Studieren in Slowenien

 

Hochschullandschaft

In Slowenien gibt es derzeit drei wissenschaftliche Volluniversitäten, verschiedene berufsorientierte Fachhochschulen (visoka strokovna sola) und einige Forschungsinstitute. Zunehmend werden auch private Hochschulen gegründet. Alle Universitäten genießen einen guten Ruf. Wer den studentischen Massenbetrieb scheut, ist in Slowenien gut aufgehoben: Die Universitäten pflegen eine familiäre Atmosphäre, wie man sie an deutschen Hochschulen selten findet. Einige Universitäten bieten Fernstudiengänge an.

Universitäten

Die Universität in Lljubljana (www.uni-lj.si) wurde bereits 1919 gegründet. Rund 63.000 Studentinnen und Studenten sind dort an den 22 Fakultäten (unter anderem für Philosophie, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Naturwissenschaften und Technologie), drei Akademien (für Musik, Bildende Künste sowie Theater, Hörfunk, Film und Fernsehen) und an einem College für Gesundheitswesen eingeschrieben.

Die Universität Maribor (www.uni-mb.si) besteht seit 1975 und hat 16 Fakultäten. Die Schwerpunkte liegen auf den Natur- und Ingenieurwissenschaften, auf Jura, Medizin und Ökonomie. Aktuell sind dort mehr als 26.000 Studierende registriert.

An der Universität Primorska (www.upr.si) studieren gut 5.000 Menschen - unter anderem die Fachrichtungen Management, Tourismus, Pädagogik und Pflegewissenschaften. . Die Einrichtungen der Universität - drei Fakultäten, zwei Colleges und zwei Forschungsinstitute - befinden sich an der Küste in Koper, Izola und Portorož.

Fachhochschulen

In Slowenien gibt es 21 Fachhochschulen, darunter die Hochschule in Nova Gorica (www.p-ng.si).

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Informationen zum Studium

In Slowenien wird zwischen "academic higher education programmes" und "professional higher education programmes" unterschieden. Letztere sind mit den FH-Studiengängen in Deutschland vergleichbar.

Informationen zum Studium sowie Links zu allen Fakultäten und Lehreinrichtungen finden Sie auf den Homepages der Universitäten Ljubljana (www.uni-lj.si), Maribor (www.uni-mb.si) und Primorska (www.upr.si). Für allgemeine Fragen zur akademischen Ausbildung in Slowenien ist das Ministerium für Höhere Ausbildung, Wissenschaft und Technologie verantwortlich. Ansprechpartner finden Sie auf dessen Homepage unter www.mvzt.gov.si.

Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst bietet unter www.daad.de Informationen zum Bildungs- und Hochschulwesen, zu Praktika sowie zum Forschen und Lernen in der Republik Slowenien. Die Website listet zudem weiterführende Links zu allen relevanten Institutionen auf.

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Studiengebühren

Bürger aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union bezahlen – genau wie einheimische Studierende – für das Undergraduate-Studium (Bachelorstudium) keine Gebühren. Für postgraduale Studiengänge (Master-, Doktoratsstudium) werden Gebühren erhoben. Sie schwanken von Fakultät zu Fakultät, liegen aber in der Regel für EU-Bürger bei etwa 1.500 Euro pro Jahr. Die genaue Höhe können Sie an den Universitäten erfragen. Finanzielle Unterstützung können Studierende über das Erasmus-Programm erhalten (http://ec.europa.eu).

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Zulassung und Bewerbung

Ausländische Studentinnen und Studenten sind in Slowenien willkommen. Das deutsche Abitur wird problemlos anerkannt. Der Zugang zu vielen Studiengängen ist allerdings über einen Numerus clausus beschränkt, Aufnahmeprüfungen sind meist obligatorisch.

Bewerbungen sollten direkt an die Universitäten und Fachhochschulen geschickt werden. Aktuelle Informationen über das Bewerbungsverfahren und über Zugangsbeschränkungen in einzelnen Fächern der Universität Ljubljana erhalten Sie beim dortigen Bewerbungs-Informations-Service unter der Telefonnummer +386 12 41 85 02 und über die E-Mail-Adresse vpis@uni-lj.si. Er veröffentlicht auf seiner Homepage (www.vpis.uni-lj.si) jeweils am 31. Januar eines Jahres den Einschreibungsaufruf ("Call for Enrollment").

Das Einschreibungs- und Informationsbüro der Universität Maribor (www.vpis.uni-mb.si) erreichen sie unter +386 22355261 und vpis@uni-mb.si, das Büro der Universität Primorska unter +386 56 11 75 10 und vpis@upr.si.

Obwohl Slowenisch zum überwiegenden Teil Lehrsprache ist, sind Slowenischkenntnisse nicht in jedem Fall Voraussetzung, denn an vielen Fakultäten, etwa in Lljubljana, gibt es Lehrangebote auf Englisch (in Ljubljana Architektur, Jura, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften). Wer Interesse hat, Slowenisch zu lernen, kann an einem Sprachkurs des Auslandsamtes der Universität Lljubljana teilnehmen oder den kostenlosen Service des Onlineportals www.slowenisch-lernen.uni-hamburg.de nutzen.

