern auch ausführlicher ausfallen kann (mit Angabe der Abschlussfächer und Noten). Der berufliche Werdegang beginnt mit dem letzten Arbeitsverhältnis und verläuft chronologisch rückwärts. Berufs- und Praxiserfahrungen sowie besondere Erfolge und Leistungen sollten Sie kurz beschreiben und am Besten mit konkreten Werten belegen (etwa eine Steigerung der Kundenzahl). Weisen Sie insbesondere auch auf Auslandsaufenthalte, Ihre Sprachkenntnisse und deren Qualität hin und beschränken Sie sich insgesamt auf höchstens zwei DIN-A-4-Seiten. Nennen Sie nach Möglichkeit auch Personen, die über Ihre Qualifikation Auskunft geben können und bereit sind, dies zu tun: Es sollten zwei Referenzen mit Namen, Position und Kontaktdaten oder alternativ der Zusatz "references available on request" (Referenzen werden auf Wunsch nachgereicht) enthalten sein.

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Foto und Anlagen

Ein Bewerbungsfoto sollten Sie den Unterlagen nur beifügen, wenn Ihr potenzieller Arbeitgeber dies ausdrücklich wünscht. Wählen Sie ein Foto, dass Sie möglichst so zeigt, wie Sie die Firma nach außen repräsentieren würden. In einigen Ländern, wie beispielsweise in Großbritannien und den USA, sind Bewerbungsfotos aus Gründen der Chancengleichheit nicht erwünscht bzw. untersagt. Arbeitsproben sowie Kopien von Bescheinigungen und Nachweisen, Beurteilungen, Zertifikaten und Zeugnissen legen Sie der Bewerbung nicht bei; es sei denn, Sie werden dazu aufgefordert. Die Originale sollten Sie jedoch mitbringen, wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden – gegebenenfalls in beglaubigter Übersetzung.

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Online-Bewerbung


Eine Bewerbung via E-Mail, über die eigene Website oder das Online-Bewerbungsformular eines Unternehmens bietet sich an, wenn nicht ausdrücklich eine Bewerbung via Post verlangt ist. Bringen Sie zunächst in Erfahrung, welche Möglichkeiten der elektronischen Bewerbung Ihnen der ausgewählte Arbeitgeber anbietet. Ist die persönliche E-Mail-Adresse eines Ansprechpartners angegeben oder existiert der Link auf ein Online-Bewerbungsformular? Beachten Sie, dass beim Eintrag Ihrer persönlichen Daten in festgelegte Eingabemasken die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten begrenzt sind. Diese Form der Bewerbung dient mitunter lediglich der Vorauswahl und vereinfachten Bearbeitung durch die Personalabteilung größerer Unternehmen.

Eine Bewerbung per E-Mail können Sie als reines Anschreiben versenden, für dessen Formulierung grundsätzlich die gleichen Regeln gelten wie für Bewerbungen auf dem Postweg. Falls Sie zusätzliche Anlagen beifügen möchten, sollten Sie sich vorab vergewissern, ob dies tatsächlich erwünscht ist. Für Ihre Kontaktdaten können Sie eine Signatur erstellen, die Sie dem E-Mail-Text beifügen. Sorgen Sie dafür, dass die Gesamtgröße der angehängten Dateien 2 MB nach Möglichkeit nicht überschreitet. Für eine Online-Bewerbung gilt derselbe Ratschlag, wie für die gedruckte Version: Lassen Sie alle Texte vor dem Versenden nochmals durch eine Person Ihres Vertrauens Korrektur lesen, um Fehler rechtzeitig beheben zu können.

Wichtig ist auch eine aussagekräftige und neutrale E-Mail-Adresse, zum Beispiel Vorname.Nachname@anbieter.de. Adressen wie Blümchen82@anbieter.de oder Terminator2000@anbieter.de nehmen Ihrer Bewerbung die gebührende Seriosität. E-Mails mit Werbeeinblendungen sind ebenfalls unerwünscht. In der Betreffzeile sollten Sie darauf hinweisen, dass es sich um eine Bewerbung handelt, beispielsweise „Bewerbung – Dachdecker – Spanien“. Manche Stellensuchende entwerfen Ihre eigene Bewerbungs-Webseite und verweisen in einer freundlichen E-mail an den Personalentscheider darauf. Bei standardisierten Bewerbungsverfahren ist diese Form der Bewerbung allerdings nicht zulässig.

