Berufliche Bildung
Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de > Leonardo da Vinci.
ÜberblickIn der Sekundarstufe II (Oberstufe) können österreichische Schülerinnen und Schüler zwischen den folgenden Schulformen wählen:
Mehr als 80 Prozent aller Schülerinnen und Schüler entscheiden sich nach dem Abschluss der Sekundarstufe I für eine berufliche Ausbildung: Von ihnen besucht gut ein Drittel eine Berufsschule (im Rahmen der dualen Lehre), ein knappes Drittel eine Berufsbildende höhere Schule (BHS) und mehr als jeder zehnte eine Berufsbildende mittlere Schule (BMS) (Stand: 2007). Dies verdeutlicht den Stellenwert der Berufsausbildung auf dem österreichischen Arbeitsmarkt. Duale Berufsausbildung (Lehre) Die duale Ausbildung dauert - je nach Beruf - zwei bis vier Jahre; in den meisten Fällen drei Jahre. Derzeit kann man unter rund 250 anerkannten Lehrberufen auswählen. In der Regel verbringen die Auszubildenden etwa 4 Tage der Ausbildungszeit im Betrieb, die restliche Zeit an der Berufsschule. Die Schulabsolventen schließen einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb ab, der eine Ausbildungsgenehmigung besitzt. Vom Ausbildungsbetrieb erhalten sie eine monatliche Vergütung. Neben der Tätigkeit im Betrieb werden sie an der Berufsschule in allgemeinbildenden Fächern und in beruflicher Theorie unterrichtet. Es gibt drei unterschiedliche Arten des Berufsschulunterrichts:
Berufsbildende höhere Schulen Alternativ zur dualen Lehre kann man auch eine rein schulische Ausbildung absolvieren. Die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) vermitteln Allgemeinwissen und eine stark spezialisierte Berufsausbildung. Die Ausbildung dauert fünf Jahre und schließt mit der Reife- und Diplomprüfung ab. Das Abschlusszeugnis eröffnet den Zugang zu Universitäten und Hochschulen und bescheinigt die berufliche Qualifikation. Die berufsbildenden höheren Schulen nehmen Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren auf, die das achte Schuljahr erfolgreich abgeschlossen haben. Die Schulen sind in viele verschiedene Zweige unterteilt, unter anderem Technik, Wirtschaft, Tourismus, Mode und Schneidern, soziale Berufe und Landwirtschaft. Einige berufsbildende höhere Schulen sind als Abendschulen für Erwachsene organisiert. Berufsbildende mittlere Schulen Berufsbildende mittlere Schulen (oder Fachschulen) vermitteln berufliche Qualifikationen und Allgemeinbildung. Die meisten Ausbildungen dauern drei oder vier Jahre, es gibt jedoch auch ein- und zweijährige Fachschulen. Sie enden mit einer Abschlussprüfung. Diese ermöglicht – genau wie der Abschluss der BHS – den Zugang zum erlernten Beruf, nicht jedoch den Zugang zu den Universitäten. Krankenpflegeschule und Schulen des medizinisch-technischen Fachdienstes Ausbildungen in nichtärztlichen Gesundheitsberufen – etwa Masseur oder Sanitäter – finden in speziellen Schulen statt. Berufsreifeprüfung Die Einführung der so genannten Berufsreifeprüfung 1997 hat die Durchlässigkeit des Bildungssystems erhöht. Die Berufsreifeprüfung berechtigt zum Studium an Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien und Kollegs. Die Berufsreifeprüfung ist eine so genannte Externistenprüfung, das heißt, man muss vorab keine speziellen Kurse besuchen, um sie abzulegen. Absolventen und Absolventinnen folgender berufsbildender Schulen können die Berufsreifeprüfung absolvieren:
Zugang und BeratungDie verschiedenen Typen der beruflichen Ausbildung in Österreich haben unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen:Duale Berufslehre Wer die Pflichtschule (neun Schuljahre, zum Beispiel Hauptschule und Polytechnische Schule) erfolgreich abgeschlossen hat, kann sich bei Ausbildungsbetrieben um eine Lehrstelle bewerben. Wer einen gültigen Ausbildungsvertrag besitzt, bekommt automatisch Zugang zur Berufsschule. Der Zugang zu bestimmten Ausbildungsberufen hängt unter anderem von den Noten im schulischen Abschlusszeugnis ab. Die Lehrbetriebe wählen die Auszubildenden auf der Grundlage ihrer schulischen Leistungen, ihrer Bewerbungsunterlagen und eines persönlichen Gesprächs aus. Vor allem größere Betriebe führen im Rahmen des Bewerbungsverfahrens zudem Auswahltests durch. Dabei überprüfen sie die Allgemeinbildung und die sozialen Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber. Für bestimmte Lehrberufe in den Kunst- und Handwerksbereichen können zusätzlich Tests der praktischen Fähigkeiten verlangt werden. Weitere Informationen erhalten Sie von den Berufsberatungsstellen des Arbeitsmarktservice (AMS) und den Berufsberatern der Österreichischen Handelskammer. Berufsbildende höhere Schulen Schülerinnen und Schüler können nach dem erfolgreichen Abschluss des achten Schuljahrs (Sekundarstufe I) ihre Ausbildung an einer berufsbildenden höheren Schule beginnen. Voraussetzung ist zudem eine Beurteilung der schulischen Leistungen (8. Klasse). Wer die geforderten Leistungen im Abschlusszeugnis der 8. Klasse nicht erfüllt, muss Aufnahmeprüfungen ablegen. Genaue Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur Alternativ kann man an die Polytechnische Schule wechseln und sich dort ein Jahr lang auf eine duale oder schulische Berufsausbildung vorbereiten. Für manche Ausbildungen im Bereich der berufsbildenden höheren Schulen müssen Bewerberinnen und Bewerber auch ihre körperliche oder künstlerische Eignung beziehungsweise ihre soziale und kommunikative Kompetenz nachweisen. Berufsbildende mittlere Schulen Schülerinnen und Schüler können nach dem erfolgreichen Abschluss des achten Schuljahrs ihre Ausbildung an einer berufsbildenden mittleren Schule beginnen. Voraussetzung ist zudem eine Leistungsbeurteilung. Wer die geforderten Leistungen im Abschlusszeugnis der 8. Klasse nicht erfüllt, muss Aufnahmeprüfungen ablegen. Genaue Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. Alternativ kann man an die Polytechnische Schule wechseln und sich dort ein Jahr lang auf eine duale oder schulische Berufsausbildung vorbereiten. Schulen für Kindergarten- und Sozialpädagogik Für Ausbildungen im Bereich der Kindergartenpädagogik/Sozialpädagogik müssen Bewerberinnen und Bewerber in der Regel das achte Schuljahr erfolgreich abgeschlossen haben. Zudem müssen sie ihre körperliche Eignung beziehungsweise ihre soziale und kommunikative Kompetenz nachweisen. Ausbildungen für nichtärztliche Gesundheitsberufe Wer einen nichtärztlichen Gesundheitsberuf erlernen möchte, muss neun Schuljahre erfolgreich abgeschlossen haben. Zudem wird ein Nachweis der gesundheitlichen Eignung und der Vertrauenswürdigkeit verlangt. Manchmal findet auch ein Aufnahmegespräch oder Aufnahmetest statt. Rechtsgrundlage, Förderung und FinanzierungSchulische BerufsausbildungDie Ausbildungsmöglichkeiten sind im Rahmen von Bildungsgesetzen und Verordnungen geregelt. Für den arbeitsbezogenen Teil der beruflichen Erstausbildung ist das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend zuständig. Die schulische Bildung wird teilweise auch föderalistisch geregelt, also von den einzelnen Bundesländern. Zu den Aufgaben des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gehören pädagogische Grundsatzfragen und die Lehrplan- und Schulentwicklung für alle Bildungsstufen. Auf seiner Homepage veröffentlicht es umfangreiche Informationen über das Bildungssystem Österreichs. Berufsausbildung In Österreich gibt es etwa 260 Ausbildungsberufe, darunter 250 Berufe, die in einer dualen Lehre vermittelt