Berufliche Bildung

Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de/leonardo.

Übrigens: Mit dem Europass-Mobilitätsnachweis hat die Europäische Union ein europaweit einheitliches Dokument geschaffen, das alle im Ausland gemachten Lernerfahrungen dokumentiert. Der Europass enthält Angaben zu den Inhalten, den Zielen und der Dauer des Auslandsaufenthaltes. Er vermittelt damit einen genauen Überblick über den Umfang der internationalen Erfahrung und dokumentiert jede Art von Lernaufenthalten im Ausland. Weitere Informationen dazu unter: www.europass-info.de.

Informationen zu ausländischen Bidlungssystemen bietet auch der Deutsche Bildungsserver unter http://bildungssysteme-international.dipf.de. Das Online-Portal enthält Links zu Bildungsministerien, Bildungseinrichtungen, Fachgesellschaften, nationalen und internationalen Organisationen sowie zu Datenbanken mit Informationen zu über 230 Ländern und Regionen.

Wenn Sie eine berufliche Erstausbildung komplett im Ausland absolvieren möchten, benötigen Sie umfassende Informationen über das jeweilige Ausbildungssystem: Welche Ausbildungswege gibt es, wie ist der Stellenwert und das Niveau der Ausbildung, und wie wird die Ausbildung in Deutschland anerkannt? Die folgenden Angaben bieten nur einen ersten Überblick. Weiterführende Informationen finden Sie bei den genannten Stellen.

 

Überblick

Reform der beruflichen Ausbildung
Die Abgeordnetenkammer Luxemburgs hat am 14. November 2008 eine Reform des Systems der beruflichen Bildung beschlossen. Ziel ist insbesondere, die Qualität der dualen Berufsausbildung (régime professionnel) zu verbessern. Auch das Facharbeiter-Training (régime de la formation du technicien) wird umgebaut. Außerdem soll leistungsschwächeren Jugendlichen der Einstieg in eine Berufsausbildung erleichtert werden. Die Inhalte der beruflich-technischen Ausbildung (régime technique) bleiben unverändert.

Berufliche Ausbildung
Schülerinnen und Schüler, die die dreijährige Unterstufe (cycle inférieur) des berufsbildenden Lyzeums (Lycée technique) erfolgreich abgeschlossen haben, können sich für einen von drei verschiedenen Berufsausbildungszweigen entscheiden:
  • Die duale Ausbildung (régime professionnel) stellt den Erwerb berufspraktischer Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Die Auszubildenden schließen mit einem Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag ab und erhalten eine Vergütung. Der theoretische Unterricht umfasst acht bis 16 Stunden pro Woche. Er wird in der Mittelstufe (cycle moyen) am berufsbildenden Lyzeum (lycée technique) vermittelt. Ausnahme: Einige Ausbildungen in diesem Bereich finden vorwiegend schulisch statt, werden aber meist durch Betriebspraktika ergänzt. Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Die Kammern sind eng eingebunden – etwa die Handelskammer (Chambre de Commerce) oder die Handwerkskammer (Chambre des Métiers). Eine Liste sämtlicher Berufe, die in einer dualen Ausbildung erlernt werden können, bietet die Homepage der Arbeitsagentur ADEM unter www.adem.public.lu.
  • Das Facharbeiter-Training (régime de la formation du technicien) am berufsbildenden Lyzeum (lycée technique) dauert vier Jahre. Diese Ausbildung vermittelt im Vergleich zur dualen Ausbildung vertieftere, vielfältigere und höherwertige berufliche Kompetenzen. Über die beruflichen Möglichkeiten, die man mit diesem Abschluss hat, informiert die Homepage des Ministeriums für nationale Bildung und Berufsbildung unter www.men.public.lu.
  • Die meisten beruflich-technischen Ausbildungen (régime technique) dauern vier Jahre; Ausbildungen in sozialen Berufen und Gesundheitsberufen fünf Jahre. Die Inhalte werden am berufsbildenden Lyzeum vermittelt. Informationen über Karrieremöglichkeiten mit dem erfolgreichen Abschluss der beruflich-technischen Ausbildung gibt es unter www.men.public.lu.

Berufliche Grundbildung
Schülerinnen und Schüler, die am Ende der Unterstufe (cycle inférieur) des berufsbildenden Lyzeums die Zugangsvoraussetzungen zu einer regulären Berufsausbildung nicht erfüllen, können eine berufliche Grundbildung (formation professionnelle de base) beginnen. Sie dauert drei Jahre und umfasst Praxisphasen im Ausbildungsbetrieb sowie Unterricht am berufsbildenden Lyzeum. Der Schwerpunkt der Grundbildung liegt auf der Vermittlung praktischer Fertigkeiten. Außerdem werden die sozialen Kompetenzen der Auszubildenden verstärkt gefördert.