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Sie warten auf Reaktion…


Hat sich der potenzielle Arbeitgeber nach zwei Wochen weder telefonisch noch schriftlich gemeldet, ist es völlig in Ordnung, wenn Sie in der Firma anrufen und nachfragen. Zudem kommt es immer wieder vor, dass klassische Bewerbungsunterlagen nicht zurückgesendet werden, um Personal- und Portokosten zu sparen. Trotzdem haben Sie ein Recht darauf. Einige Firmen halten sich eine Hintertür offen, indem sie behaupten, die Bewerbung zur eventuellen Berücksichtigung zu einem späteren Zeitpunkt einzubehalten. Sollten Sie daran zweifeln und Ihre Unterlagen für eine weitere Bewerbung verwenden wollen, fordern Sie Ihre vollständige Mappe zurück.

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Worauf achtet der Arbeitgeber?


Eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung sowie Kenntnisse der Landessprache werden bei fast allen Fach- oder Führungskräften vorausgesetzt. Im Einzelfall bestimmen jedoch die Art und der Umfang der Tätigkeit, wie weit man die Sprache des Gastlandes in Wort und Schrift beherrschen muss. Informieren Sie Ihren potenziellen Arbeitgeber über Ihre beruflichen Erfahrungen, am Besten bereits im Anschreiben bzw. im Lebenslauf. Sie sollten alle beruflichen Stationen oder etwaige Urlaubsvertretungen ausführlich im Bezug auf die Aufgaben, Zuständigkeiten und Daten beschreiben. Stellen Sie dabei klar heraus, ob Sie für bestimmte Projekte oder Mitarbeiter verantwortlich waren und welche Erfolge erzielt wurden.


Akademiker aus Deutschland müssen im europäischen Vergleich oft ihr relativ hohes Alter erklären, da ihre Mitbewerber nach dem Bachelor-Abschluss in der Regel mit 21 oder 22 Jahren ins Berufsleben eintreten. Machen Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber klar, dass das deutsche Diplom oder der Magister eher mit einem Master, also einem postgraduate-Studium gleichzusetzen ist. Die zunehmende Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen sorgt jedoch allmählich für eine europaweite Angleichung. Außerdem könnten Ihnen die in Deutschland üblichen studienbegleitenden Jobs, die eine gewisse Berufs- und Lebenserfahrung aufbauen, bei den Personalentscheidern Pluspunkte einbringen. Für wissenschaftliche, leitende oder gehobene Positionen sind fließende Sprachkenntnisse unabdingbar.


Fachkräfte aus Deutschland genießen bei Arbeitgebern im Ausland einen guten Ruf. Das duale System der beruflichen Ausbildung in Deutschland gilt als besonders praxisnah und findet im Ausland große Anerkennung. Außer Ihren Fachkenntnissen benötigen Sie je nach Arbeitsfeld aber auch in unterschiedlichem Umfang Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache, um sich mit Kollegen und Kunden verständigen zu können. Eigenen Sie sich auf jeden Fall Grundkenntnisse der Landesprache an. Dies wird Ihnen die Integration in das neue Arbeits- und Lebensumfeld wesentlich erleichtern und auch Ihr Arbeitgeber wird dieses Engagement zu schätzen wissen.

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Auswahlverfahren

Sind die Bewerbungsunterlagen beurteilt, folgt als weiteres Auswahlinstrument ein Interview. Hier wird das Telefoninterview als erstes Gespräch mit dem jeweiligen Auswahlkandidaten immer beliebter. Es findet in der Regel nicht ohne vorherige Ankündigung statt. Zum persönlichen Vorstellungsgespräch werden Sie telefonisch oder üblicherweise schriftlich eingeladen. Das Vorstellungsgespräch dient dazu, über die Gründe für Ihre Bewerbung, Ihre Erwartungen, die Inhalte des Lebenslaufs und die Aussichten auf berufliche Weiterentwicklung ausführlicher zu sprechen.

Neben Fragen, die für die Stelle relevant sind, müssen Sie auch mit Fragen zu Ihrem Charakter, Ihren Stärken und Schwächen, Freizeitaktivitäten und Mitgliedschaft in Vereinen und Organisationen rechnen. Während des Gespräches sind Fragen nach politischen oder religiösen Überzeugungen, dem Personenstand, einer Schwangerschaft oder nach besonderen persönlichen oder familiären Umständen nicht zulässig. Auch jede offene oder indirekte Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder der Staatsangehörigkeit ist verboten.

Bereiten Sie sich auf Fragen nach Ihrer Berufsausbildung, Ihrer bisherigen Praxiserfahrung und den Gründen, aus denen Sie sich um die Stelle bewerben, vor. Es kann sein, dass Sie aufgefordert werden, die Angaben im Lebenslauf zu belegen. Es empfiehlt sich deshalb, Kopien der Zeugnisse und Zertifikate oder alle Dokumente im Original mitzubringen. Treten Sie motiviert und selbstbewusst auf und stellen Sie Ihren Gesprächspartnern ebenfalls Fragen, wenn Ihnen etwas unklar erscheint.



