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Bildungssystem
Luxemburg hat seine Schulbildung grundlegend modernisiert: Am 21. Januar 2009 hat die Abgeordnetenkammer mehrere Gesetze erlassen, die den Rahmen für die neue Grundschule (École fondamentale) bilden. Die Schulpflicht wurde durch die Reform um ein Jahr verlängert: Sie dauert nun zwölf Jahre, vom vierten bis zum 16. Lebensjahr.
Am 14. November 2008 wurde zudem das System der beruflichen Bildung erneuert.
Detaillierte Informationen zu beiden Reformen gibt es auf der Homepage des Ministeriums für nationale Bildung und Berufsbildung (Ministère de l'Éducation Nationale et de la Formation Professionnelle).
Mehrsprachigkeit
Mehrere Sprachen zu sprechen und zu verstehen, das ist für Luxemburgs Schülerinnen und Schüler selbstverständlich. Lëtzebuergesch, Französisch und Deutsch gelten nach dem Sprachengesetz (loi sur le régime des langues) als offizielle Landessprachen (langues administratives et judiciaires) des Fürstentums. Lëtzebuergesch ist zudem Nationalsprache (langue nationale).
Die Mehrsprachigkeit ist die Basis aller Erziehungs- und Bildungseinrichtungen in Luxemburg. In den Kindergärten und -tagesstätten sprechen die Erzieherinnen und Erzieher Lëtzebuergesch mit den Kindern. Derzeit besuchen acht von zehn Kindern ab drei Jahren eine Kinderkrippe. Hier beginnt die frühkindliche Erziehung (précoce). In der Vorschule (préscolaire) wird Lëtzebuergesch dann offiziell unterrichtet. Mit dem Beginn der Grundschule kommen zunächst Deutsch, später dann auch Französisch hinzu. Lëtzebuergesch bleibt neben Deutsch und Französisch auch in den weiteren Schuljahren Unterrichtssprache – die Schülerinnen und Schüler wechseln fließend zwischen den Sprachen hin und her.
Die neue Grundschule: Einführung der École fondamentale im Jahr 2009
Die frühkindliche Erziehung (précoce), die Vorschule und die Primarschule finden ab dem Schuljahr 2009/2010 unter dem gemeinsamen Dach der neunjährigen Grundschule (École fondamentale) statt. Das sind die Kernelemente der École fondamentale:
- Der Unterricht ist nicht mehr in Schuljahren, sondern in vier Lernzyklen mit je zwei Jahren Dauer organisiert. Schülerinnen und Schüler haben so mehr Zeit, die geforderten Bildungsziele zu erreichen.Zyklus 1: Drei- bis Fünfjährige (Schulpflicht jedoch erst ab dem 4. Lebensjahr)Zyklus 2: Sechs- bis SiebenjährigeZyklus 3: Acht- bis NeunjährigeZyklus 4: Zehn- bis Elfjährige
- Was die Schüler in den einzelnen Abschnitten lernen müssen, ist in den nationalen Lehrplänen beschrieben.
- Eine Abschlussbewertung am Ende jedes Zyklus’ entscheidet darüber, ob die Schülerin oder der Schüler in den nächsten Zyklus wechseln kann. Die Eltern werden am Ende jedes Trimesters (sechsmal pro Zyklus) über die Entwicklung ihres Kindes informiert.
- Kinder mit Lernschwierigkeiten werden besonders gefördert und begleitet. Entsprechend ihrer Bedürfnisse erhalten sie Unterstützung in den Bereichen Psychomotorik, Psychologie, Pädagogik und Heilpädagogik.
Sekundarstufe
Nach der Grundschule wechseln alle Schülerinnen und Schüler auf eine Sekundarschule. Sie können zwischen zwei Zweigen wählen:
- Allgemeinbildendes Lyzeum (enseignement secondaire/lycée classique): Diese Schule entspricht dem Gymnasium und bereitet auf ein Studium vor. Sie dauert sieben Jahre und ist in zwei Stufen aufgeteilt. Die erste Stufe dauert drei Jahre und danach endet auch die Schulpflicht. Die zweite Stufe schließt mit der allgemeinen Hochschulreife.
- Berufsbildendes Lyzeum (enseignement secondaire technique/lycée technique): Die Ausbildung bereitet auf den Einstieg ins Berufsleben vor. Sie kann auch den Zugang zu einem Studium eröffnen. Je nach gewähltem Ausbildungszweig dauert sie sechs bis acht Jahre. Sie gliedert sich in drei Zyklen: die Unterstufe (cycle inférieur), Mittelstufe (cycle moyen) und Oberstufe (cycle supérieur). Mit dem Abschluss der Unterstufe endet die Schulpflicht.
Berufsausbildung
Schülerinnen und Schüler, die die Unterstufe (cycle inférieur) des berufsbildenden Lyzeums (lycée technique) erfolgreich abgeschlossen haben, können zwischen drei verschiedenen Berufsausbildungsmöglichkeiten wählen:
- Die duale Ausbildung (régime professionnel) dauert in der Regel drei Jahre.
- Das Facharbeiter-Training (régime de la formation du technicien) ist eine schulische Ausbildung und dauert vier Jahre. Der Unterricht wird in der Mittel- und der Oberstufe am berufsbildenden Lyzeum (lycée technique) vermittelt.
- Die beruflich-technische Ausbildung (régime technique).dauert vier Jahre, für Sozial- und Gesundheitsberufe fünf. Der Unterricht wird in der Mittel- und der Oberstufe am berufsbildenden Lyzeum (lycée technique) vermittelt.
Für schwächere Schülerinnen und Schülern gibt es außerdem die berufliche Grundbildung (formation professionnelle de base).
Wer erfolgreich eine der drei Berufsausbildungen oder das allgemeinbildende Gymnasium abgeschlossen hat, kann sich zum höheren Techniker weiterqualifizieren (Brevet de Technicien Supérieur – BTS). Drei technische Sekundarschulen bieten dafür zweijährige Ausbildungen an: Die Schule für Handel und Wirtschaft (lycée technique Ecole de commerce et de gestion) die Schule für Handwerk und Kunsthandwerk (lycée technique des arts et métiers) und die Schule für Gesundheitsberufe (lycée technique pour professions de santé).
Hochschulbildung
Die Universität Luxemburg (Université du Luxembourg) bietet Studiengänge an drei Fakultäten an:
- Naturwissenschaften, Technologie und Kommunikation;
- Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften;
- Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften.
Die Studiengänge führen zu den international anerkannten Abschlüssen Bachelor, Master und Doktorat.
Weiterführende Links:
www.men.public.lu
Das Online-Portal des Bildungsministeriums in Luxemburg bietet neben umfassenden Informationen zum Bildungssystem auch konkrete Weiterbildungsangebote.
www.eurydice.org
Das Informationsnetzwerk für Bildung in Europa einschließlich der Datenbank Eurybase (verfügbar auch in englischer und deutscher Sprache)
www.adem.public.lu
Das Online-Portal bietet umfassende Informationen über den örtlichen Arbeitsmarkt. Die Informationen sind auf Französisch. Außerdem gibt es auf der Website Hinweise zu weiteren wichtigen Organisationen im Land.
www.uni.lu
Das mehrsprachige Online-Portal stellt das Leistungsangebot der Universität Luxemburg vor und bietet neben umfassenden Informationen über Studienmöglichkeiten und -voraussetzungen auch Auskunft zum Studentischen Leben im Land sowie Stellenangebote innerhalb verschiedener Bereiche der Universität.
www.cedefop.europa.eu
Quelle der Europäischen Union zu Fragen der Berufsausbildung, Mobilität, Finanzierung
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