Studieren in Liechtenstein

 

Hochschullandschaft

Das Fürstentum Liechtenstein hat formal erst einen tertiären Bildungsbereich, seit es am 25. November 1992 das Gesetz über Fachhochschulen, Hochschul- und Forschungsinstitute einführte. Im Januar 2005 trat das Gesetz über das Hochschulwesen (Hochschulgesetz, HSG) in Kraft, das Sie unter www.gesetze.li einsehen können. Es regelt die Aufgaben und die Stellung von Hochschulen in Liechtenstein.

Derzeit gibt es vier Hochschulinstitute: die Universität Liechtenstein, die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein, die Internationale Akademie für Philosophie und das Liechtenstein-Institut. Weitere Informationen finden Sie unter www.liechtenstein.li (Bildung & Wissenschaft).

Universitäten
Die Universität Liechtenstein als staatliche Universität, die Internationale Akademie für Philosophie (IAP), die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL) und das Liechtenstein-Institut (LI) sind Lehreinrichtungen auf universitärem Niveau.

Die Universität Liechtenstein ist die älteste Hochschule im Fürstentum und die einzige staatliche Universität. Sie wurde 1961 als Abendtechnikum Vaduz gegründet und erlangte nach einem langjährigen Entwicklungsprozess über die Fachhochschule und universitäre Hochschule mit dem Gesetz vom 25. November 2010 den Status einer Universität. Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge sowie zahlreiche Weiterbildungsangebote werden in den zwei Bereichen Architektur und Wirtschaftswissenschaften angeboten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Habilitation. Details dazu erfahren Sie unter www.uni.li. Träger der Universität sind der Staat und Organisationen der Wirtschaft.

Die Internationale Akademie für Philosophie (www.iap.li) wurde 1986 von einem Gremium aus Professoren und Treuhändern gegründet. Die private Lehreinrichtung ist derzeit die einzige europäische Hochschule, die sich fast ausschließlich der Philosophie widmet: Sie bietet Bachelor-, Master-, Doktorats- und Habilitationsprogramme zur Philosophie an, die durch ein kleines Angebot zur Literatur ergänzt werden. Informationen dazu finden Sie unter www.iap.li. Die IAP zeichnet sich durch eine hohe Zahl internationaler Gastprofessoren aus. Ihre Studenten kommen aus 30 Ländern.

Die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (www.ufl.li) versteht sich als wissenschaftliches Zentrum für innovative Lern- und Lehrmethoden im humboldtschen Sinne. Die UFL bietet Medizinern und Naturwissenschaftlern eine zweijährige dissertationsbegleitende Weiterbildung an, die zu einem Doktorat in wissenschaftlicher Medizin führt. Außerdem gibt es für Juristen die Möglichkeiten, zum Dr. jur. zu promovieren. Träger der Universität ist eine privatwirtschaftliche Stiftung.

Doktorandenausbildung am Liechtenstein-Institut
Das Liechtenstein-Institut ist zwar ein anerkanntes Hochschulinstitut, bietet aber keine Studiengänge mit akademischem Abschluss an. Das Institut betreibt und fördert die auf Liechtenstein bezogene Forschung – vor allem auf den Gebieten Geschichte, Rechts-, Politik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Das Institut ist ein privater, gemeinnütziger Verein ( www.liechtenstein-institut.li ).

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Informationen zum Studium

Das akademische Jahr ist in zwei Semester gegliedert. Das Sommersemester beginnt am 1. März und endet am 30. August, das Wintersemester beginnt am 1. September und endet am 28./29. Februar (Vorlesungsbeginn Anfang Oktober und Anfang März).

An der Universität Liechtenstein und an der Internationalen Akademie für Philosophie werden die Studienleistungen in Kreditpunkten gemäß dem europäischen Kreditpunktesystem (ECTS) gemessen. Der Bachelorstudiengang dauert mindestens sechs Semester. Er ist ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss und berechtigt zum weiterführenden Masterstudium. Das Masterstudium dient der wissenschaftlichen Vertiefung. Es dauert mindestens vier Semester. Auch die Promotionsstudiengänge der Universität Liechtenstein und der Privaten Universität im Fürstentum Liechtenstein werden nach den ECTS-Standards bewertet.

An den Hochschulen wird auf Deutsch und Englisch unterrichtet. Liechtensteins Hochschulen bieten keine Fernstudiengänge an.

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Studiengebühren

Die Studiengebühren an der Universität Liechtenstein betragen 750 CHF (480 €) pro Semesgter für Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge. Für ein Studium an der IAP fallen Gebühren in Höhe von 7.500 CHF (4.800 €) pro Semester an. Gasthörer zahlen 750 CHF (480 €) pro Kurs. (Stand: August 2008)

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Zulassung und Bewerbung

Zugangsvoraussetzung für ein Studium an der Universität Liechtenstein sind die Matura, die Berufsmatura (Fürstentum Liechtenstein/Österreich), das Abitur, die fachgebundene Hochschulreife oder andere vergleichbare Abschlüsse, die zum Studium an einer Universität berechtigen. Bewerbungsfristen sind der 15. Juni für die Aufnahmen in die Master- und der 15. August für die Bachelorstudiengänge. Die Aufnahmekriterien sind in den jeweiligen Richtlinien der Studiengänge beschrieben (www.uni.li).