Bei der Besetzung von Führungspositionen kann eine Vorauswahl in Gruppen in Form von Tests und Planspielen stattfinden (Assessment Center). Die Dauer variiert zwischen mehreren Stunden oder einigen Tagen, wenn es um anspruchsvolle Führungspositionen geht. Bereiten Sie sich sorgfältig auf das Auswahlverfahren vor, denn es ist Ihre Chance, sich dem möglichen künftigen Arbeitgeber persönlich zu präsentieren. Verschiedene Arten von psychologischen Tests sind möglich: Intelligenz-, Eignungs-, Motivations- oder Persönlichkeitstests. Auch ein graphologisches Gutachten kann zum Einsatz kommen, ist jedoch die absolute Ausnahme. Bereiten Sie zudem Fragen vor, die Ihr Interesse im Bezug auf den Aufgabenbereich unterstreichen oder die Einordnung in die Firmenhierarchie betreffen.


Die Auswahlprozeduren bei Fachkräften aus dem Bereich der gewerblich-technischen Berufe sind weniger aufwendig. Hier erfolgt die Vorauswahl häufig allein auf der Basis des Lebenslaufs und eines Telefoninterviews. Personaldienstleister, die im Auftrag von Arbeitgebern Personal auswählen, treffen sich darüber hinaus mit Bewerbern auf Jobmessen und bei Vorstellungsgesprächen in Deutschland. Arbeitgeber kommen nur in Ausnahmefällen nach Deutschland, um sich mit Bewerbern zu treffen. Informieren Sie sich frühzeitig über Struktur und Entwicklung des Unternehmens. Sehen Sie sich dazu auf der Webseite der Firma um.

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Vertragsverhandlungen

Auf die Frage nach den Lohn- oder Gehaltsvorstellungen sollten Sie gut vorbereitet sein. Falls danach gefragt wird, ist Vorsicht geboten. Vermeiden Sie überzogene Forderungen. In einigen Ländern kommt Understatement generell gut an. Informieren Sie sich zuvor über das Gehaltsniveau in Ihrer Branche im Zielland, um Ihren „Marktwert“ realistisch einzuschätzen. Kompromissbereitschaft bei den Lohnverhandlungen sollten nicht dazu führen, dass ihr Gehalt weit unter dem Landesdurchschnitt liegt. Auskünfte über übliche Löhne und Gehälter erteilen die Berufsverbände beziehungsweise Gewerkschaften. Dort erhalten Sie auch weitere Tipps und Empfehlungen. Erkundigen Sie sich vorab zu Ihrem Urlaubsanspruch und gehen Sie bei Bedarf auf Probezeitregelungen ein. Näheres zu speziellen arbeits- und vertragsrechtlichen Regelungen und zum Thema Löhne, Steuern und Lebenshaltungskosten in den Ländern der Europäischen Union finden Sie unseren Länderinformationen.


Wenn Ihr bisheriges Gehalt auch geldwerte Vorteile wie die Nutzung eines Dienstwagens, betriebliche Altersversorgung und Einnahmen aus Mitarbeiterbeteiligungen umfasst hat, sollten Sie dies bei der Bewertung des angebotenen Gehalts berücksichtigen. Ist das Gehalt in der Stellenanzeige bereits angegeben, besteht darüber meist keine Verhandlungsmöglichkeit mehr.
Die Gehaltsvorstellungen deutscher Hochschulabsolventen sind vergleichsweise hoch, in vielen EU-Staaten richtet sich das Gehalt jedoch nach der Berufserfahrung und nicht nach dem Abschluss. Von einigen Ausnahmen wie zum Beispiel Norwegen und der Schweiz abgesehen, liegt das Lohnniveau in den europäischen Mitgliedstaaten deutlich unter dem in Deutschland.


Lassen Sie sich nicht auf zweifelhafte Verabredungen ein. Sie haben Anspruch auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag, unabhängig davon, ob es sich um eine unbefristete oder befristete Beschäftigung handelt. Stellen Sie sicher, dass Sie alles, was im Vertrag festgeschrieben ist, verstehen. Finden Sie heraus, in welcher Form und wie oft die Bezahlung erfolgt, und prüfen Sie die Kündigungsbedingungen sowie andere für Ihre Arbeit relevanten Punkte. Klären Sie außerdem, ob Sie oder Ihr Arbeitgeber die Kosten für Fahrten und Unterkunft tragen.

