Berufliche Bildung
Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de > Leonardo da Vinci.
ÜberblickIn Dänemark gibt es rund 100 verschiedene Berufsausbildungen (erhvervsuddannelser) in zwölf Fächergruppen. Die Ausbildung dauert je nach Fachrichtung zwei bis fünf Jahre.Die Berufsschulen (erhvervsskoler) sind vier Gruppen zugeordnet:
Die Auszubildenden lernen ein Drittel der Zeit in der Berufsschule, zwei Drittel der Zeit in einem oder mehreren verschiedenen Betrieben. Wenn kein betrieblicher Ausbildungsplatz vorhanden ist, kann man die Praxisphase stattdessen in bestimmten Fällen an der Berufsschule absolvieren. Es gibt auch einige rein schulische Berufsausbildungen. Manche Ausbildungen sind in Stufen aufgebaut. Ein Beispiel aus dem Gesundheitswesen: In 19 Monaten Theorie und Praxis kann man sich zum/zur Sozial- und Gesundheitshelfer/in ausbilden lassen (social- og sundhedshjælper). Darauf baut die 20-monatige Ausbildung zum Sozial- und Gesundheitsassistent auf (social- og sundhedsassistent). Andere Formen der beruflichen Bildung unterstützen Jugendliche, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind oder Schwierigkeiten haben, sich den „normalen“ Bildungsprogrammen anzupassen (maßgeschneiderte Angebote, individuelle forløb). Zwei Beispiele: Wer unter 25 ist und keinen Ausbildungsplatz (mehr) hat, kann an einer Fertigungsschule (produktionsskole) bis zu einem Jahr lang praktische Kurse machen, kombiniert mit Theorieunterricht und Praktika. Wer unter 30 ist und keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz findet, kann mit Hilfe lokaler Beratungseinrichtungen (Ungdommens Uddannelsesvejledning - UU), eine etwa anderthalb Jahre dauernde praxisorientierte Berufsgrundausbildung (erhvervsgrunduddannelse) absolvieren. Die Inhalte werden auf seine Bedürfnisse und die Verhältnisse am Wohnort zugeschnitten. Wer auf Hochschulniveau eine berufliche Bildung erwerben möchte, kann an einer Berufsakademie (erhvervsakademi) studieren. Diese Einrichtungen bieten Studiengänge an, die Theorie und Praxis miteinander verbinden und meist zwei Jahre dauern. Danach kann man an einer beruflichen Hochschule (professionshøjskole) einen berufsbezogenen Bachelor (professionsbachelor) machen. Diese Aufbaustudiengänge dauern in der Regel dreieinhalb Jahre, einschlägige Vorkenntnisse von der Berufsakademie können angerechnet werden. Aufbau der Berufsausbildung Die Berufsausbildung besteht aus einem Grundkurs und einem Hauptkurs. Der Grundkurs (grundforløb) ist eine theoretische Einführung an der Berufsschule und dauert meist 20 Wochen. Der Ausbildungsverlauf, der mit dieser theoretischen Einführung beginnt, heißt schulischer Zugang (skoleadgangsvej). Manche Schulen bieten auch längere Grundkurse mit Vertiefungsfächern an. Bei kaufmännischen Berufen dauert der Grundkurs zwei Jahre. Wer will, kann schon vor dem Grundkurs das erste Betriebspraktikum absolvieren (betrieblicher Zugangsweg, praktikadgangsvej). Dadurch ist es auch möglich, die Berufsausbildung jederzeit im Laufe des Jahres zu beginnen. Eine Alternative zum schulischen Grundkurs ist die „neue Meisterlehre“ (ny mesterlære). Hier erwirbt man die theoretischen Grundkenntnisse im Unternehmen und in kurzen Schulphasen während des ersten Jahres. Egal, auf welchem Weg man die Ausbildung begonnen hat: Im Hauptkurs (hovedforløb) wechselt man dann zwischen Praxisphasen und Berufsschulunterricht. Ausbildungsverträge Die Auszubildenden unterzeichnen spätestens zu Beginn des Hauptkurses einen Vertrag mit ihrem Arbeitgeber und erhalten dann bis zur Abschlussprüfung der Ausbildung eine Vergütung. Die komplette Ausbildung ist für den Lehrling kostenlos. Zugang und BeratungIn der Regel muss man die 9. Schulklasse abgeschlossen haben, um eine Berufsausbildung beginnen zu können. Die Schulabschlusszeugnisse spielen dabei keine Rolle. Spätestens zu Beginn des Hauptkurses braucht man einen Ausbildungsplatz für die Betriebspraktika. Teils vermitteln auch die Berufsschulen Betriebspraktika oder stellen ersatzweise einen Praktikumsplatz an der Schule zur Verfügung.Beratung Wer vor der Entscheidung steht, welchen Bildungsweg er einschlagen möchte, kann sich bei einer unabhängigen Beratungsstelle Hilfe holen:
Die Zentren sind verpflichtet, Kontakt mit den Jugendlichen unter 19 Jahren aufzunehmen, die sich außerhalb des Bildungssystems oder des Arbeitsmarktes befinden. Die Berufsberater besprechen mit jedem einzelnen Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten und Programme, die ihm helfen können, den Weg zurück zur Schule, zur beruflichen Bildung oder zur Beschäftigung zu finden. Die Beratungszentren arbeiten eng mit Schulen, örtlichen Betrieben, der Arbeitsverwaltung und anderen Institutionen zusammen. Rechtsgrundlage, Förderung und Finanzierung Die Berufsschulen und Akademien sind selbstverwaltete Institutionen, die vom Staat finanziert werden. Die Höhe der staatlichen Unterstützung hängt von der Zahl der eingeschriebenen Schüler ab. Die Ausbildungschancen sind im Rahmen des Bildungsgesetzes festgelegt. Auszubildende bekommen eine Vergütung, sobald ihr Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb beginnt (auch für die Phasen der Berufsschule, die der Vertrag umfasst). Weitere finanzielle Hilfen für Auszubildende regelt die Regierungsagentur für Bildungsdarlehen (Styrelsen for Statens Uddannelsesstøtte – SU). QualifikationenZeugnisse nach dem GrundkursBeim Abschluss des Grundkurses erhält der Auszubildende ein Zeugnis, das bescheinigt, dass er den Kurs vollendet hat. Es listet die Fächer und abgeschlossenen Niveaus auf. Das Zeugnis zeichnet auch die Hauptkurse auf, für deren Fortsetzung der Auszubildende qualifiziert ist. Zeugnisse im Hauptkurs Wenn die praktische Ausbildungszeit im Betrieb abgeschlossen ist, stellt der Ausbildungsbetrieb ein Abschluss-Praktikumszeugnis aus. Es enthält den Namen des Betriebes, die Ausbildungszeiten und die Bezeichnung des Ausbildungsganges, gegebenenfalls auch der fachlichen Spezialisierung. Der Hauptkurs der Berufsausbildung schließt mit einer beruflichen Prüfung ab, zum Beispiel der Gesellenprüfung (svendeprøve). Die Prüfung kann während der letzten Schulphase oder im Betrieb stattfinden. Die zuständige Kommission für den Beruf stellt ein Zeugnis über den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung aus. Über den schulischen Teil der Ausbildung stellt die Berufsschule ein Zertifikat aus. Mit dem Abschluss einer Berufsausbildung erhalten Sie auch Zugang zu weiterführenden Ausbildungen, die das Abitur voraussetzen. Weiterführende Links zur Beruflichen Bildung in DänemarkBerufliche Bildung:
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