Die IAP verlangt für die Zulassung zum Studium die allgemeine Hochschulreife oder einen Hochschulabschluss und Grundkenntnisse in Latein, außerdem zwei Empfehlungsschreiben von früheren Professoren und eine schriftliche Arbeit (vorzugsweise über ein philosophisches Thema). Die schriftliche Arbeit soll den Stil und die Fähigkeiten des Bewerbers verdeutlichen. Die Bewerbungsunterlagen müssen für den Studienbeginn im Wintersemester bis zum 10. Juni, für den Studienbeginn im Sommersemester bis zum 1. Dezember eingereicht werden (Achtung: Die Daten variieren von Jahr zu Jahr leicht). Mehr Informationen unter www.iap.li.

Voraussetzung für ein Promotionsstudium an der UFL ist ein akademischer Abschluss in den Fachrichtungen Medizin, Naturwissenschaften oder in Jura.
Informationen zu internationalen Kooperationen deutscher Hochschulen finden Sie auf der Homepage der Hochschulrektorenkonferenz (www.hochschulkompass.de).

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Teil- oder Vollstudium?

Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.

Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).

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Nach dem Studium

Berufseinstieg für Hochschulabsolventen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt
Im Februar 2008 lebten in Liechtenstein gerade einmal 438 als arbeitslos registrierte Menschen – die Arbeitslosenquote lag bei nur 2,5 Prozent. Gleichzeitig meldeten die Unternehmen innerhalb eines Monats 231 freie Stellen, 195 davon unbefristet. Die Beschäftigtenzahl nimmt stetig zu – von Mitte 2006 bis Mitte 2007 um 4,2 Prozent.

Aussichten für Hochschulabsolventen
Auch für ausländische Arbeitssuchende sowie Hochschulabsolventinnen und -absolventen bietet der Arbeitsmarkt hervorragende Chancen. Aufgrund des rapiden Wirtschaftswachstums sind die heimischen Arbeitskräftereserven bereits seit den 70er-Jahren erschöpft. Inzwischen pendelt bereits die Hälfte der knapp 32.000 Beschäftigten aus dem Ausland ins Fürstentum – mit steigender Tendenz.

Akademikerinnen und Akademiker kommen vor allem in den Branchen Maschinenbau, Metallverarbeitung und Anlagenbau unter, außerdem bei Banken, Treuhandunternehmen, Wirtschaftsprüfern und Versicherungen. Diese Bereiche bilden zugleich die Schwerpunkte der Wirtschaft.

Auch in Liechtenstein gilt: Mit akademischem Wissen allein haben Absolventinnen und Absolventen kaum Chancen, ins Arbeitsleben einzusteigen. Denn trotz ihres hohen Personalbedarfs legen die Unternehmen hohe Maßstäbe bei der Bewerberauswahl an: Entscheidend ist, bereits früh zu entscheiden, in welche Branche es gehen soll, und während des Studiums durch Praktika und praxisbezogene Projekte relevante Berufserfahrung zu sammeln. Außerdem wird viel Wert auf gute Abschlussnoten, branchenrelevante Zusatzqualifikationen und Fremdsprachkenntnisse gelegt.

Besonders gute Chancen für Informatiker, Chemiker und Ingenieure
Dem Fürstentum mangelt es derzeit und in der nahen Zukunft vor allem an Absolventinnen und Absolventen der Ingenieurswissenschaften, vor allem in den Bereichen Bau und Maschinenbau. Auch Informatikerinnen und Informatiker sind gefragt. Unter den Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern haben Chemiker die besten Chancen. Außerdem werden Absolventinnen und Absolventen der Fächer Jura und Betriebswirtschaft nachgefragt. Sie kommen vor allem in der Finanzdienstleistungsbranche unter.

Eher schlechte Perspektiven haben Sozial- und Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler .Ihre traditionellen Einsatzgebiete – Bildung, Lehre, Universitäten – sind in Liechtenstein kaum vorhanden. Ein tertiärer Bildungsbereich existiert dort formal erst seit 1992.

Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Das Online-Portal des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes informiert über das Bildungs- und Hochschulwesen in vielen verschiedenen Ländern, gibt Hinweise auf Studien-, Austausch- und Praktikumsmöglichkeiten und bietet eine Reihe von weiterführenden Links.

Pfeil www.uni.li
Das Online-Portal der Universität Liechtenstein bietet einen umfangreichen Überblick über die die Bildungs- und Transferangebote, wobei die Schwerpunkte in den Bereichen Bachelor-, Master- und Doktorats-Studiengänge, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung beziehungsweise Technologie- und Wissenstransfer in den Bereichen Architektur und Wirtschaftswissenschaften liegen.

Pfeil www.liechtenstein-institut.li
Wissenschaftliche Forschungsstelle und akademische Lehrstätte mit den Forschungsgebieten Geschichte, Rechts-, Politik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Es werden keine Studiengänge angeboten.

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Bildausschnitt: Foto einer lächelnden Frau, die mit einem Spiralblock in den Händen in einem Bibliotheksgang steht.
 
Symbolbild: Ein junger Mann vor einer Tafel mit Einsteins berühmter Formel E=mc²
 
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de