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Häufig gestellte Fragen

Vereinigtes Königreich

Ich möchte mich in Schottland bewerben. Die Unternehmen, für die ich mich interessiere, haben jedoch keine Stellenausschreibungen auf ihrer Internetseite oder in Zeitungen geschaltet. Kann ich es auch initiativ versuchen?
  • Im Vereinigten Königreich werden viele Stellen gar nicht erst ausgeschrieben. Deshalb sind Initiativbewerbungen dort durchaus erfolgversprechend. In der schottischen Hauptstadt Edinburgh – einem der wichtigsten Finanzplätze Europas – ist der Arbeitsmarkt besonders attraktiv, denn die Arbeitslosenquote liegt dort nur bei knapp 2% und viele Vakanzen können nicht besetzt werden.

Stimmt es, dass man in England auch seinen Chef mit Vornamen anspricht?
  • Die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz sind in einigen Ländern Europas oft sehr eng. Im Vereinigten Königreich trennen die Menschen Berufs- und Privatleben nicht so streng wie in Deutschland. Die Hierarchien sind flacher und es ist absolut üblich, auch Vorgesetzte mit dem Vornamen anzusprechen.

Belgien

Kann ich meine Chance auf einen Job verbessern, wenn ich in belgischen Zeitungen eine Anzeige aufgebe?
  • Stellengesuche aufzugeben, ist in Belgien nicht üblich und dürfte somit auch kaum erfolgversprechend sein. Statt dessen empfiehlt es sich, den Stellenmarkt in Zeitungen und im Internet genau zu beobachten.

Hilft das Arbeitsamt in Belgien auch ausländischen Bewerbern bei der Jobsuche?
  • Das nationale belgische Arbeitsamt ist nur für Arbeitslosenleistungen zuständig. Die Stellenvermittlung übernehmen das flämische Amt für Arbeitsvermittlung und Berufsbildung VDAB (Vlaamse Dienst voor Arbeidsbemiddeling en Beroepsopleiding), die wallonische Behörde FOREM (Formation – Emploi, Ausbildung – Beschäftigung), das regionale Arbeitsamt Brüssel ORBEM/BGDA (Office Régional Bruxellois de l'Emploi/Brusselse Gewestelijke Dienst voor Arbeidsbemiddeling) und das Arbeitsamt der deutschsprachigen Gemeinschaft (ADG). Die Dienstleistungen dieser Ämter können alle EU-Bürger wahrnehmen.

Frankreich

Stimmt es, dass ich als Frau in Frankreich besonders gute Chancen auf eine Führungsposition habe?
  • In Frankreich sind 20 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. Teilzeitarbeitsplätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind selbstverständlich. Frauen haben also beste Chancen, wenn es um die Karriere geht. Erste internationale berufliche Erfahrungen und gute Kenntnisse der Landessprache sind in Frankreich besonders wichtig und werden von Führungskräften erwartet. Weitere Auskünfte gibt die Association pour l’Emploi des Cadres(APEC - www.cadremploi.fr), eine nicht staatliche Organisation, die Führungskräfte vermittelt.

Sollte ich in meiner Bewerbung auf eine Stelle in Frankreich meine Referenzen aus vorherigen Tätigkeiten erwähnen?
  • Auf Referenzen legen die meisten französischen Firmen keinen großen Wert.

Griechenland

Kann ich von zuhause aus nach Stellen suchen oder sollte ich das vor Ort machen?
  • Die Mehrzahl aller offenen Stellen in Griechenland wird durch persönliche Kontakte besetzt. Eine Reise ist die beste Gelegenheit, vor einer Bewerbung Kontakte zu knüpfen und sich einige Firmen nach Möglichkeit direkt anzuschauen. Hilfen bei der Stellenvermittlung vor Ort bietet die staatliche Arbeitsvermittlungsbehörde OAED (www.oaed.gr). Außerdem gibt es private Personalberatungen, die von Firmen mit der Suche nach geeigneten Mitarbeitern beauftragt werden. Diese Personalberater inserieren in Zeitungen und suchen zumeist Fach- und Führungskräfte. Einige griechische Universitäten und Colleges haben bereits Stellenvermittlungsdienste aufgebaut; beispielsweise das American College of Greece in Athen.