werden. Sie werden über das Berufsausbildungsgesetz reglementiert. Für die duale Lehre gelten die Bestimmungen des Arbeits- und Sozialrechts und Arbeitnehmerschutzbestimmungen für Jugendliche. Auszubildende werden von ihrem Betrieb kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert. Außerdem erhalten sie eine monatliche Vergütung. Sie ist durch kollektivvertragliche Richtlinien festgelegt und unterscheidet sich daher je nach Beruf. QualifikationenJe nach der gewählten Form der beruflichen Ausbildung werden unterschiedliche Zertifikate vergeben:Duale Lehre Die duale Lehre endet mit der Lehrabschlussprüfung. Sie besteht aus einer praktischen und einer theoretischen Prüfung. Die theoretische Prüfung beinhaltet einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Sie kann entfallen, wenn der oder die Auszubildende die Berufsschule erfolgreich abgeschlossen hat. Der Abschluss eröffnet den Zugang zu den reglementierten Berufen. Absolventen einer mindestens dreijährigen Lehre können zusätzlich den Universitätszugang erlangen, indem sie die Berufsreifeprüfung erfolgreich ablegen. Nach den Bestimmungen des Berufsausbildungsgesetzes können auch Personen, die keine formale Ausbildung (Lehre oder Schule) absolviert haben, unter bestimmten Voraussetzungen die Lehrabschlussprüfung ablegen. Dies ermöglicht ihnen den Erwerb einer formalen beruflichen Qualifikation. Genauere Informationen dazu erhalten Sie unter www.berufsinfo.at. Berufsbildende höhere Schulen Die Ausbildung an einer berufsbildenden höheren Schule schließt mit der Reife- und Diplomprüfung ab. Das Abschlusszeugnis eröffnet den Zugang zu Universitäten und Hochschulen und bescheinigt die berufliche Qualifikation. Berufsbildende mittlere Schulen Die berufsbildenden mittleren Schulen enden mit einer Abschlussprüfung. Das Abschlusszeugnis ermöglicht den Zugang zum erlernten Beruf, nicht jedoch (wie bei den BHS) zu den Universitäten. Absolventen einer berufsbildenden mittleren Schule können nach mindestens dreijährigem Schulbesuch die Zugangsvoraussetzung zur Universität erlangen, indem sie die Berufsreifeprüfung ablegen. Berufsreifeprüfung Die Einführung der so genannten Berufsreifeprüfung 1997 hat die Durchlässigkeit des Bildungssystems erhöht. Die Berufsreifeprüfung berechtigt zum Studium an Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien und Kollegs. Zudem kann man mit ihr im gehobenen Dienst beim Bund arbeiten. Die Berufsreifeprüfung ist eine so genannte Externistenprüfung, das heißt, man muss vorab keine speziellen Kurse besuchen, um sie abzulegen. Absolventen und Absolventinnen folgender berufsbildender Schulen können die Berufsreifeprüfung absolvieren:
Informationen und Beratung Unter der Internetadresse www.zeugnisinfo.at finden Sie Zeugniserläuterungen. Sie beschreiben Fähigkeiten und Kompetenzen, die Auszubildende im Rahmen der beruflichen Ausbildung erwerben. So werden auch die Inhalte der Berufsausbildungsprogramme deutlich. Sowohl Arbeitgeber als auch Personen, die eine Beschäftigung in Österreich oder auf dem europäischen Arbeitsmarkt suchen, können von den Zeugniserläuterungen profitieren. Informationen zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Zeugnissen in Österreich (so genannte Nostrifizierung ausländischer Zeugnisse) finden Sie auf der Homepage des Ministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (wir verweisen auf die unten stehenden Links). Natürlich können Sie sich auch persönlich zu allen Fragen rund um das Thema Berufsausbildung beraten lassen. Die Adressen der Beratungsstellen und Ansprechpartner finden Sie unter www.bib-atlas.at. Weiterführende Links zur Beruflichen Bildung in Österreich:
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