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Aus dem „Traumleben“ zurück nach Deutschland
Was ihr der Mallorca-Aufenthalt gebracht hat? Vor allem Selbstsicherheit. Christin Terbrack weiß jetzt ganz genau, was sie kann und dass sie viel erreicht, wenn sie es wirklich möchte. In ihrem Job kann die Friseurin das gut gebrauchen. Mit ihren Kundinnen geht sie heute souveräner um als früher. „Ich bin auf Mallorca selbstbewusster geworden, habe viel über mich und andere Menschen und Mentalitäten gelernt. Man wird auch selbstständiger, weil man alles selbst regeln und selbst machen muss. Ich würde jedem empfehlen, eine Zeit lang ins Ausland zu gehen.“
Christin Terbrack Damals, vor Mallorca, lebte sie in der Nähe von Münster und war im letzten Lehrjahr ihrer Ausbildung. „Ich spürte zu der Zeit, dass ich einfach mal raus wollte“, sagt sie. Die 20-Jährige ist ein offener, fröhlicher Mensch. Ihr reicht es nicht, sich auf ausgetretenen Pfaden zu bewegen. Aus dem Grund nutzte sie die Möglichkeit, die ihr SESAM bot. Das Mobilitätsprogramm des Handwerks finanzierte einen Spanisch-Sprachkurs und den gesamten sechsmonatigen Aufenthalt auf der Insel.Sogar Vorträge auf Spanisch hat sie gehalten
Auf Mallorca führte Christin Terbrack ein „Traumleben“. Das lag nicht nur an der Sonne und der Nähe zum Meer: Ihr Chef war Deutscher, doch deutlich von der mediterranen Lebensart beeinflusst. Daher herrschte in dem Friseursalon, in dem sie mit ihm zusammen arbeitete, eine entsprechend entspannte und fröhliche Arbeitsatmosphäre. Da sie offen auf die Menschen zuging, dauerte es nicht lange, bis sie neue Freunde fand und bis das Heimweh, das sie in den ersten Tagen noch gespürt hatte, verflog.
Heute spricht Christin Terbrack sehr gut Spanisch. Durch den Kontakt mit den mallorquinischen Kundinnen konnte sie die Sprache täglich üben. „In meinem Beruf kann ich inzwischen alles auf Spanisch sagen“, sagt sie. „Ich habe dort sogar einmal in einem Unternehmen eine Friseurpräsentation auf Spanisch gegeben.“„Ich wollte noch weiterlernen“
Obwohl Christin Terbracks Chef sie über die Förderdauer des SESAM-Programms hinaus auf Mallorca beschäftigen wollte – dann zu einem regulären Gehalt –, entschied sie sich, nach Deutschland zurückzukehren: „Ich wollte noch weiterlernen, in Deutschland eine weitere Qualifikation bekommen.“ Ihr berufliches Ziel stand fest: Make-up-Artist. „Ich möchte diese Weiterbildung nebenberuflich über eine Agentur in Berlin machen. Mit einem Friseurjob in Berlin könnte ich das finanzieren.“ Bei einigen Berliner Agenturen hat sie sich schon beworben. Doch bis es losgehen kann, müssen die Finanzen noch aufgebessert werden. Daher arbeitet Christin Terbrack in der Zwischenzeit bei einer Friseurin in ihrem Heimatort nahe Münster: „Auf Mallorca habe ich nicht viel Geld verdient. Jetzt möchte ich das nachholen, damit ich für die Weiterbildung und für die Zukunft etwas zurücklegen kann.“ Dass sie bald nach Berlin gehen und in ihrer Karriere weiter voranschreiten wird, darin ist sie sich seit Mallorca sicher.
von Katja Hees