Falls Sie außerhalb Sloweniens bereits ein Diplom oder einen anderen akademischen Abschluss erlangt haben, können Sie sich beim European Network of Information Centres ENIC erkundigen, anhand welcher Kriterien dieser Abschluss für die Fortführung des Studiums in Slowenien anerkannt wird. Alle Informationen finden Sie unter www.enic-naric.net. Auf jeden Fall müssen Sie bei der slowenischen Hochschule, an der Sie Ihr Studium fortführen wollen, einen "Antrag auf Anerkennung" einreichen (Formular N). Weitere Informationen darüber erhalten Sie beim Ministerium für Höhere Ausbildung, Wissenschaft und Technologie (www.mvzt.gov.si).

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Finanzierung

Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).

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Teil- oder Vollstudium?

Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.

Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).

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Nach dem Studium

Nach dem regulären Studium kann in Slowenien ein Spezialisierungs-, Magister- oder Doktoratsstudium aufgenommen werden.

Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen

Lage auf dem Arbeitsmarkt
Slowenien ist das wirtschaftlich stärkste Land unter den neuen Mitgliedern der Europäischen Union. Die allgemeine Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Mit einer Quote von 4,0 Prozent ist sie geringer ausgeprägt als in Deutschland, wo sie bei 7,4 Prozent liegt (Eurostat, Stand: April 2008). In den westlichen Landesteilen gibt es grundsätzlich mehr Jobs als im Nordosten Sloweniens.

Zu den Wachstumsbranchen zählen die Kfz-Industrie, die Pharmabranche, die Automatisierungstechnik, die IT- und Telekommunikationstechnik, die Haushaltstechnik und der Tourismus. Auch der Bauboom hält weiter an.

Aussichten für Hochschulabsolventen
Slowenien bietet grundsätzlich sehr gute Chancen für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger mit akademischem Abschluss. Gesucht werden vor allem Ingenieurinnen und Ingenieure in den Bereichen Bau- und Vermessungswesen, Maschinenbau und Elektrotechnik. Sehr gute Chancen haben auch Absolventinnen und Absolventen der Pharmazie, der Informatik, der Medizin und der Zahnmedizin.

Weniger gut sieht der Stellenmarkt für angehende Wirtschaftswissenschaftler, Verwaltungswissenschaftler und Juristen aus. Auch Absolventinnen und Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften und der Sozialpädagogik tun sich eher schwer, den Berufseinstieg zu meistern.

Frauen haben es auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor schwer

Frauen sind auch in Slowenien besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen: Drei Viertel aller als arbeitslos registrierten Akademiker sind weiblich. Einerseits wählen Frauen häufig Fächer, die auf dem Arbeitsmarkt wenig nachgefragt werden, andererseits stellen viele Unternehmen nach wie vor lieber männliche Bewerber ein.

Viele Sloweninnen und Slowenen sprechen sehr gut Englisch. Dennoch sollten Sie auch Slowenisch beherrschen, wenn Sie beruflich weiterkommen möchten. In Deutschland können Sie die Sprache vor allem an Universitäten und an den größeren Volkshochschulen lernen. In Slowenien bietet das „Zentrum für Slowenisch als Zweit-/Fremdsprache“ der Universität Ljubljana Kurse an, darunter auch mehrwöchige Sommer- und Winterschulen. Informationen erhalten Sie unter www.centerslo.net.

Ausländische Firmen zahlen Führungskräften höhere Gehälter

Ausländische Firmen, die sich in Slowenien niedergelassen haben, sind für Akademikerinnen und Akademiker besonders interessant – unter anderem, weil sie in der Regel etwas höhere Gehälter zahlen. Kontakt zu deutschen Firmen erhalten Sie über die Deutsch-Slowenische Industrie- und Handelskammer (www.dihk.si). Auf dem EURES-Portal (http://ec.europa.eu/eures) und unter www.academicjobseu.com können Sie nach Stellenangeboten in allen europäischen Ländern suchen – unter anderem auch in Slowenien.

Es ist ratsam, sich bei der Jobsuche auf Ljubljana und Maribor zu konzentrieren: Dort haben sich besonders viele Firmen und Organisationen niedergelassen, die Stellen für Hochqualifizierte anbieten.

Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Der Online-Service des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes mit umfassenden Informationen zum Bildungs- und Hochschulwesen, Praktika, sowie Forschen und Lernen in der Republik Slowenien, die viele Zusatzhinweise sowie weiterführende Links zu allen relevanten Stellen und Institutionen beinhalten.

Pfeil www.mss.gov.si
Das zweisprachige Online-Portal informiert über Sport und Erziehung von Vorschulkindern, über die Grund- und Sekundärbildung sowie über die Erwachsenbildung und höhere Berufsbildung. Darüber hinaus stellt es die Kontaktadressen zu Musiklehranstalten des Landes zur Verfügung und verlinkt zu anderen Anlaufstellen.

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Bildausschnitt: Foto einer lächelnden Frau, die mit einem Spiralblock in den Händen in einem Bibliotheksgang steht.
 
Symbolbild: Ein junger Mann vor einer Tafel mit Einsteins berühmter Formel E=mc²
 
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de