Ich habe gehört, dass im Ausland ein Bewerbungsfoto nicht üblich ist, weil alle Bewerber mit vergleichbarer Qualifikation die gleichen Chancen haben sollen. Ist das in Griechenland auch so?
  • Grundsätzlich geht die Tendenz tatsächlich in diese Richtung. Daher sollten Sie im Zweifelsfall telefonisch oder via E-Mail nachfragen, welche Vorgaben der Arbeitgeber macht. In Griechenland kann es vorkommen, dass ein aussagekräftiges Foto sogar ausdrücklich verlangt wird. Tipp: Sammeln Sie Ihre Nachfragen, denn zu häufige Kontaktaufnahme könnte irritierend sein und sich nachteilig auf Ihre Bewerbung auswirken.

Stimmt es, dass in Griechenland Arbeitsverhältnisse mitunter auch ohne schriftlichen Arbeitsvertrag zustande kommen? Mit welchen Rahmenbedingungen muß ich rechnen?
  • In Griechenland kommt es sogar bei der Vergabe von gehobenen Positionen vor, dass der Arbeitsvertrag nur mit einem Handschlag und nicht schriftlich besiegelt wird. Die Inhalte des Vertrags werden frei verhandelt. 40 Wochenstunden sind die übliche Arbeitszeit. Der gesetzliche Urlaubsanspruch beträgt 20 Tage, exklusive neun kirchlicher und gesetzlicher Feiertage. Die Löhne und Gehälter fallen in Griechenland teilweise um 60 bis 70 % geringer aus als in Deutschland; bei Führungspositionen und Spezialisten sind sie mit denen in Deutschland vergleichbar. Ein 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld in Höhe eines halben Gehalts und eine Oster-Gratifikation sind üblich.

Niederlande

Muss ich bei Bewerbungen in den Niederlanden immer den Weg der schriftlichen Bewerbung gehen?
  • Bewerbungen in den Niederlanden verlaufen tatsächlich weitaus weniger formell als in Deutschland. Telefonische Anfragen aufgrund von Stellenangeboten sind nicht nur sehr erwünscht, sondern stellen auch eine gute Möglichkeit dar, das Interesse für die eigene Person beim Arbeitgeber zu wecken. Bewerber aus dem Ausland können auf diese Weise vorab mit guten Sprachkenntnissen glänzen. Initiativbewerbungen sind ebenso üblich. Empfehlenswert ist, bestehende Kontakte zu nutzen oder im Vorfeld gezielt neue Kontakte zu knüpfen.

Italien

Das Gehalt in Italien erscheint mir sehr niedrig im Vergleich zu Deutschland. Stimmt das?
  • Die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen liegen in Italien durchschnittlich niedriger als in Deutschland. Auch sind die Steuern und die Mieten in den Städten sehr hoch und ermöglichen nicht denselben Lebensstandard wie in Deutschland. Beachten Sie auch, dass in Arbeitsverträgen die Nettogehälter angegeben werden.

Spanien

Muss ich mich bei der Frage nach meinem Lohn- bzw. Gehaltswunsch konkret festlegen?
  • Sie müssen auf die Frage nach Ihren Gehaltsvorstellungen nicht zwingend mit einer Monats- bzw. Jahressumme oder einer Spanne von Beträgen antworten. Manchmal empfiehlt es sich, den Arbeitgeber umgekehrt zu einem ersten Angebot zu bewegen. So vermeiden Sie einerseits den Arbeitgeber mit einer zu hohen Forderung zu verschrecken und sich andererseits unter Wert zu verkaufen. Außerdem weiß der Arbeitgeber genau, wie viel er bereit ist zu bezahlen. Die Hinweise, dass es Ihnen in erster Linie um den Arbeitsplatz selbst und erst in zweiter Linie um das Gehalt geht und dass Sie grundsätzlich gewillt sind, jedes vernünftige Angebot anzunehmen, sollte den Arbeitgeber dazu bringen, einen Betrag zu nennen. Berücksichtigen Sie in Ihren Gehaltsverhandlungen, dass die Durchschnittseinkommen in Spanien je nach Beruf und Region zum Teil deutlich niedriger sind als in Deutschland, wobei sich die Lebenshaltungskosten annähernd gleichen.

Führungspositionen sind europaweit sehr umkämpft. Wie sieht die Herangehensweise auf dem spanischen Arbeitsmarkt aus?
  • In Spanien müssen Sie je nach Bedeutung der zu besetzenden Stelle mit bis zu sechs Interviews rechnen und neben psychologischen Tests wird zwecks medizinischer Begutachtung gegebenenfalls ein ärztliches Attest verlangt.

 

Pfeil Sie hören dann von uns...(Informationen zu Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen im Ausland) (Tipps zum Bewerben im Ausland pdf, 1.62 MB)

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Blaue Bewerbungsmappe auf der eine Brille und ein Kugelschreiber liegen
 
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