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Studieren in Irland
Hochschullandschaft
Historisch bedingt unterscheidet sich Irlands Bildungssystem kaum von dem seiner britischen Nachbarn. Die Hochschullandschaft gliedert sich in vier Bereiche: Universitäten, Technische Institute, Pädagogische Colleges, Unabhängige Colleges. Rund 138.000 Studierende waren 2007 an irischen Hochschulen eingeschrieben.
Die Hochschulen fallen in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Erziehung und Wissenschaft (Department of Education and Science): www.education.ie. Es gibt vier universitäre Lehreinrichtungen mit jeweils angeschlossenen Colleges. Die University of Dublin mit dem Trinity College Dublin (TCD) ist die älteste Universität. Sie wurde 1592 gegründet. Das TCD ist integraler Bestandteil der University of Dublin. Die beiden Namen werden oft synonym verwendet. Dieser Lehreinrichtung sind drei Pädagogische Colleges angeschlossen.
Die größte Universität ist die National University of Ireland (NUI). Mit dem Hochschulgesetz von 1997 wurden unter ihrem Dach vier Universitäten zusammengefasst (University College Dublin; National University of Ireland, Galway; University College Cork; National University of Ireland, Maynooth). Fünf Colleges sind der NUI angeschlossen (Royal College of Surgeons Ireland; St. Angela’s College of Education, Sligo; National College of Art and Design; Shannon College of Hotel Management; Institute of Public Administration). Die beiden Universitäten Dublin City University (DCU) und University of Limerick (UL) sind die jüngsten Lehreinrichtungen auf Universitätsniveau. Die UL wurde 1972, die DCU 1980 gegründet. Der UL ist ein Pädagogisches College angeschlossen, bei der DCU sind es zwei. Das Studium am Trinity College und an der Dublin City University ist eher theorieorientiert, während es am Institute of Technology sehr praxisbezogen ist. Die Lehrinhalte werden oft interaktiv vermittelt. Studierende aus Deutschland schätzen es, dass die Dozenten die Studenten stärker einbinden.
Die „Institutes of Technology“ sind als außeruniversitäre Lehreinrichtungen Ende der 1960er-Jahre entstanden. Mittlerweile gibt es 14 solcher Bildungsanstalten an verschieden Standorten in Irland. Sie bieten ein umfangreiches Lehrprogramm an, das von Ausbildungsgängen unterhalb des akademischen Niveaus bis hin zu akademischen Studiengängen reicht. Die Studienfächer sind Natur- und Computerwissenschaften, Betriebswirtschaft und Geisteswissenschaften.
Für angehende Lehrer gibt es acht „Colleges of Education“. Fünf von ihnen bieten ausschließlich Lehramtsstudiengänge für die Primarstufe an. Nur die Colleges Mater Dei Institute of Education, St. Angela’s College of Education und das St. Catherine’s College of Education for Home Economics sowie die pädagogischen Abteilungen der Universitäten bilden Lehrkräfte für die Sekundarstufe aus. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.educationireland.ie (> Irish Education).
Die „Independent Colleges“ finanzieren sich als private Hochschulen hauptsächlich durch Studiengebühren. Sie bieten ein breit gefächertes Studienprogramm an, das überwiegend vom HETAC (Higher Education and Training Awards Council) anerkannt wird. Einige der insgesamt 22 privaten Hochschulinstitute kooperieren mit den staatlichen Universitäten – zum Beispiel das Royal College of Surgeons Ireland. Mehr Informationen finden Sie unter www.independentcolleges.ie.
Fernstudien sind an der Open University in the Republic of Ireland möglich. Sie hat ein Beratungszentrum in Dublin und betreut Studierende von Belfast aus. Rund 400 Teilzeitkräfte betreuen 8.500 Studierende auf der gesamten Insel. Mehr Informationen gibt es unter www.open.ac.uk.
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Informationen zum Studium
Das akademische Jahr dauert von Oktober bis Juni. Es gliedert sich üblicherweise in Trimester, wobei jedoch immer mehr Hochschulen zum Semestersystem übergegehen. Der Aufbau des Studiums an universitären Lehreinrichtungen entspricht dem britischen Modell. Man unterscheidet nach Undergraduate-Studiengängen (Grundstudium) mit Bachelorabschluss und Postgraduate-Studiengängen (Aufbaustudium), die mit einem Master, bei Lehrern mit einem Higher Diploma in Education abgeschlossen werden.
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Studiengebühren
Studierende aus den EU-Mitgliedstaaten sind irischen Studierenden gleichgestellt. Für alle Studierenden (ausgenommen Nicht-EU-Bürger), die noch keinen Hochschulabschluss haben und in Irland ein komplettes Undergraduate-Studium absolvieren, entfallen die Studiengebühren. Wer diese Kriterien nicht erfüllt, muss Studiengebühren entrichten. Sie variieren je nach Studiengang und Hochschule. Genaue Informationen zu den Studiengebühren sind bei der Zielhochschule einzuholen. Weitere Information bietet die Homepage der irischen Regierung unter www.oasis.gov.ie.
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Zulassung und Bewerbung
Voraussetzung für ein Studium an einer irischen Hochschule ist ein Sekundarschulabschluss II (Leaving Certificate) oder ein Äquivalent (zum Beispiel das deutsche Abitur). Zentrale Anlaufstelle für Bewerbungen um einen Studienplatz im Undergraduate-Bereich ist das Central Applications Office (CAO). Das CAO wurde 1976 eingerichtet, um das Bewerbungsverfahren zentral und effizient zu steuern.
