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Hochschullandschaft
In Griechenland sind die Hochschulen seit 1982 autonom. Die Hochschulausbildung obliegt ausschließlich staatlichen Institutionen. Private Lehreinrichtungen auf Hochschulniveau sind bislang nicht zulässig. Es wird jedoch diskutiert, ob sich die akademische Bildungslandschaft künftig für nicht staatliche Non-Profit-Universitäten öffnet. Bereits jetzt haben einige private Universitäten aus dem Ausland (USA, Großbritannien und Nordirland, Frankreich) Zweigniederlassungen in Griechenland.
Sie sind bei den Studierenden sehr beliebt – trotz der hohen Studiengebühren und obwohl der griechische Staat die Abschlüsse nicht anerkennt. Das griechische Hochschulsystem besteht aus einem universitären Bereich und einem nicht universitären Bereich.
Universitärer Bereich (AEI Anotata Ekpedevtika Idrimata)
Zum universitären Bereich zählen neben den Universitäten (Panepistimio) die Polytechnischen Hochschulen (Polytechneio), die Kunstakademien und die Hellenic Open University. Alle Hochschulen sind dem Ministerium für Erziehung und Religion unterstellt (www.ypepth.gr). Die Militärakademien (Stratiotikes Scholes Axiomatikon) bilden eine Ausnahme – für sie ist das Verteidigungsministerium zuständig.
Es gibt insgesamt 226 Universitäten, darunter die Nationale Universität Kapodistrias in Athen (www.uoa.gr). Sie ist die älteste (1837 gegründet) und mit rund 84.000 Studierenden die größte Universität Griechenlands. Eine Linkliste griechischer Universitäten finden Sie unter www.keytogreece.com und unter www.ypepth.gr (> Useful Links).„Wer die akademische Gleichwertigkeit seines ausländischen Hochschulabschlusses anerkennen lassen möchte, wendet sich an die Stelle DOATAP (www.doatap.gr). Sie erhebt für die Anerkennung eine Gebühr von derzeit 150 € pro Bachelor- und 120 € pro Master- beziehungsweise Promotionstitel. Um bestimmte berufliche Rechte nutzen zu können – etwa als Ingenieur –, braucht man zudem die berufsqualifizierende Anerkennung der Organisation für Berufsausbildung und Berufsberatung (www.oeek.gr).“
Ellen Katja Jaeckel leitet das Informationszentrum des DAAD in Athen.
Nicht universitärer Bereich
Die Studiengänge der TEI (Technologica Ekpaideftika Idrimata) orientieren sich stärker an der Praxis als die der Universitäten. Neben technischen Fächern bieten einige der TEI auch Studiengänge in Pädagogik und Management an. Mehr Informationen: http://dir.forthnet.gr.
Fernuniversität
Die Hellenic Open University (EAP – Elliniko Anoikto Panepistimio) nahm 1998 ihren Lehrbetrieb auf. Sie ist die einzige Universität für Fernstudien in Griechenland. Das EAP-Studienprogramm führt zu den gleichen akademischen Abschlüssen, die die Präsenzuniversitäten vergeben. Die EAP erhebt Studiengebühren – deren Höhe erfahren Sie aktuell von der Hochschule: www2.eap.gr.
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Informationen zum Studium
Auch Griechenland hat im Juni 1999 die Erklärung von Bologna zur Vereinheitlichung des europäischen Hochschulsystems unterschrieben. Bis zum Jahr 2010 müssen die Länder ein zweistufiges System von Studienabschlüssen (Bachelor und Master) und ein Leistungspunktesystem einführen, das sich an das European Credit Point Transfer System anlehnt. Bisher haben die Universitäten die Reform nicht voll umgesetzt. Den Bachelor an sich gibt es in Griechenland bisher nicht.
Das Ministerium für Erziehung und Religion setzt den Abschluss „Ptychio“ dem Bachelor und 240 ECTS-Punkten gleich. Die Absolventen von darauf aufbauenden Studiengängen erhalten eine Bestätigung ihres Postgraduiertenstudiums. Aktuelle Informationen finden Sie unter www.daad.de.
Wie in Deutschland ist auch an den griechischen Hochschulen das Studienjahr in zwei Semester eingeteilt. Jedes Semester umfasst 13 Vorlesungswochen und 3 Prüfungswochen. Den Beginn der Semester erfahren Sie an der jeweiligen Hochschule. An den TEI beginnt das Studienjahr am 1. September und endet am 5. Juli.
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Studiengebühren
Das Studium ist gebührenfrei für Griechen, Stipendiaten und für Studierende aus Ländern, in denen Griechen keine Studiengebühren zahlen müssen. Von anderen Ausländern werden Gebühren erhoben – deren Höhe erfahren Sie an der jeweiligen Universität. In einigen speziellen Postgraduiertenstudiengängen müssen alle Studierenden geringe Beträge bezahlen.
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Zulassung und Bewerbung
Voraussetzung für ein Studium (AEI und TEI) ist der Sekundarschulabschluss II (Apolytirío Lykeiou) oder ein Äquivalent – zum Beispiel das deutsche Abitur. Bewerber mit der fachgebundenen Hochschulreife haben im Allgemeinen Zugang zu den gleichen Fachstudiengängen wie in Deutschland. Die Fachhochschulreife ermöglicht lediglich den Zugang zum Studium an den TEI.
