Berufliche Bildung
Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de > Leonardo da Vinci.
ÜberblickDie berufliche Bildung in Island ist Teil der höheren Sekundarbildung und findet zumeist in der Schule statt. Daneben gibt es die Möglichkeit, betriebliche und schulische Ausbildung zu verbinden. Der Betrieb schließt dann mit der Schule oder dem Auszubildenden einen speziellen Ausbildungsvertrag ab. Die meisten Ausbildungsgänge dauern vier Jahre, in manchen Bereichen gibt es jedoch ein- oder zweijährige Ausbildungszeiten. Der Schwerpunkt liegt auf Inhalten, die den aktuellen Bedarf des Arbeitsmarktes widerspiegeln.Schulformen In Island kann man an verschiedenen Institutionen einen Beruf erlernen:
Das neunmonatige Schuljahr ist in Herbstsemester und Frühjahrssemester unterteilt. Jede Woche umfasst normalerweise 32 bis 40 Unterrichtsstunden, die jeweils 40 Minuten dauern. Berufsausbildung für zertifizierte Berufe Die Berufsausbildung für zertifizierte Berufe dauert drei bis vier Jahre. Folgende Ausbildungsformen sind möglich:
Der Unterricht an industriell-beruflichen Schulen und an Gesamtschulen folgt einem gemeinsamen Lehrplan. Alle drei oben aufgelisteten Möglichkeiten haben gemeinsam, dass die Schule für die Grundausbildung und den theoretischen Teil der Kurse verantwortlich ist, während die praktische Ausbildung am Arbeitsplatz mit dem Handwerksmeister stattfindet. Der Ausbildungsvertrag legt schriftlich fest, dass der Handwerksmeister für die praktische Ausbildung verantwortlich ist. Berufsausbildung für nicht-zertifizierte Berufe Nicht-zertifizierte Berufe gibt es zum Beispiel in der Landwirtschaft, der Fischerei, der Lebensmittelindustrie, im Tourismus, im Gesundheitsbereich oder im Handel. Die Ausbildung ist je nach Beruf unterschiedlich geregelt. Schüler mit besonderen Bedürfnissen Behinderte Schüler müssen gemäß ihren Möglichkeiten ausgebildet werden. Wenn es möglich ist, werden sie in die allgemeine Bildung integriert, besuchen reguläre Klassen und belegen die gleichen Fächer wie andere Schüler. Hierfür erhalten sie aber besondere Hilfe. Besonders gefördert werden auch Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache nicht Isländisch ist oder die längere Zeit im Ausland gelebt haben. Zugang und BeratungDie Verfassung garantiert das Recht auf Zugang zur höheren Sekundarbildung. Die einzige allgemeine Voraussetzung, um mit der beruflichen Bildung zu beginnen, ist der erfolgreiche Abschluss der Pflichtschule. Je nach Fach können allerdings bestimmte Noten in einschlägigen Schulfächern verlangt werden.In der 10. Klasse bekommen die Schüler einen Zugangscode, mit dem sie sich online bei einer höheren Sekundarschule anmelden können. Im Prinzip dürfen sie ihre Schule frei wählen, wobei der Schuldirektor über die Aufnahme entscheidet. In den vergangenen Jahren haben rund 90 Prozent der Schüler direkt nach Abschluss der Schulpflicht mit ihrer Ausbildung an einer höheren Sekundarschule begonnen. Allerdings ist die Rate der Schulabbrecher beträchtlich. Gerade die berufliche Bildung hatte lange Zeit einen niedrigen Stellenwert in Island, und viele Jugendliche zogen es vor, früh ins Arbeitsleben zu wechseln. Ein Trend, der immer noch spürbar ist. Fach- und Beratungslehrer in der Pflichtschule helfen den Jugendlichen, sich für ein weiterführendes Studienprogramm zu entscheiden. Fast alle höheren Sekundarschulen bieten eine systematische Beratung über verschiedene Studienwege, Wahlfächer und -kurse sowie künftige Berufsaussichten an. Auch die Webseiten der einzelnen Schulen enthalten oft detaillierte Informationen. