Tschechische Republik: Land und Leute
Land & Leute
Die Tschechische Republik, mit rund 78.000 Quadratkilometern etwa so groß wie die Beneluxstaaten, grenzt im Norden an Polen, im Osten an die Slowakei, im Süden an Österreich und im Westen an Deutschland. Die Landschaften des Riesengebirges und des Böhmerwaldes sind weitgehend unberührt. Schlösser, Burgen und die historischen Ortskerne der berühmten Kur- und Badeorte zeugen noch heute von der Pracht vergangener Tage. Ein touristisches Schmankerl ist die Hauptstadt Prag. Tagsüber im Sonnenlicht und bei Nacht tausendfach angestrahlt, glänzt sie mit ihren hundert Türmen, der mit Barockfiguren geschmückten Karlsbrücke und dem Hradschin, der früheren Hofburg mit dem zentral gelegenen Veitsdom. Jeder zehnte Tscheche wohnt in der Hauptstadt. Hier ist auch die Ausländerdichte am höchsten.
Etwa 40 Prozent der tschechischen Bevölkerung sind katholisch, ebenso viele sind konfessionslos. Protestanten, Hussiten, Juden und Orthodoxe sind in der Minderheit. Die Amtssprache ist Tschechisch. Insbesondere in den großen Städten vielfach gesprochen und verstanden wird aber auch Slowakisch, Polnisch, Deutsch, Russisch und Englisch. Nur auf dem Land sollte man die Sprache des Soldaten Schweijk zumindest ein wenig beherrschen, um die typisch tschechische Gastfreundschaft verstehen und genießen zu können.
Keinerlei Verständigungsprobleme gibt es in den Gaststätten auf dem Land und in den Bars der Städte. Denn weltweit bekannt und für seine Frische gelobt ist das tschechische Bier. Kenner zählen es zu den besten Bieren der Welt. Rund um den Globus werden die Traditionsmarken Pilsener Urquell und Budweiser ausgeschenkt. Ob der Gerstensaft aus Tschechien die Geisteskräfte hebt, ist nicht überliefert. Aber dass ein gemeinsam unter Freunden genossener Halb-Liter-Humpen – die landestypische Darreichungsform – die Lebensfreude steigert, mag wohl niemand bezweifeln.
Weitere Informationen über die Tschechische Republik finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de, http://ec.europa.eu und www.czech.cz.
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Blick in die Wirtschaft
Nachdem Tschechiens Wirtschaft in 2007 noch um 6 Prozent gewachsen war, nahm das BIP im Jahr 2008 nur noch um real 3,1 Prozent zu. Für 2009 rechnen Experten mit einer Rezession. Hauptgrund für den Rückgang des BIP sind die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise. Tschechien ist davon besonders stark betroffen, da knapp vier Fünftel des BIP über Exporte erwirtschaftet werden; in manchen Branchen sind die Aufträge um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Besonders hart trifft es den Maschinenbau und den Automotivesektor – das sind mit Abstand die beiden wichtigsten Branchen im Land. Um gegenzusteuern, hat die Regierung aktuell ein Konjunkturprogramm verabschiedet. Die deutsche Verschrottungsprämie hilft nicht nur deutschen Automobilherstellern, sondern auch tschechischen: Neuwagen von Skoda etwa werden in Deutschland gerne gekauft. Tschechien plant, eine ähnliche Verschrottungsprämie in Kürze selbst einzuführen.
Knapp ein Drittel des BIP (29,3 Prozent) wurde in 2007 in der Industrie erwirtschaftet, gut 15 Prozent in den Bereichen Finanzen und sonstige Geschäftsleistungen, knapp 12 Prozent im Handel und im Bereich Reparaturen, 9 Prozent im Bereich Lagerung und Kommunikation, knapp 6 Prozent im Bauwesen und nur gut 2 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft.
Tschechien zählt weltweit zu den attraktivsten Standorten für ausländische Direktinvestitionen. Die größten Geldzuflüsse kommen aus Deutschland, aus den Niederlanden und Österreich. Wichtigster Handelspartner ist Deutschland: Von dort stammen gut 28 Prozent der Importe Tschechiens; umgekehrt liefert Tschechien knapp 31 Prozent seiner Exporte nach Deutschland.
Die aktuelle wirtschaftliche Situation der deutschen Unternehmen in Tschechien spiegelt eine aktuelle Umfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer: Dort beurteilen 21 Prozent dieser Unternehmen die gegenwärtige Geschäftslage ihres Unternehmens als gut, 56 Prozent als befriedigend. 40 Prozent gehen davon aus, dass sie in 2009 Mitarbeiter entlassen müssen.
Die Tschechische Krone (Koruna česká) ist seit dem 8. Februar 1993 die offizielle Landeswährung. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union hat sich das Land verpflichtet, den Euro zu übernehmen – der Zeitpunkt ist jedoch offen. In der aktuellen Krise nimmt der Druck vonseiten der Wirtschaft zu, die Gemeinschaftswährung einzuführen – die Hoffnung ist groß, dass sie zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage beitragen könnte. Daher hat sich die Regierung entschlossen, Anfang November 2009 einen Einführungstermin festzulegen.
Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung finden Sie auf der Website der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer unter www.dtihk.cz und bei der staatlichen Wirtschaftsförderungsagentur CzechInvest (www.czechinvest.org).
Interessante Links:
www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.
www.czech.cz
Das offizielle Landesportal Tschechiens stellt das Land unter vielen verschiedenen Aspekten vor: von Politik und Geographie über Wirtschaft, Handel und Wissenschaft bis hin zum Thema Arbeiten und Studieren in Tschechien. Auf weitere Auskunftsstellen, wie Ministerien und wichtige tschechische Institutionen, wird verwiesen.
www.ec.europa.eu
Übersicht über die verschiedenen Regional- und Minderheitensprachen, die in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesprochen werden. Die Webseite bietet Informationen zur Geschichte der Region sowie der Entwicklung und Verbreitung von Regional- und Minderheitensprachen.
www.czechcentres.cz
Tschechisch- und englischsprachiger Kultur-Service des Landes mit zahlreichen allgemeinen und weiterführenden Informationen und Links zu den Themen Tschechische Sprache und Kultur.
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