Malta: Land und Leute
Land & Leute
Malteserinnen und Malteser feiern für ihr Leben gern. Jeder Ort hat seinen eigenen Schutzheiligen und feiert dessen Namenstag mit einer Musikkappelle auf dem Kirchplatz. Mit besonders schönen Paraden und prächtigem Feuerwerk zelebriert die Bevölkerung die Unabhängigkeit der Repubblika ta‘ Malta – und das gleich an vier Nationalfeiertagen.
Ein Blick zurück liefert die Erklärung: Maltas Geschichte ist eine ständige Abfolge feindlicher Übernahmen. Die strategisch günstige Lage im zentralen Mittelmeer zwischen Sizilien und Tunesien weckte immer wieder Begehrlichkeiten. Nach Phöniziern, Byzantinern und Puniern kamen die Römer, ihnen folgten Normannen, Staufer, Sizilianer, Franzosen und Spanier. Deren König Karl der V. gab Malta den Johannitern als Lehen, die seither unter dem Namen „Malteser“ firmieren. Als Abgabe musste der Ritterorden pro Jahr einen jagdtüchtigen Malteser Falken abliefern. 1798 übernahm Napoleon für zwei Jahre das Kommando, dann regierten die Engländer. Der 31. März ist Freedom Day auf Malta. Man feiert den Abzug der letzten britischen Truppen im Jahr 1979.
Zum maltesischen Staatsgebiet gehören die Inseln Malta mit der Hauptstadt Valletta, Gozo und der Winzling Comino, die unbewohnten Inselfelsen Cominetto, Filfla und St. Paul’s Island sowie einige namenlose Felsformationen. 2004 wurde Malta in die EU aufgenommen – als deren kleinstes und südlichstes Mitglied. Berlin etwa ist von der Fläche her dreimal so groß. Nur Monaco, Singapur und der Vatikan sind noch dichter besiedelt. Von den etwas über 400.000 Bürgern der Republik sind fast alle katholisch. 96 Prozent sind maltesischer Nationalität, 2 Prozent sind Briten.
Man spricht Englisch auf Malta, certainly. Die zweite Amtssprache ist Malti, das sich aus einem arabischen Dialekt entwickelte und nur auf dieser Inselgruppe gesprochen wird. Als die maltesische Sprache mit dem Beitritt Maltas zur EU-Amtssprache erhoben wurde, konnte Brüssel für 100 Planstellen nur acht Dolmetscher finden.
Eine weitere Hinterlassenschaft der Briten ist der Linksverkehr. Malteser, so heißt es spöttisch, fahren allerdings am liebsten auf der Straßenseite, die gerade im Schatten liegt. Starke Nerven braucht man auch als Radfahrer, denn Radwege gibt es nicht. Fußwege sind rar. Dafür aber kommen Liebhaber sehr alter Autos voll auf ihre Kosten. Über Maltas Straßen rollen auffallend viele Oldtimer.
Die Sommer sind warm und trocken, die Winter feucht und mild. Schnee, Nebel und Frost kennt man hier nicht. Im Jahr fällt nur selten mehr als ein halber Liter Regen je Quadratmeter. Die gesamte Insel besteht aus gelblichem Kalkstein, gelber Sand, die gelblichen Felsen und das kristallklare Wasser haben magische Anziehungskraft auf Besucher aus aller Welt. Doch Vorsicht: „Oben-ohne-Baden“ in der Öffentlichkeit ist verboten.
Weitere Informationen über Malta finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de und http://ec.europa.eu.
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Blick in die Wirtschaft
Malta hat Glück im weltweiten Unglück: Die Insel blieb in den vergangenen Monaten von der Finanzkrise weitgehend verschont, denn die maltesischen Banken hatten kaum in bedenkliche US-Titel investiert. Dennoch gehen Experten davon aus, dass sich Maltas Wirtschaftswachstum in 2009 und 2010 verlangsamen wird, denn man rechnet damit, dass die Umsätze in der für Malta besonders wichtigen Fremdenverkehrsbranche 2009 deutlich zurückgehen werden. Bislang kamen etwa 40 Prozent der Touristen aus Großbritannien, wo derzeit besonders viele Menschen von der Krise direkt betroffen sind: Extras wie einen Urlaub auf Malta können sich nur noch wenige leisten, was die Besucherzahlen drückt. Mit einer Rezession rechnet man jedoch nicht. Die EU-Kommission prognostiziert, dass Maltas Wirtschaft in 2009 um 0,7 Prozent wachsen wird, in 2010 um 1,3 Prozent.
Auch in 2008, dem Jahr, in dem Malta den Euro einführte, entwickelte sich die Wirtschaft positiv: Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Vergleich zu 2007 real um 1,6 Prozent zu. Gewachsen sind vor allem die Branchen Transport, Lagerhaltung, Kommunikation, Finanzdienstleistungen, Immobilien, Erziehung und Gesundheit. Rückläufig hingegen war die Wertschöpfung in den Bereichen Landwirtschaft und Fischerei, im produzierenden Gewerbe, in der Gas- und Wasserversorgung sowie in Hotels und Restaurants.
Maltas wichtigste Wirtschaftszweige sind der Tourismus, die Werftindustrie, der Bau- und Energiesektor, Finanzdienstleistungen, das produzierende Gewerbe, Immobilien, Groß- und Einzelhandel, Lagerung und Kommunikation.
Der produzierende Sektor zeichnet sich durch hohe Produktqualität und kurze, hoch spezialisierte Produktionsabläufe aus – dies kann der Staat international als Wettbewerbsvorteil für sich nutzen. Die technische Ausstattung und logistische Infrastruktur sind hervorragend. Maltas Naturhäfen machen die Insel zu einem Knotenpunkt des weltweiten Schiffsverkehrs. Internationale Firmen bieten Seefrachttransporte von Malta aus zu allen Häfen des Mittelmeers, Nordeuropas, des Nahen Ostens, Nordamerikas und Asiens an.
Wichtigste Handelspartner sind Italien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich. Etwa 60 deutsche Unternehmen unterhalten gegenwärtig Betriebsstätten mit insgesamt 3.000 Beschäftigten (was rund 15 Prozent der Beschäftigten in der Industrie entspricht). Sie sind hauptsächlich in den Branchen Textil, Elektronik, Software, Ingenieurwesen, Brillen- und Dentalkomponenten tätig. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Deutsch-Maltesischen Handelskammer unter: www.german-maltese.com.
Interessante Links:
www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.
http://ec.europa.eu
Übersicht über die verschiedenen Regional- und Minderheitensprachen, die in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesprochen werden. Die Website bietet Informationen zur Geschichte der Region sowie der Entwicklung und Verbreitung von Regional- und Minderheitensprachen.
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