Bildungssystem

Nach der Revolution im Dezember 1989 wurde das rumänische Bildungssystem mehrfach reformiert. Die Veränderungen betrafen hauptsächlich den nationalen Lehrplan, die Organisation der Schulen, die Lehrerausbildungsprogramme und die Dauer der Schulpflicht. Die Reformen verfolgten das Ziel einer weiteren Dezentralisierung.

Als landesweite Institution ist das Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend (Ministerul Educaţiei, Cercetării şi Tineretului bis MECT) für das Bildungssystem zuständig, auf Kreisebene die Schulaufsichtsbehörden. Es gibt eine landesweite Einrichtung zur Evaluierung der voruniversitären Bildung (Centrul National pentru Curriculum şi Evaluare în Învăţământul Preuniversitar bis CNCEIP) und in jedem Bezirk Fortbildungseinrichtungen für Lehrer (Casa Corpului Didactic). Ein Schulamt gibt es nur in Bukarest.

Die vorschulische Erziehung (Învăţământ preşcolar) umfasst Gruppen für Drei- bis Vierjährige, Vier- bis Fünfjährige und in der Vorschulgruppe für Fünf- bis Siebenjährige. Plätze an Schulen für einen Vorschulunterricht sind nur begrenzt vorhanden.

Der Beginn der allgemeinen Schulpflicht (Învăţământ general obligatoriu) wurde im Jahr 2003 auf sechs bis sieben Jahre festgelegt. Sie dauert bis zum 10. Schuljahr, an das die Sekundarstufe II angeschlossen werden kann:

  • Grundbildung (Klassen 1 bis 4) (învăţământ primar)
  • untere Sekundarbildung (Klassen 5 bis 8) (învăţământ secundar inferior)
  • obere Sekundarbildung (Învăţământ secundar superior) an der Berufsschule (Klassen 9 bis 10) (Şcoala de arte şi meserii bis SAM) oder
  • obere Sekundarbildung (Învăţământ secundar superior) an der Oberschule
    • Gymnasium der Sekundarstufe I (Klassen 9 bis 10) (Liceul bis ciclul inferior)
    • Gymnasium der Sekundarstufe II (Klassen 11 bis 12) (Liceul bis ciclul superior)

Postsekundare Bildung (Învăţământ post-secundar non-terţiar):
  • Berufsfachschule (Voraussetzung: zuvor Besuch eines Gymnasiums bis Klasse 12; Eintrittsalter: 19 Jahre) (Scoala postliceală)
  • Meisterschule (Scoala de maiştri)

Hochschulbildung (Învăţământ superior) (Vorraussetzung ist hier ein abgeschlossenes Abitur):
  • Bachelor (Mindestdauer: drei Jahre)
  • Masterat (Mindestdauer: zwei Jahre)
  • Doktorat (Mindestdauer: drei Jahre)
  • Postdoktorat (Mindestdauer: zwei Jahre)

Alternative universitätsähnliche Einrichtungen für Spezialstudien:
  • Akademie (Academia) (Film- oder Wirtschaftsakademie)
  • Universitäres Kollegium (Colegiul universitar) (für Bereiche Pädagogik, Wirtschaft, Verwaltung)
  • Konservatorium (Conservatorul) (Musikkonservatorium)

Für manche der oben aufgelisteten Stufen stehen auch andere Bildungsformen zur Verfügung:
  • Fernstudium - Die entsprechenden Einrichtungen werden vom Bildungsministerium zugelassen. Die Kosten für das Studium tragen die Einrichtungen oder die Fernstudenten.
  • Private Bildung - Private Bildungseinrichtungen gibt es vor allem ab dem Bereich der oberen Sekundarausbildung. Sie sind gebührenpflichtig und unterliegen sämtlichen Bestimmungen des Unterrichtsgesetzes.
  • Bildung für Minderheiten - Die Minderheiten im Land haben die Möglichkeit, sich auf allen Bildungsniveaus in ihrer Muttersprache ausbilden zu lassen. Die rumänische Sprache bleibt dabei ein Pflichtfach.
  • Sonderschulbildung -Schulen, die auf die Ausbildung behinderter Kinder ausgerichtet sind.

 

Weiterführende Links:

Pfeil http://edu.presidency.ro
România educaţiei, România cercetării
Bildungsreport einer Expertenkommission über das rumänische Unterrichtswesen

Pfeil www.edu.ro
Ministerul Educaţiei, Cercetării şi Tineretului
Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend mit detaillierten Informationen über das rumänische Bildungssystem, offizielle Internetseite für berufliche Bildung

Pfeil http://euroguidance.ise.ro
Centrul Naţional de Resurse pentru Orientare Profesională (CNROP)
Nationales Zentrum für Bildungs- und Berufsberatung mit Informationen über das Bildungssystem in Rumänien (auch verfügbar in englischer Sprache)

Pfeil http://europa.eu.int/ploteus
Das Internet-Portal stellt alle relevanten Themen zum Lebensbegleitenden Lernen in Europa zur Verfügung und hat sich zum Ziel gesetzt Schülern und Studierenden, Jobsuchenden, Arbeitern und Angestellten, Eltern, Berufsberatern und Lehrern bei der Suche nach Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Europa zu helfen. Hier werden Sie durch das Angebot geführt und können sich individuell informieren.

Pfeil www.eurydice.org
Das Informationsnetzwerk für Bildung in Europa einschließlich der Datenbank Eurybase (verfügbar auch in englischer und deutscher Sprache)

Euroguidance Logo
 
Bildauschnitt zeigt das Spiel Galgenmännchen für den Begriff "Bildungssystem" - es fehlt nur noch das "t" und ein Bleistift zeichnet gerade das letzte Bein
 
Ein Schüler schreibt eine komplexe mathematische Formel an eine Wandtafel. Im Vordergrund liegen zwei Stück Kreide.
 
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