Ausbildung im zusammenwachsenden Europa
Früher war der Zug in die Ferne eine Selbstverständlichkeit. Zu Fuß und per Anhalter zog jeder junge Gesell ab dem 13. Jahrhundert drei Jahre lang durch die Lande. Wer auf der Walz war, durfte sich niemals näher als 50 Kilometer von seinem Zuhause aufhalten und musste ständig weiterziehen. Die Faustregel: Wenn der Nachbar nicht mehr grüßt und der Hund nicht mehr nach dir bellt, geh! Nur wer sich mit den Techniken in fremden Regionen und Ländern vertraut machte, galt als guter Handwerker.
Heute nehmen von den zirka 1,6 Millionen Auszubildenden in Deutschland lediglich ein Prozent die Chance wahr, Auslandserfahrung bereits während der Ausbildung zu sammeln. Zu den Hindernissen gehören die von Land zu Land verschiedenen Ausbildungsinhalte, Stundenpläne und Prüfungsordnungen sowie die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten der gegenseitigen Anerkennung von Berufsabschlüssen.
Seit 1. April 2005 ist der Weg ins Ausland ein bisschen einfacher geworden. Das neue Berufbildungsgesetz schreibt das Recht fest, einen Teil der Ausbildung im Ausland absolvieren zu können. Bis zu ein Viertel der Lehrzeit können Jugendliche künftig in einem anderen Land verbringen und sich in Deutschland anrechnen lassen. Welche Möglichkeiten es derzeit gibt und wie in anderen Ländern die Berufsausbildung organisiert wird, ist auf diesen Seiten zu erfahren.
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