Irland: Land und Leute

 

Land & Leute

Wenn beim Fußball ein Fanblock ganz in Grün daherkommt, dann weiß jeder: Die Iren sind da. Wer Irland aus dem Flugzeugfenster erblickt, versteht Irlands Beinamen „Grüne Insel“ sofort. Irische Wiesen und Weiden leuchten in einem magischen, satten Grün, tiefgrün ist natürlich auch das Nationalsymbol „Shamrock“. Mit diesem dreiblättrigen Kleeblatt soll der Missionar und Nationalheilige Patrick bei seinen Predigten die christliche Dreifaltigkeit erklärt haben.

Die Republik Irland nimmt über 80 Prozent der Insel Irland ein. Sie grenzt im Westen und Süden an den Atlantik, im Osten an die Irische See und im Norden an die zu Großbritannien gehörende Provinz Nordirland. Éire – wie die 4,2 Millionen Iren ihr Land nennen – ist etwa so groß wie Bayern.

„Gälisch ist die ursprüngliche irische Sprache, die aber nur noch wenige Iren fließend sprechen. Die Alltagssprache ist Englisch. Gälisch ist ab der Grundschule bis zum Ende der Schulzeit Pflichtfach. Viele Schüler mögen dieses Fach nicht, sie empfinden Gälisch als tote Sprache, obwohl es in Irland Gegenden gibt, wo Gälisch noch im Alltag gesprochen wird.“

Uschi O’Connor lebt mit ihrem irischen Mann Raymond und der Familie auf einem Pferdehof im County Sligo.


Der Golfstrom und milde südwestliche Winde sorgen für subtropische Vegetation im Südwesten der Insel. Dass es im ganzen Land viel regnet, ist keine üble Nachrede. 250 Regentage im Jahr sind normal, grundsätzlich ist das Wetter unbeständig. Gerade wenn morgens die Sonne strahlt, sollte man das Haus nicht ohne Regenschutz verlassen.

Irland ist ein junges Land. Jeder fünfte Einwohner ist noch keine 15 Jahre alt, jeder zweite ist unter 30. Lange Zeit war das anders. Die große Hungersnot im 19. Jahrhundert zwang Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter zur Auswanderung. Das brachte die Bevölkerungsstruktur auf Jahrzehnte hinaus völlig aus dem Lot. Zwischen 2004 – in diesem Jahr traten Polen und die baltischen Staaten der EU bei – und 2008 stieg der Ausländeranteil gewaltig an. Irland hat die höchste Geburtenrate in der EU. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch. Die Hauptstadt Dublin verdankt den Namen ihrer Lage. „Dubh Linn“ bedeutet Schwarzer Tümpel. Auf ihm ankerten die Schiffe der Wikinger, die Dublin im Jahre 842 gründeten. Heute wächst dort der Rasen des Gartens von Dublin Castle. Er dient gelegentlich als Hubschrauberlandeplatz.

Gaedhilge, das irische Gälisch, ist die erste Amtssprache, wird aber im Alltag nur noch im äußersten Westen gesprochen. Um zu verhindern, dass die nicht leicht zu lernende Sprache gänzlich ausstirbt, hat sie der Staat zum Pflichtfach in den Schulen erklärt. Wer Lehrer werden will oder ein öffentliches Amt anstrebt, muss Gälisch beherrschen. Die zweite Amtssprache Englisch wird praktisch überall gesprochen. Aus dem Vereinigten Königreich übernommen wurde auch der Linksverkehr. Geschwindigkeiten und Entfernungen misst man dagegen seit Anfang 2005 metrisch, also in Kilometer und in Stundenkilometer. Auf vielen Verkehrsschildern sind allerdings noch Meilen angegeben.

In Irland haben sich bemerkenswert viele Künstler niedergelassen. Ohne Zweifel hat das auch mit der Schönheit der Insel zu tun. An Regentagen stärker ins Gewicht fallen mag ein fiskalisches Argument: Bis 2006 waren Künstler von der Einkommensteuer entbunden. Heute müssen auch sie ihren staatlichen Obolus entrichten, allerdings erst ab einem Jahreseinkommen von 250.000 €. Kreative Kollegen aus anderen Ländern werden da leicht grün vor Neid.