Eine Liste sämtlicher Berufe, die im Rahmen der beruflichen Grundbildung erlernt werden können, bietet die Homepage der Arbeitsagentur ADEM unter www.adem.public.lu.

Weitere (höhere) berufliche Bildung
Jugendliche, die das allgemeinbildende Gymnasium (lycée classique) oder eine der drei genannten Berufsausbildungen am berufsbildenden Lyzeum (lycée technique) erfolgreich abgeschlossen haben, können eine höhere Ausbildung beginnen, die mit dem Höheren Techniker-Diplom BTS (Brevet de Technicien Supérieur) abschließt. Diese Ausbildungen werden an drei Sekundarschulen angeboten: An der Schule für Handel und Wirtschaft (lycée technique Ecole de commerce et de gestion), der Schule für Handwerk und Kunsthandwerk (lycée technique des arts et métiers) und an der Schule für Gesundheitsberufe (lycée technique pour professions de santé). Detaillierte Informationen zu den Ausbildungsberufen finden Sie auf den Webseiten der Bildungseinrichtungen.

Zugang und Beratung

Wer die Unterstufe des berufsbildenden Lyzeums erfolgreich abgeschlossen hat, kann eine der drei verschiedenen Berufsausbildungen beginnen:
  • die duale Ausbildung (régime professionnel),
  • das Facharbeiter-Training (régime de la formation du technicien),
  • die beruflich-technische Ausbildung (régime technique).


Der Zugang zu diesen Ausbildungszweigen hängt vom Leistungsniveau im Abschlusszeugnis der Unterstufe (9. Klasse) ab. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.cpos.public.lu.

Zugang zur dualen Ausbildung (régime professionnel)
Wer eine duale Ausbildung machen möchte, muss sich bei der Berufsberatung des Arbeitsamts ADEM (Service Orientation professionnelle) vorstellen. Dort wird man über offene Lehrstellen und die Ausbildungsbedingungen informiert. Außerdem gibt es eine Liste von Firmen, die aktuell Auszubildende suchen. Anschließend bewirbt man sich mithilfe dieser Liste direkt bei den Betrieben. Der Lehrvertrag kann nur mit Genehmigung der ADEM unterschrieben werden. Die ADEM stellt außerdem die Bescheinigung für die Einschreibung zum Berufsschulunterricht an einem berufsbildenden Lyzeum aus.

Zugang zur beruflich-technischen Ausbildung (régime technique) und zum Facharbeiter-Training (régime de la formation du technicien)
Wer sich für eine der beiden schulischen Vollzeitausbildungen entscheidet, muss sich im berufsbildenden Lyzeum seiner Wahl während der Einschreibefrist anmelden.

Berufsberatung
Die folgenden Institutionen sind für die Berufsberatung in Luxemburg zuständig:
  • Der Berufsberatungsservice des Arbeitsamts ADEM (Service Orientation professionnelle) hat Beratungszentren in Diekirch, Esch-sur-Alzette und Luxemburg. ADEM betreibt außerdem das BiZ-Berufsinformations-Zentrum. Dort gibt es zahlreiche Materialien, mit denen man sich selbstständig über verschiedene Berufe informieren und seine persönlichen Neigungen überprüfen kann.
  • Das Zentrum für Psychologie und Berufsberatung (Services de Psychologie et d'Orientation Scolaires SPOS) schickt seine Berater direkt an die Schulen.
  • Der Örtliche Jugendberatungsdienst (Action Locale pour Jeunes, ALJ) des Bildungsministeriums betreibt neun Beratungszentren.
  • Die Berufskammern (chambres professionnelles) bieten detaillierte Informationen über die dualen Ausbildungen in ihren Branchen – etwa die Handelskammer (Chambre de Commerce), Handwerkskammer (Chambre des Métiers) und die Landwirtschaftskammer (Chambre d'Agriculture).

Rechtsgrundlage, Förderung und Finanzierung

Die Rahmenbedingungen der beruflichen Bildung sind im Bildungsgesetzbuch (Code de l'Éducation nationale) festgelegt. Es ist unter www.legilux.lu einsehbar. Das Ministerium für Bildung und Berufsbildung (Ministère de l'Education Nationale et de la Formation Professionnelle) ist für die berufliche Bildung zuständig. Die Kammern (chambres) sind an der Organisation der dualen Ausbildung (régime professionnel) beteiligt. Auszubildende können die berufsbildenden Sekundarschulen gebührenfrei besuchen. Wer eine duale Lehre absolviert, erhält eine Ausbildungsvergütung.

