Studieren in den Niederlanden

 

Hochschullandschaft

Bei deutschen Auslandsstudierenden rangieren die Niederlande mittlerweile auf Platz 1: Fast ein Fünftel von ihnen ist dort eingeschrieben. Auf den weiteren Rängen folgen Österreich, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und die USA. Die niederländische Hochschullandschaft ist der deutschen vergleichbar, denn es gibt zwei Hochschularten: die Universitäten (Universiteiten) und die Fachhochschulen (Hogescholen voor Hogere Beroepsonderwijs – HBO). Darüber hinaus existieren 11 Institute für internationale Bildung, die Kurse in englischer Sprache anbieten.

Die Universitäten bilden den wissenschaftlichen Nachwuchs aus. Sie vermitteln akademische Bildung und sind in der Forschung aktiv (Wetenschappelijk Onderwijs – WO). Es gibt 14 Universitäten, einschließlich der Open University mit ihrem Fernstudienprogramm. Mehr Informationen unter www.niederlandeweb.de (> Bildung). Die HBO-Hochschulen (www.hbo.nl) bieten – vergleichbar den deutschen Fachhochschulen – praxisorientierte Studiengänge an. Es gibt rund 60 Hochschulen; an einigen studieren bis zu 39.000 Menschen, die meisten HBOs sind jedoch wesentlich kleiner (www.niederlandeweb.de).

Die meist postgradualen internationalen Studiengänge nehmen eine immer wichtigere Rolle ein. Sie werden sowohl an den 11 Instituten für Internationale Bildung (Instituten voor Internationaal Onderwijs) als auch an einigen Universitäten und HBO-Hochschulen angeboten (www.studyin.nl). Die Unterrichtssprache ist Englisch. Die Fernuniversität (Open Universiteit Nederland) ist eine staatliche Lehreinrichtung auf Universitätsniveau. Sie wurde 1984 in Heerlen gegründet und bietet heute neben Bachelor- und Masterstudiengängen auch Kurzzeitstudiengänge an, die in Kooperation mit den HBO-Hochschulen konzipiert wurden. Weitere Informationen gibt es unter www.ou.nl.

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Informationen zum Studium

Das akademische Jahr beginnt am 1. September und endet am 31. August. In der Regel kann man ein Studium nur zu Beginn des Studienjahres aufnehmen. Auch an niederländischen Universitäten und Fachhochschulen werden die Studienleistungen mit dem europäischen Kreditpunktesystem ECTS bewertet. Das Studium endet mit den Abschlüssen Bachelor und Master. Bei den Fachhochschulen bleibt, anders als in Deutschland, die vierjähige Studienzeit für einen Bachelorabschluss bestehen. An den Universitäten hingegen gibt es den Bachelor schon nach drei Jahren. Welche Studiengänge in den Niederlanden angeboten werden und wie Sie sich bewerben können, erfahren Sie unter www.studieren-in-holland.de.

Die niederländischen Universitäten und HBO-Hochschulen bieten einige Studiengänge an, die es in Deutschland nicht gibt, darunter Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie (an den Fachhochschulen). Deutsche fragen diese Studiengänge häufig nach.

Zudem gibt es deutschsprachige Studiengänge – etwa Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Venlo (www.fontys.nl) und an der Hanzehogeschool in Groningen (www.hanze.nl). Ein berufsbegleitendes, vierjähriges, deutschsprachiges Studium Sozialpädagogik bietet die Saxion Hogeschool Enschede (www.saxion.de). Parallel zum Unterricht gehen Studierende einer Berufstätigkeit im Bereich Sozialwesen (zum Beispiel als Erzieher) nach oder absolvieren ein Praktikum.

Zulassungsbeschränkungen sind in den Niederlanden, anders als in Deutschland, relativ selten. So benötigt man etwa für die Zulassung zum Studium der Molekularen Biomedizin in Deutschland einen guten Notendurchschnitt, in den Niederlanden jedoch ist der Zugang dazu generell frei. Falls Ihnen das Studium Ihres Wunschfachs in Deutschland verwehrt ist, kann es sich daher lohnen, es in den Niederlanden zu versuchen. Informationen dazu finden Sie unter www.studieren-in-holland.de (> Bewerbung).

Die deutsch-niederländischen Hochschulbeziehungen sind gut entwickelt. Es gibt allein mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen 14 binationale Studiengänge. Eine umfassende Liste deutsch-niederländischer Hochschulkooperationen finden Sie auf der Website der Hochschulrektorenkonferenz (www.hochschulkompass.de).

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Studiengebühren

Für das Studium in den Niederlanden fallen Gebühren an: Für das Studienjahr 2010/2011 betragen sie 1.672 €. Wer älter als 29 Jahre ist, muss stattdessen das „Instellingencollegegeld“ bezahlen. Dessen Höhe wird von der Hochschule selbst festgelegt, in der Regel ist es höher als die landesweiten Studiengebühren. Zur Finanzierung der Studiengebühren kann man einen „Collegegeldkrediet“ beantragen. Die Gebühren für das gesamte Studium können dann als Kredit geliehen werden. Man muss sie nach Ende des Studiums in einkommensabhängigen Raten zurückzahlen. Mehr Informationen darüber finden Sie unter www.studienscout-nl.de, www.studychoice.nl und www.nuffic.nl.

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Zulassung und Bewerbung

Die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium in den Niederlanden sind denen in Deutschland vergleichbar: Für ein Studium an einer Universität benötigt man die allgemeine Hochschulreife, für ein Studium an der Hochschule die Fachhochschulreife. In einigen wenigen Studiengängen wird die Zahl der Studienanfänger mit einem Numerus fixus begrenzt. Falls die Nachfrage diesen Numerus fixus übersteigt, werden die Studienplätze in einem notenunabhängigen Losverfahren vergeben. Welche Studiengänge zugangsbeschränkt sind, können sie unter www.studielink.nl (> Loten) nachsehen.