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gibt zudem jedes Jahr einen aktualisierten Studienführer heraus, der Schüler bei ihrer Berufswahl unterstützt. Neben dem studienvorbereitenden und dem berufsvorbereitenden Bildungszweig gibt es an Sekundarschulen schließlich auch einen allgemeinen Zweig für alle Schüler, die eine weitere Vorbereitung und Orientierung brauchen. Rechtsgrundlage, Förderung und FinanzierungDas Gesetz über die Höhere Sekundarbildung von 1996 regelt auch die berufliche Bildung. Es definiert den grundsätzlichen Bildungsrahmen, die Ziele, die Rolle und Zuständigkeit des Staates und der Städte/Gemeinden sowie anderer Parteien, die am Bildungsangebot beteiligt sind. Zusätzliche detaillierte Regelungen zur Durchführung erlässt das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Außerdem erstellt das Ministerium die Richtlinien des Nationalen Lehrplans, der die Ziele und Inhalte der einzelnen Ausbildungsprogramme beschreibt.Die höhere Sekundarbildung ist nicht obligatorisch. Doch jeder, der die Schulpflicht abgeschlossen hat, hat das Recht, seinen Bildungsweg an einer höheren Sekundarschule fortzusetzen. Die staatliche Bildung im höheren Sekundarbereich ist kostenlos, aber die Teilnehmer zahlen eine Einschreibegebühr und müssen ihre Lehrbücher selbst beschaffen. Schüler in der beruflichen Bildung zahlen einen Teil der Kosten für die Materialien, die sie benutzen. Der Isländische Darlehensfonds für Schüler und Studierende vergibt Darlehen an Jugendliche, die einen zertifizierten Beruf erlernen oder einen anderen Beruf anstreben, der von einem Fachverband geregelt wird. Voraussetzung ist, dass sie während der Ausbildung nicht mehr als den Mindestlohn verdienen. Wer für die Ausbildung sein Elternhaus verlässt, kann außerdem Beihilfen beantragen, die er nicht zurückzahlen muss. Auszubildende in einem Unternehmen erhalten für ihre Arbeitszeiten im Betrieb eine Vergütung. QualifikationenAn beruflichen Schulen gibt es generell Prüfungen am Ende jedes Halbjahrs, ergänzt durch laufende Zwischenprüfungen. Das Gesetz über die Höhere Sekundarbildung garantiert den Schülern außerdem, dass sie über zusätzlichen Unterricht die allgemeine Hochschulreife erwerben können.Zertifizierung in der Beruflichen Bildung Viele Formen der beruflichen Bildung erteilen den Schülerinnen und Schülern eine amtliche Zertifizierung für bestimmte Arbeiten und Branchen. Das gilt für Ausbildungen in den zertifizierten Berufen, aber auch für Kurse, die Hilfspersonal in der Krankenpflege oder auch Seekapitäne ausbilden. In den zertifizierten Berufen endet die Ausbildung mit einer Gesellen-/Facharbeiterprüfung, die Voraussetzung ist, um in dem Beruf zu arbeiten. Das Recht auf Ausübung eines bestimmten Berufes wird von dem jeweils zuständigen Ministerium vergeben. Wer die Gesellen-/Facharbeiterprüfung bestanden hat, kann nach einer gewissen Arbeitserfahrung und zusätzlichen Studien Handwerksmeister werden. Berufliche Studienzweige Nicht-zertifizierte Berufe gibt es zum Beispiel in der Landwirtschaft, der Fischerei, der Lebensmittelindustrie, im Tourismus, im Gesundheitsbereich oder im Handel. In einigen dieser Bereiche ist die berufliche Bildung nur teilweise organisiert. Dann obliegt es den Arbeitgebern, ihre Beschäftigten auszubilden. Weiterführende Links zur Beruflichen Bildung in IslandBerufliche Bildung:
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