Die Zahl der Studienplätze ist an allen Hochschulen (AEI und TEI) beschränkt (Numerus clausus). Wegen der starken Nachfrage wird bisher nur ein Teil der Abiturienten an den Universitäten angenommen. Die Gesamtzahl der Zulassungen und die Quote für ausländische Studienbewerber und -bewerberinnen wird jährlich vom Ministerium für Erziehung und Religion neu festgelegt.
Unterrichtssprache ist Griechisch. Ausländische Studienbewerber und -bewerberinnen müssen neben dem Reifezeugnis ausreichende Griechischkenntnisse nachweisen, um zugelassen zu werden. Der Nachweis wird von den Universitäten Athen und Thessaloniki ausgestellt, die dazu spezielle Sprachprüfungen für ausländische Studienbewerber und -bewerberinnen organisieren. Mehr Informationen unter www.daad.de.
Die Bewerbungsunterlagen für ein Hochschulstudium sind zwischen dem 1. und 10. August beim Ministerium für Erziehung und Religion einzureichen. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.ypepth.gr (News Centre) und www.auth.gr. Von der Erziehungsabteilung der griechischen Botschaft in Berlin (www.griechische-botschaft.de) können Sie sich beraten lassen.
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Finanzierung
Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.
Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).
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Teil- oder Vollstudium?
Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.
In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.
Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.
Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).
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Nach dem Studium
Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt
Wer sich als Akademikerin oder Akademiker Griechenland für den Berufseinstieg ausgesucht hat, steht vor einem schwierigen Unterfangen: Zwar lag die allgemeine Arbeitslosenquote im Dezember 2007 mit rund acht Prozent etwa so hoch wie in Deutschland. Doch Berufseinsteiger – auch Akademikerinnen und Akademiker – sind oft lange Zeit arbeitslos oder müssen sich mit einfachen Jobs durchschlagen, bis sie eine geeignete Stelle bekommen. Unter jungen Menschen ist die Arbeitslosigkeit extrem hoch: Von den unter 25-Jährigen hat jeder Fünfte keine Arbeit.
Aussichten für Hochschulabsolventen
Die hellenische Wirtschaft benötigt derzeit vor allem Arbeitskräfte, deren Qualifikationsniveau in Deutschland einer Ausbildung entspricht – etwa Klempner und Elektriker. Unter den Hochschulabsolventinnen und -absolventen sind lediglich Wirtschaftswissenschaftler stark nachgefragt, die in der Buchhaltung oder als Wirtschafsprüfer arbeiten möchten, sowie Maschinenbau- und Elektroingenieure und Lehrer. In allen anderen Fachbereichen gibt es einen Bewerberüberhang, also mehr Absolventinnen und Absolventen als freie Stellen. Die Akademikerarbeitslosigkeit ist in Griechenland daher höher als in anderen Ländern. Bei Absolvenen mit einem vierjährigen Studium beträgt die Arbeitslosenquote 5,8 Prozent, bei denjenigen mit dreijährigen Studium 10,1 Prozent.
Vitamin B und Griechischkenntnisse sind wichtig
Die meisten Stellenangebote werden nicht veröffentlicht, sondern informell vergeben. Nur knapp 9 Prozent aller Unternehmen inserieren freie Stellen in Zeitungen. Ohne „Vitamin B“ kommt man in der Regel nicht weit. Versuchen Sie daher möglichst frühzeitig, Kontakte zu Menschen aufzubauen, die Ihnen später eventuell eine Stelle vermitteln können. Dazu bietet sich etwa ein Studienaufenthalt an einer griechischen Universität an. Auch die Auswandererplattform www.gotohellas.gr eignet sich zum Netzwerken. Dort finden Sie außerdem Erfahrungsberichte von Deutschen, die in Griechenland ein Auslandssemester verbracht oder den Berufseinstieg versucht haben. Auf jeden Fall sollten Sie Griechisch beherrschen, denn viele Griechinnen und Griechen sprechen kein oder nur wenig Englisch.
Sinnvoll ist, sich bei der Jobsuche auf Athen und Thessaloniki zu konzentrieren, denn dort gibt es mehr Organisationen und Firmen, die Stellen für Hochqualifizierte anbieten, als anderswo. Auch direkt bei deutschen Unternehmen anzufragen, die eine Niederlassung in Griechenland betreiben, kann zum Ziel führen.
Allerdings sollten Sie bedenken, dass Sie bei Ihrer Karriereplanung in Griechenland stark auf sich gestellt sind. Nur sehr wenige Firmen bieten innerbetriebliche Weiterbildungsprogramme an.
Forschung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.
Nützliche Links:
www.daad.de
Online-Service des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes mit umfassenden Informationen zum Bildungs- und Hochschulwesen, Praktika sowie Forschen und Lernen in Griechenland, die viele Zusatzhinweise sowie weiterführende Links zu allen relevanten Stellen und Institutionen beinhalten.
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