Studienplätze werden entweder zentral vergeben durch das Centraal Bureau Aanmelding en Plaatsing der Informatie Beheer Groep (www.ib-groep.nl) in Groningen – quasi die niederländische „ZVS“ – oder dezentral durch die einzelnen Hochschulen (decentrale selectie). Deutsche Studienbewerber sollten sich direkt an die Hochschule ihrer Wahl wenden. Hat die Hochschule eine Zusage erteilt, ist noch eine Anmeldung beim IBG (Informatie Beheer Groep) erforderlich. Unterrichtssprache ist in der Regel Niederländisch; die Universitäten erwarten daher Sprachkenntnisse auf dem Niveau NT2 (Informationen dazu finden Sie unter http://de.saxion.edu/nt2n5). Die Anforderungen an den HBO sind meist lockerer – ihnen reicht es oft, wenn man Grundkenntnisse der niederländischen Sprache nachweisen kann. Im ersten Studienjahr können die Prüfungen und Klausuren an den HBO noch auf Deutsch abgelegt werden. Danach wird jedoch auf mangelnde Niederländischkenntnisse keine Rücksicht mehr genommen.

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Finanzierung

Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).

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Nach dem Studium

Berufseinstieg für Hochschulabsolventen
Der Berufseinstieg beginnt sehr oft mit einer Teilzeitstelle und einem befristeten Vertrag; das ist in den Niederlanden jedoch nichts Ungewöhnliches, auch Bewerberinnen und Bewerber mit vielen Jahren Berufserfahrung müssen sich bei Jobwechseln anfangs häufig mit einer befristeten Stelle begnügen.

Der niederländische Arbeitsmarkt bietet Akademikerinnen und Akademikern besonders gute Chancen: So waren, laut einer aktuellen Studie des Research Centre for Education and the Labour market der Universität Maastricht, im Jahr 2008 von denjenigen Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die eineinhalb Jahre zuvor die Universität oder Fachhochschule verlassen hatten, nur durchschnittlich 3,6 Prozent noch immer auf Stellensuche. Allerdings gilt auch hier: Mit akademischem Wissen allein hat man kaum Chancen, ins Arbeitsleben einzusteigen. Wichtig ist, bereits früh zu entscheiden, in welche Branche es gehen soll, und während des Studiums durch Praktika und praxisbezogene Projekte relevante Berufserfahrung zu sammeln.

Sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben derzeit Absolventinnen und Absolventen eines Lehramtsstudiums, der Medizin (Studium an der Universität) sowie der Natur- und Ingenieurwissenschaften (insbesondere Absolventen der Fachhochschulen).

In den kommenden Jahren werden, laut einer Prognose des Research Centre for Education and the Labour market der Universität Maastricht, Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschulen (HBO) sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Dies gilt für alle Fachrichtungen und liegt daran, dass sehr viele ältere Arbeitnehmer, die derzeit noch HBO-Stellen besetzen, das Rentenalter erreichen werden. Nur moderate Perspektiven hingegen bestehen für Universitätsabsolventen (WO): Für sie werden weniger Jobs frei, die zudem schnell wieder besetzt werden können, denn das Angebot an WO-Nachrückern ist ausreichend groß. Ausgenommen hiervon sind die WO-Fachrichtungen Maschinenbau sowie Buchhaltung und Steuern (accounting and tax policies) – Absolventen dieser Studiengänge werden in den kommenden Jahren dringend gesucht. Dasselbe gilt für Berufsanfänger medizinischer Fachrichtungen – sowohl auf WO- als auch auf HBO-Level.

Seit Jahren eher schwierig ist die Stellensuche für Absolventinnen und Absolventen der Kommunikation und Journalistik sowie der Bildenden Künste – in diesen Bereichen gibt es weniger Stellen als Bewerber. Detaillierte Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Branchen in den Niederlanden können Sie bei Germany Trade and Invest unter www.gtai.de kostenlos herunterladen.

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Das Online-Portal des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes enthält umfassende Informationen zum Bildungs- und Hochschulwesen, Praktika, sowie Forschen und Lernen in den Niederlanden mit vielen Zusatzhinweisen und weiterführenden Links zu allen relevanten Institutionen.

Pfeil www.studyin.nl
Das Online-Portal bietet Informationen über Studienmöglichkeiten der einzelnen niederländischen Hochschulen, beantwortet allgemeine Fragen zum Land und bietet Kontakte zu wichtigen Bildungseinrichtungen im Land.

Pfeil www.studychoice.nl
www.studychoice.nl bietet Informationen zu mehr als 450 englischsprachigen Bachelor- und Masterstudiengängen in den Niederlanden, entstanden aus der Zusammenarbeit von verschiedenen Universitäten, Fachhochschulen und Studentenorganisationen. www.studychoice.nl bietet die grösste Übersicht an englischsprachigen Bachelor-und Masterprogrammen in Holland.

Pfeil www.studienscout-nl.de
Auf der Homepage der Studienberatung für die Niederlande "Studienscout-NL", finden Interessenten ein breites Informationsangebot zu Themen wie Studiengänge, Hochschulen, Zugangsvoraussetzungen, Anmeldung & Bewerbung, Sprache und Finanzielles. Erfahrungsberichte, Veranstaltungen und Infos für Eltern runden das Angebot ab.

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Bildausschnitt: Foto einer lächelnden Frau, die mit einem Spiralblock in den Händen in einem Bibliotheksgang steht.
 
Symbolbild: Ein junger Mann vor einer Tafel mit Einsteins berühmter Formel E=mc²
 
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de