Berufliche Bildung
Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de/leonardo.
ÜberblickIn Irland gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Eine Liste sämtlicher Aus- und Weiterbildungen finden Sie unter www.qualifax.ie.Ausbildung an den Sekundarschulen Die Schulen der Sekundarstufe bieten in der Oberstufe (Senior Cycle) drei verschiedene Programme an (Leaving Certificate Programmes), die mit einem Reifezeugnis (Leaving Certificate) abschließen. Das Zeugnis öffnet den Weg an eine Hochschule oder ein College. Auch für einige weiterführende Berufsausbildungen ist dieser Abschluss erforderlich. Viele Branchen erkennen das Reifezeugnis als eigenständige berufliche Qualifikation an mit der man direkt ins Arbeitsleben einsteigen kann. Drei Programme (Leaving Certificate Programmes) stehen zur Auswahl:
Weiterführende Berufsausbildung nach der Sekundarschule Absolventinnen und Absolventen der Sekundarstufe können sich auf verschiedenen Wegen beruflich weiter qualifizieren und spezialisieren. Dies sind die wichtigsten Programme: Weiterführendes Zertifikat-Programm (Post-Leaving Certificate Programme): Diese schulische Berufsausbildung bereitet in Vollzeitunterricht auf verschiedene Berufe vor. Die sogenannten Post Leaving Certificate Courses (PLCs) dauern ein oder zwei Jahre. Sie werden von öffentlichen und privaten Colleges und Institutionen angeboten und vermitteln berufsrelevante Fertigkeiten, Schlüsselqualifikationen und praktische Berufserfahrung. Für welche Berufe die PLCs qualifizieren, erfährt man unter www.qualifax.ie. Praktische Berufsausbildung (Apprenticeship): Verschiedene halbstaatliche Agenturen bieten stark praxisbezogene Berufsausbildungen (Apprenticeships) an, die mit einer Lehre vergleichbar sind. Die wichtigsten Agenturen sind die irische Behörde für Ausbildung und Beschäftigung FÁS (Foras Áiseanna Saothair) und die Nationale Agentur für Tourismusentwicklung (Failte Ireland). Die Ausbildungen der FÁS werden in rund 25 Berufen angeboten – zum Beispiel in den Bereichen Industriemechanik, Bauberufe, Kfz-Mechanik, Elektro- und Druckergerätetechnik und Möbelanfertigung. Eine Liste sämtlicher Berufe finden Sie auf der Website der FÁS. Die Ausbildung dauert in der Regel vier Jahre und wird mit dem international anerkannten Facharbeiterbrief (FETAC Advanced Certificate) abgeschlossen. Die FÁS entwickelt die Ausbildungspläne in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft (Department of Education and Science), den Arbeitgebern und Gewerkschaften. Branchenspezifische Ausbildungen (Sectorial Training) gibt es in den folgenden Bereichen:
Weitere Programme und Maßnahmen: Youthreach: Berufliches Unterstützungsprogramm für Schulabbrecher Vocational Training Opportunities Scheme: Bildungsmaßnahmen für Arbeitslose Community Training Workshops: Werkstätten der Städte und Gemeinden Zugang und BeratungZugangWeiterführendes Zertifikat-Programm (Post Leaving Certificate Programme): Absolventen und Absolventinnen der Sekundarschulen haben automatisch Zugang zu den Post Leaving Certificate courses (PLCs). Teilweise führen die Veranstalter der Kurse vorab Interviews durch, um die Eignung der Bewerber für den Ausbildungsberuf zu überprüfen. Berufslehre der FÁS: Wer sich für eine Berufslehre der FÁS bewirbt, muss mindestens 16 Jahre alt sein. Weitere Voraussetzung ist, dass man im Abschlusszeugnis der Unterstufe (Junior Cycle) der Sekundarschule (Junior Certificate) mindestens die Note D in allen fünf Prüfungsfächern erreicht hat. Für diejenigen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, bleiben zwei Wege in die Berufsausbildung:
Universitäten und Hochschulen: Die Zugangsvoraussetzungen zu den Studiengängen werden von den Universitäten und Hochschulen eigenständig festgelegt. Wichtig sind die Noten im Abschlusszeugnis der Sekundarstufe (Leaving Certificate). Berufsberatung Die Berufsberatung in Irland liegt in der Verantwortung des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft (Department of Education and Science) und der irischen Arbeitsvermittlung (Foras Àiseanna Saothair, FÁS). Die FÁS ist unter anderem für die Information und Beratung in allen Bereichen der Berufswahl, der Bildungs- und Berufschancen für junge Menschen und für Erwachsene verantwortlich. Die FÁS unterhält landesweit ein Netzwerk mit rund 70 Büros. Das Nationale Zentrum für Bildungsberatung (National Centre for Guidance in Education, NCGE) ist eine Agentur des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. Zu seinen Aufgaben gehört es, nationale Strategien der Bildungsberatung zu entwickeln. Es bietet jedoch keine Beratung für Einzelpersonen an. Rechtsgrundlage, Förderung und FinanzierungDie meisten Verwaltungsaufgaben des irischen Bildungssystems sind zentral im Ministerium für Bildung und Wissenschaft (Department of Education and Science) zusammengefasst. Das Ministerium erlässt unter anderem die allgemeinen Vorschriften für die Anerkennung von Schulen, legt die Lehrpläne fest, erlässt Richtlinien und kümmert sich um die Finanzierung der Schulen.Die Rahmenbedingungen der Primar- und Sekundarbildung sind im Bildungsgesetz von 1998 (Education Act) festgelegt. Universitäten und Hochschulen arbeiten autonom. Die Nationale Rahmenrichtlinie für Qualifikationen (National Framework of Qualifications, NFQ) legt fest, welche Bildungs- und Berufsqualifikationen offiziell anerkannt werden. QualifikationenNicht alle Kurse der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die in Irland angeboten werden, führen zu offiziell anerkannten Abschlüssen. Daher sollte man sich vorab gut darüber informieren, bevor man sich für einen Ausbildungsgang entscheidet. Wertvolle Hilfe bietet hierbei die Datenbank Qualifax (Qualifax – The National Learner´s Database).Die Nationale Rahmenrichtlinie für Qualifikationen (National Framework of Qualifications, NFQ) legt fest, welche Bildungs- und Berufsqualifikationen staatlich anerkannt werden. Sie ordnet den verschiedenen Abschlüssen zehn Qualifikationsniveaus zu (Level 1 bis 10), wobei 10 das höchste Niveau beschreibt. Auf diese Weise lassen sich die verschiedenen Ausbildungen vergleichen. Die verschiedenen Wege beruflicher Bildung in Irland führen zu den folgenden Zertifikaten: Die Ausbildung der Schulen der Sekundarstufe endet mit dem Reifezeugnis (Leaving Certificate). Es entspricht dem nationalen Qualifikationsniveau 4/5 (National Framework of Qualifications). Die Abschlüsse der weiterführenden Zertifikat-Programme (Post Leaving Certificate Courses - PLC) entsprechen dem Level 5 des nationalen Qualifikationsniveaus. Die Berufsausbildungen der FÁS (Apprenticeship) führen zu einem international anerkannten Facharbeiterbrief (FETAC Advanced Certificate). Er entspricht Level 6 des nationalen Qualifikationsniveaus. Detaillierte Informationen zum Qualifikationsniveau der in Irland möglichen Abschlüsse erhalten Sie auf der Website des National Framework of Qualifications. Weiterführende Links zur Beruflichen Bildung in IrlandBerufliche Bildung:
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