Der einzelnen Hochschule obliegt jedoch die Zulassungshoheit. Aus diesem Grund kommen Studienbewerber nicht umhin, sich zunächst bei der Zielhochschule über die Zugangsvoraussetzungen zu informieren. Mehr Informationen finden Sie unter www.cao.ie. Wer sich für ein Postgraduiertenstudium oder ein Teilstudium in Irland interessiert, kann seine Bewerbung direkt an die Zielhochschule senden. Unterrichtssprache ist Englisch. Je nach Hochschule wird ein Sprachnachweis verlangt.
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Finanzierung
Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.
Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).
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Teil- oder Vollstudium?
Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst in einer fortgeschrittenen Studienphase tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Darüber hinaus bietet eine Reihe von "Internationalen Studiengängen" die Gelegenheit, studienbezogene Auslandsaufenthalte auf der Grundlage geregelter Kooperationsbeziehungen mit österreichischen Hochschulen zu absolvieren und gegebenenfalls auch einen Doppelabschluss zu erwerben. Eine Übersicht der Kooperationsbeziehungen zwischen deutschen und österreichischen Hochschulen gibt die Hochschulrektorenkonferenz HRK unter www.hochschulkompass.de.
Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für die Zeit des Auslandsstudiums, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen.
Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.
Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben - etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich.
Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).
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Nach dem Studium
Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt
Die irische Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren konstant zugelegt und viele neue Jobs geschaffen, vor allem in der Bauwirtschaft und im Dienstleistungssektor. Im Jahr 2007 meldeten die Unternehmen 150.000 offene Stellen – die höchste Zahl seit 20 Jahren. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit seit 2001 nicht gesunken. Im Gegenteil: Innerhalb von zwölf Monaten ist die Arbeitslosenquote von 4,6 auf 5,7 Prozent gestiegen (Eurostat, Stand: April 2008). Eine Ursache ist die starke Zuwanderung von Arbeitskräften aus der EU, die 2007 mehr als die Hälfte der neuen Stellen besetzten. Für die nächsten Jahre erwarten Fachleute ein langsameres Wachstum, vor allem im Bausektor. Neue Jobs entstehen vor allem im Dienstleistungsbereich.
Aussichten für Hochschulabsolventen
Obwohl immer mehr Irinnen und Iren studieren, gibt es zu wenig Akademikerinnen und Akademiker. Verglichen mit anderen OECD-Ländern erwerben nur wenig Studierende einen Master oder Doktorgrad, besonders in Technik oder Medizin. In den Naturwissenschaften, im Ingenieurwesen und im IT-Bereich dürfte die Zahl der Masterabschlüsse sogar noch abnehmen.
In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel. Nach Angaben von Arbeitgebern war im Jahr 2007 jede zehnte offene Stelle schwer zu besetzen. Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland haben also grundsätzlich gute Chancen. Das gilt vor allem für Inhaber des herkömmlichen deutschen Diploms, das bei vielen Arbeitgebern besser angesehen ist als der Bachelor oder Master. Bei irischen Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern bemängeln Arbeitgeber vor allem mangelnde Praxiserfahrungen. Hier können Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland punkten: Mit Praktika oder praxisbezogenen Abschlussarbeiten steigen die Chancen auf eine Stelle.
Baubranche und Industrie suchen Ingenieure
Mit einem Abschluss in Bauingenieurwesen oder Architektur hat man seit Jahren gute Karten. Die Nachfrage nach Fachleuten bleibt hoch, allerdings hat sich der Schwerpunkt vom Wohnungsbau auf Infrastrukturprojekte verlagert.
Die meisten übrigen Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten in der Chemieindustrie, Pharmazie und Medizintechnik, im Maschinen- und Anlagenbau und in der IT. Auch in diesen Branchen wird es weiterhin viele offene Stellen geben, zumal sich immer weniger Studienanfängerinnen und -anfänger in Ingenieurstudiengänge einschreiben.
Gute Chancen für Finanz- und Marketingmanager
Auch Ökonominnen und Ökonomen haben gute Einstiegsmöglichkeiten, vor allem im Finanzwesen. Der Bedarf an Fachkräften wird vermutlich auch in Zukunft hoch bleiben. Sowohl für den Innendienst als auch für Beratung und Verkauf werden verstärkt Akademikerinnen und Akademiker gesucht, vor allem mit vertieften Kenntnissen in Kostenrechnung, Risikobewertung/Investitionen sowie Compliance (Regelüberwachung).
Industrie und Handel benötigen qualifiziertes Personal vor allem für die Bereiche Verkauf und Marketing. Immer mehr Marketingexperten kommen aus dem Ausland. Gefragt sind auch Außendienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter mit Erfahrung in speziellen Technologien, Produkten und Branchen.
Medizin und Naturwissenschaften rekrutieren im Ausland
Ein Fünftel aller Medizinerinnen und Mediziner auf der Grünen Insel kommt aus dem Ausland. In vielen Berufen der Gesundheitsbranche fehlen jedoch weiterhin Spezialisten: zum Beispiel Hausärzte, Zahnärzte, Psychologen, Therapeuten und Röntgenassistenten, aber auch Pharmazeuten.
Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler finden vor allem in der Chemieindustrie und im Gesundheitswesen Arbeit. Auch hier ist die Beschäftigung überdurchschnittlich gewachsen. Zudem will die Regierung die Forschung fördern und dazu mehr Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler rekrutieren, auch im Ausland.
Linkliste:
www.daad.de
Das Online-Portal des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes enthält umfassende Informationen über das Bildungs- und Hochschulwesen, Praktikumsmöglichkeite sowie Forschen und Lernen in Irland mit vielen Zusatzhinweisen und weiterführenden Links zu allen relevanten Institutionen.
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