Qualifikationen

  • Duale Ausbildung (régime professionnel): Sie endet mit dem Gesellenbrief/Diplom DAP (diplôme d’aptitude professionnelle). Diese Qualifikation wurde mit der Reform 2008 neu eingeführt. Sie ersetzt das frühere Prüfungszeugnis zur technischen und beruflichen Reife/CATP (certificat d’aptitude technique et professionnelle).
  • Facharbeiter-Training (régime de la formation du technicien): Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen erhalten das Techniker-Diplom / DT (diplôme de technicien).
  • Beruflich-technische Ausbildung (régime technique): Die Ausbildung endet mit dem Technischen Abitur (diplôme de fin d’études secondaires techniques).
Alle genannten Abschlüsse entsprechen der Allgemeinen Hochschulreife und eröffnen sowohl den direkten Einstieg ins Berufsleben als auch den Zugang zur Hochschule (Universität) oder zur höheren beruflichen Bildung mit den Abschlüssen Höheres Techniker-Diplom (Brevet de technicien supérieur) beziehungsweise Meisterprüfung (Brevet de maîtrise).

Die berufliche Grundbildung für schulisch schwächere Schülerinnen und Schüler (formation professionnelle de base) endet mit dem Prüfungszeugnis über die berufliche Befähigung/CCP (certificat de capacité professionnelle). Das CCP wurde mit der Bildungsreform 2008 eingeführt und ersetzt das Prüfungszeugnis zur technischen und beruflichen Einweisung/CITP (certificat d’initiation technique et professionnelle) und das Prüfungszeugnis zur praktisch-handwerklichen Befähigung/CCM (certificat de capacité manuelle). Das CCP ermöglicht den Einstieg ins Berufsleben.

 

Weiterführende Links zur Beruflichen Bildung in Luxemburg:

Pfeil www.bif.lu
Das Online-Portal informiert über alle Berufe, für die eine Erstausbildung in Luxemburg angeboten wird. (verfügbar in deutscher und französischer Sprache)

Pfeil www.men.public.lu
Das Online-Portal des Bildungsministeriums in Luxemburg bietet neben umfassenden Informationen zum Bildungssystem auch konkrete Weiterbildungsangebote.

Pfeil www.cc.lu
Das Online-Portal informiert detailliert über die wirtschaftliche Situation des Landes. Außerdem bietet die Website den Beratungsservice zur Berufsausbildung in Luxemburg an und weist auf Publikationen hin - unter anderem zum Thema Leben und Arbeiten in Luxemburg.

Pfeil www.chambre-des-metiers.lu
Das Online-Portal der Handwerkskammer von Luxemburg informiert über die grundsätzlichen Aufgaben der Organisation und über Aspekte wie Gesundheit und Sicherheit, Finanzen und Steuern, Aus- und Weiterbildung etc. (verfügbar in deutscher und französischer Sprache)

Pfeil www.ltecg.lu
Das Online-Portal des Lycée Technique Ecole de Commerce et de Gestion bietet Informationen über den berufsqualifizierenden Hochschulabschluss für Handel und Management in Luxemburg.

Pfeil www.ltam.lu
Das Online-Portal des Lycée technique des Arts et Métiers bietet Informationen über den berufsqualifizierenden Hochschulabschluss für Kunsthandwerk in Luxemburg.

Pfeil www.ltps.lu
Das Online-Portal des Lycée technique pour professions de santé bietet Informationen über den berufsqualifizierenden Hochschulabschluss für Gesundheitsberufe in Luxemburg.

Pfeil www.cpos.public.lu
Das Online-Portal des Zentrums für Schulpsychologie und schulische Orientierung erteilt Auskunft zu allen Bildungsbelangen für Schüler und Studenten.

Pfeil www.adem.public.lu
Das Online-Portal bietet umfassende Informationen über den örtlichen Arbeitsmarkt. Die Informationen sind auf Französisch. Außerdem gibt es auf der Website Hinweise zu weiteren wichtigen Organisationen im Land.

Pfeil www.lllc.lu
Das Online-Portal des Luxembourg Lifelong Learning Center informiert über die Möglichkeiten des lebenslangens Lernens.

Pfeil www.eurydice.org
Das Informationsnetzwerk für Bildung in Europa einschließlich der Datenbank Eurybase (verfügbar auch in englischer und deutscher Sprache)

Pfeil http://europa.eu.int/ploteus
Das Internet-Portal stellt alle relevanten Themen zum Lebensbegleitenden Lernen in Europa zur Verfügung und hat sich zum Ziel gesetzt Schülern und Studierenden, Jobsuchenden, Arbeitern und Angestellten, Eltern, Berufsberatern und Lehrern bei der Suche nach Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Europa zu helfen. Hier werden Sie durch das Angebot geführt und können sich individuell informieren.

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Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de