Studieren in Rumänien

 

Hochschullandschaft

Das Hochschulsystem unterscheidet zwischen vier Hochschularten: Universitäten, Akademien, Institute, universitäre Colleges. Neben den 56 staatlichen gibt es 20 private Universitäten. In Rumänien wurden die ersten beiden Universitäten, Universität Iasi und Universität Bukarest, Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Sie bieten ein breites Fächerspektrum an.

Die Akademie war in Rumänien die erste Bildungsanstalt auf Hochschulniveau. Die älteste (Akademie Vasiliana) stammt aus dem Jahre 1640. Die Akademien haben in der Regel einen einzigen Ausbildungsschwerpunkt (zum Beispiel Musik, Kunst, Sport oder Militär).

Die Studiengänge der Institute sind praxisorientiert und auf bestimmte Fachgebiete ausgerichtet (zum Beispiel das ITC, Technisches Institut für Computer).

Universitäre Colleges können Teil einer Universität sein oder als selbstständige Einrichtung operieren. Sie bieten nur Kurzstudiengänge an. Eine Liste aller rumänischen Hochschulen finden Sie auf der Website www.aboutromania.com. Weitere Informationen zum Bildungssystem gibt es unter www.eurydice.org.

Die britische Open University und die Universität Bukarest haben 1999 ein gemeinsames Zentrum für Fernstudien in Bukarest ins Leben gerufen: Codecs (Centre for Distance Education for a Civil Society). Die Unterrichtssprache ist Englisch. Mehr Informationen finden Sie unter www.codecs.ro.

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Informationen zum Studium

Das akademische Jahr beginnt am 1. Oktober und endet Ende Juni des folgenden Jahres. Es gliedert sich in zwei Semester. Seit dem Wintersemester 2005/2006 sind alle Studiengänge nach dem europäischen Kreditpunktesystem (ECTS) organisiert und in drei Zyklen eingeteilt; nur Maschinenbau- und Landwirtschaftsstudiengänge werden erst 2009 vollständig umgestellt. Einige europaweit geregelte Berufe, wie Arzt oder Architekt, setzen weiterhin ein längeres Diplomstudium voraus.

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Studiengebühren

Für ausländische Studierende ist ein Studium an rumänischen Universitäten und Hochschulen gebührenpflichtig. Das Ministerium für Bildung und Forschung legt die Studiengebühren fest. Sie gelten für alle Lehreinrichtungen des tertiären Bereichs.

Unterschiede werden nur bei der Studienrichtung gemacht. In den meisten Fächern liegen die Gebühren bei etwa 3.000 €, in Fächern wie Medizin, Pharmazie, Kunst/Musik, Film und Schauspiel können sie über 4.000 € betragen.

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Zulassung und Bewerbung

Voraussetzung für ein Studium an einer rumänischen Lehreinrichtung auf Hochschulniveau ist der rumänische Sekundarschulabschluss II oder ein Äquivalent, zum Beispiel das deutsche Abitur. Die Hochschulen wählen ihre Studierenden selbst aus. Einzelheiten über das Auswahlverfahren erfragen Sie am besten bei der Zielhochschule. Die Bewerbungen um einen Studienplatz sind bis zum 1. September eines akademischen Jahres bei der Zielhochschule einzureichen.

Abgesehen von fremdsprachigen Studiengängen ist die Unterrichtssprache Rumänisch. Ausländische Studierende müssen nachweisen, dass sie die rumänische Sprache ausreichend beherrschen. Ansonsten ist ein Sprachvorbereitungsjahr Pflicht. Darüber hinaus gibt es ein breites Spektrum an deutschsprachigen Studiengängen. Mehr Informationen finden Sie unter http://goeast.daad.de

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Finanzierung

Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).

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Teil- oder Vollstudium?

Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.

Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).

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Nach dem Studium

Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen

Die Lage am Arbeitsmarkt
Ein seltenes Phänomen kennzeichnet den rumänischen Stellenmarkt: Er kann mehr Arbeitskräfte aufnehmen als vorhanden sind. Die Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent lag im Dezember 2007 unter dem europäischen Durchschnitt (Quelle: Eurostat). Die niedrigste Quote verzeichnet der Kreis Timiş in Westrumänien. Auch in Bukarest herrscht nahezu Vollbeschäftigung.