Weitere Informationen über Irland finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de, http://ec.europa.eu und www.irish-net.de.

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Blick in die Wirtschaft

Als Irland 1973 der Europäischen Gemeinschaft beitrat, war es der ärmste Staat Europas. Heute gehört es zu den reichsten, und seine wirtschaftliche Aufholjagd haben sich in den vergangenen Jahren viele der neuen EU-Mitglieder zum Vorbild genommen. Nun jedoch sind die fetten Jahre erst einmal vorüber: Irland ist eines der Länder, die besonders schlimm von der Weltwirtschaftskrise betroffen sind.

Experten rechnen damit, dass die irische Wirtschaft 2009 voraussichtlich um mindestens 5 Prozent schrumpfen wird. Ein Grund ist der Zusammenbruch der irischen Bauwirtschaft, die fast 10 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beitrug. Darüber hinaus hat die gesunkene Nachfrage aus dem Ausland dazu geführt, dass die Exporte deutlich zurückgegangen sind, vor allem in der Computerindustrie und im Maschinenbau.

"Irland ist von der weltweiten Wirtschaftskrise relativ stark betroffen. Viele Unternehmen warten derzeit die weitere Entwicklung ab und halten sich bei der Einstellung neuer Mitarbeiter zurück. Die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen; zu den Firmen mit den größten Jobverlusten zählt etwa Dell in Limerick. In der Baubranche hat der irische Abschwung begonnen, daher gab es dort besonders viele Freistellungen.“

Holger Erdmann ist stellvertretender Geschäftsführer der Deutsch-Irischen Industrie- und Handelskammer in Dublin (AHK Irland).


Die Regierung versucht, mit ihrem National Development Plan (NDP) gegenzusteuern: Er sieht bis 2013 öffentliche Investitionen in Höhe von rund 184 Milliarden Euro vor. Sie sollen vor allem in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, des Energiesektors, der Gesundheitsversorgung und des Bildungs- und Forschungsbereichs fließen und zudem die Altenpflege und Behindertenbetreuung verbessern. Irland kann sich diese Investitionen eher leisten als andere EU-Länder, denn seine Staatsverschuldung ist derzeit noch relativ niedrig (rund 40 Prozent des BIP). Als weitere Maßnahme hat die Regierung einige Steuern moderat erhöht. Außer reichen Torfvorkommen weist Irland an Bodenschätzen Kohle, Blei, Zink, Kupfer, Silber, Quecksilber und Gold auf. Weit mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts wird nach wie vor durch den Export erzielt, vor allem in englischsprachige Länder wie Großbritannien und die USA. Zu den Ausfuhrartikeln gehören Mastvieh, Fleisch, Molkereiprodukte und andere Nahrungsmittel, Textilien, Maschinen sowie chemisch-pharmazeutische und elektronische Erzeugnisse.

Die wichtigsten Wirtschaftssektoren waren 2007 das Kredit-, Versicherungs- und Immobiliengewerbe mit rund 26 Prozent Anteil am BIP, der Sektor verarbeitendes Gewerbe, Bergbau, Energie- und Wasserversorgung mit 25 Prozent, öffentliche Verwaltung, Erziehung, Gesundheit mit 20 Prozent, Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Kommunikation mit 17 Prozent, das Baugewerbe mit knapp 10 Prozent sowie Land-, Forstwirtschaft und Fischerei mit knapp 2 Prozent.

 

Interessante Links:

Pfeil www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.

Pfeil www.irish-net.de
Das deutschsprachige Online-Infoportal bietet neben Reisetipps und Hinweisen zu Land und Leben auch Informationen über Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in Irland, mit vielen weiterführenden Links zu allen relevanten Stellen und Landesorganisationen.

Pfeil www.ec.europa.eu
Übersicht über die verschiedenen Regional- und Minderheitensprachen, die in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesprochen werden. Die Website bietet Informationen über die Geschichte der Region sowie der Entwicklung und Verbreitung von Regional- und Minderheitensprachen.

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Nahaufnahme eines Esels, im Hintergrund eine typisch irische Landschaft.
 
Irland: Foto der Klosterruine Kilmacduagh Monastery im Ort Kilmacduagh, 5 km westlich der Ortschaft Gort im County Galway in Irland.
 
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de