Die Ursachen des Arbeitskräftemangels sind vielfältig. Mehr als drei Millionen Rumänen arbeiten in anderen EU-Ländern. Nicht jeder, der arbeiten kann, meldet sich arbeitsuchend. In manchen Branchen, etwa im Baugewerbe, wird der Anteil der Schwarzarbeit noch immer auf mindestens 30 Prozent geschätzt.

Aussichten für Hochschulabsolventen
Die Aussichten für Hochschulabsolventinnen und -absolventen, direkt nach dem Studium einen Job zu finden, sind teilweise glänzend. In den Bereichen Elektrotechnik, Ingenieurwissenschaften und Informatik reißen sich die Firmen förmlich um die Absolventinnen und Absolventen. Allein in Bukarest wurden 2007 mehr als 1.400 Software-Spezialisten, über 800 Ingenieure und rund 600 IT-Hardware-Fachkräfte eingestellt. Die boomende Bauindustrie sucht gut ausgebildete junge Architekten, Statiker und Bauingenieure.


Weil 2007 das System der privaten Rentenversicherungen in Rumänien eingeführt wurde, waren vor allem Banker sehr gefragt. Da keine berufliche Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau existiert, besetzen die Geldhäuser freie Stellen häufig mit Akademikerinnen und Akademikern, die in Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen haben. Generell gute Chancen hat auch, wer sich auf Finanzcontrolling oder Accounting spezialisiert. Auf den meistgenutzten rumänischen Onlinejobbörsen (www.eJobs.ro und www.bestjobs.ro) sind ständig zahlreiche Stellenangebote aus diesen Bereichen zu finden.

Flexibel und motiviert
Natur- und Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben es dagegen schwerer, in ihrem Fachgebiet eine Anstellung zu finden. Laut Personalberatern müssen Studierende dieser Fächer häufig flexibel sein und auch fachfremde Jobs annehmen. Die Wechselquote unter Hochschulabsolventinnen und -absolventen ist sehr hoch. Durchschnittlich bleiben junge, gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht länger als anderthalb bis zwei Jahre bei einer Firma. Bewerberinnen und Bewerber, die erkennen lassen, dass sie längere Zeit für ein Unternehmen arbeiten wollen, sind bei Arbeitgebern sehr begehrt.

"Deutsche Tugenden" gesucht
Der Bedarf an deutschsprachigem Personal ist nach Angaben von Headhuntern sehr groß. Zum einen sind Investoren aus Deutschland und Österreich zahlreich vertreten und schätzen auch vor Ort Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen, zum anderen sind deutsche Tugenden gefragt: Viele deutsche Unternehmen aus der Baubranche beispielsweise importieren ihre Planungsleistung noch immer aus Deutschland, weil in Rumänien nicht die nötige Qualität erreicht wird.


Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.

Das Programm "MORE" (Mobility for Young Researchers in Central and Eastern Europe) hat sich die wechselseitige Mobilität junger Wissenschaftler aus Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa auf die Fahnen geschrieben und berät als Koordinierungsstelle interessierte Nachwuchswissenschaftler (www.kowi.de).

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Das Online-Portal informiert über das Bildungs- und Hochschulwesen, Praktikumsmöglichkeiten sowie Forschen und Lernen in Rumänien mit vielen Zusatzhinweisen und weiterführenden Links zu allen relevanten Institutionen, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind.

Pfeil www.edu.ro
Das Online-Portal informiert über nationale und internationale Bildungs- und Forschungsmöglichkeiten in Rumänien. Es bietet unter anderem eine detaillierte Übersicht über die Programme und Projekte. Die Informationen sind nur auf Rumänisch verfügbar.


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Bildausschnitt: Foto einer lächelnden Frau, die mit einem Spiralblock in den Händen in einem Bibliotheksgang steht.
 
Symbolbild: Ein junger Mann vor einer Tafel mit Einsteins berühmter Formel E=mc²
 
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de