Studieren in den Niederlanden
Hochschullandschaft
Für deutsche Studieninteressierte nehmen die Niederlande den dritten Platz in der Beliebtheitsrangliste ein - nur im Vereinigten Königreich und in den USA wollen noch mehr studieren. Die niederländische Hochschullandschaft ist der deutschen vergleichbar, denn es gibt drei Hochschularten: die Universitäten (Universiteiten), die Hochschulen (Hogescholen) und die Institute für Internationale Studien (Instituten voor Internationaal Onderwijs).Universitäten
Wie in Deutschland bilden auch in den Niederlanden die Universitäten (Universiteiten) den wissenschaftlichen Nachwuchs aus. Es gibt 14 Universitäten, einschließlich der Open University mit ihrem Fernstudienprogramm. Rund 180.000 Studenten sind an den Universitäten eingeschrieben. Mehr Informationen unter www.niederlandeweb.de (>Schüler und Studenten).HBO-Hochschulen (Hogeschoolen voor Hogere Beroepsonderwijs)
Die HBO-Hochschulen bieten praxisorientierte Studiengänge an. Sie sind ähnlich strukturiert wie die deutschen Fachhochschulen. Es gibt rund 60 HBO-Hochschulen mit rund 330.000 Studierenden. Einige von ihnen zählen bis zu 25.000 Studierende, die meisten sind jedoch wesentlich kleiner (www.niederlandeweb.de). Den Abschluss bekommt man dort in der Regel nach vier Jahren.Institute für Internationale Studien
Die Internationalen Studien - meist postgraduale Studiengänge - nehmen eine zunehmend prominente Rolle ein. Die Unterrichtssprache der Studiengänge ist Englisch, sie werden sowohl an speziellen Instituten für Internationale Studien (Instituten voor Internationaal Onderwijs) als auch an Universitäten und HBO-Hochschulen angeboten. Gegenwärtig gibt es 15 dieser Einrichtungen in den Niederlanden (www.studyin.nl).Fernuniversität
Die Open Universiteit Nederland ist eine staatliche Lehreinrichtung auf Universitätsniveau. Sie wurde 1984 in Heerlen gegründet und hat heute rund 21.000 Studierende. Die OU bietet neben Bachelor- und Masterstudiengängen auch Kurzzeitstudiengänge an, die in Kooperation mit den HBO-Hochschulen konzipiert wurden. Weitere Informationen gibt es unter www.ou.nl.
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Informationen zum Studium
In den Niederlanden wird das akademische Jahr, das am 1. September beginnt und am 31. August endet, in Semester oder Trimester eingeteilt. Ein Studium kann nur zu Beginn des Studienjahres, also zum 1. September, aufgenommen werden.
Niederländische Universitäten und Hochschulen haben genau wie deutsche, das europäische Kreditpunktesystem ECTS eingeführt, mit dem die Studienleistungen gemessen werden. Das ECTS führt an den Hochschulen und an den Universitäten zu den Abschlüssen Bachelor und Master. Welche Bachelor- und Masterstudiengänge in den Niederlanden angeboten werden und wie Sie sich bewerben können, erfahren Sie unter www.studieren-in-holland.de.
Gut zu wissen: Die niederländischen Universitäten und HBO-Hochschulen bieten einige Studiengänge an, die es in Deutschland nicht gibt, darunter berufsorientierte Studiengänge wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie an den HBO-Hochschulen. Deutsche fragen diese Studiengänge häufig nach. Deutschsprachige Studiengänge in Betriebswirtschaft (Bedrijfseconomie) bieten die HBO-Hochschule Venlo (www.fontys.nl) und die Hanzehogeschool in Groningen (www.hanze.nl) an.
Ein berufsbegleitendes Studium Sozialpädagogik in deutscher Sprache wird an der Saxion Hogeschool Enschede angeboten (www.saxion.de). Das Studium mit einem Studientag pro Woche dauert vier Jahre. Parallel dazu gehen Studierende einer Berufstätigkeit im Bereich Sozialwesen (zum Beispiel als Erzieher) nach oder absolvieren ein Praktikum. Außerdem wird ein Aufbaustudium in deutscher Sprache für staatlich anerkannte deutsche Ergotherapeuten mit dem Abschluss "Diplom-Ergotherapeut" angeboten.
Zulassungsbeschränkungen sind in den Niederlanden, anders als in Deutschland, relativ selten. So benötigt man in Deutschland einen guten Notendurchschnitt, um etwa zum Studium der Molekularen Biomedizin zugelassen zu werden, in den Niederlanden jedoch ist der Zugang zu diesem Studiengang generell frei. Auch für den Studiengang Psychologie gibt es keinen Numerus fixus (Äquivalent des deutschen Numerus clausus). Falls Ihnen der Zugang zu Ihrem Wunschfach in Deutschland verwehrt ist, kann es sich lohnen, es in den Niederlanden zu versuchen. Informationen dazu finden Sie unter www.studieren-in-holland.de (>Bewerbung).Bisheriges Studiensystem
Einige Studierende absolvieren ihren Hochschulabschluss derzeit noch nach dem alten Studiensystem, das aber voraussichtlich 2011 auslaufen wird. Traditionell führen die Absolventen der Fachhochschulen den Titel "Ingenieur!" (Ing.) oder "Baccalaureus" (B.), die Absolventen der Universitäten erwerben den Titel "ingenieur" (ir.), doctorandus" (drs.) oder bei Abschluss eines Jurastudiums "meester in de rechten" (mr.). Wer promoviert, bekommt den Doktorgrad (dr.).Deutsch-niederländische Studiengänge
Die deutsch-niederländischen Hochschulbeziehungen sind gut entwickelt. Es gibt allein mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen 14 binationale Studiengänge. Eine umfassende Liste deutsch-niederländischer Hochschulkooperationen findet sich auf der Website der Hochschulrektorenkonferenz (www.hochschulkompass.de).
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Studiengebühren
Für das Studium in den Niederlanden fallen Studiengebühren an - sie betragen rund 1.538 € pro Studienjahr. Ein Teil der Studiengebühren wird auf Antrag zurückerstattet. Dafür sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen (zum Beispiel Staatsbürger der EU, nicht über 30 Jahre alt). Ab dem Studienjahr 2007/08 löst der „Collegegeldkrediet“ die bisherige Teilrückerstattung ab. Das heißt: Studienanfänger können ab dem Studienjahr 2007/08 einen Teil der Studiengebühren nur noch in Form eines Kredits leihen. Mehr Informationen darüber finden Sie unter www.studieren-in-holland.de.
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Zulassung und Bewerbung
Die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium in den Niederlanden sind denen in Deutschland vergleichbar: Für ein Studium an einer Universität benötigt man die allgemeine Hochschulreife, für ein Studium an der HBO die Fachhochschulreife. Zulassungsbeschränkungen sind in den Niederlanden äußerst selten. Zu welchen Studiengängen der Zugang über einen Numerus fixus beschränkt ist, können sie unter www.studieren-in-holland.de (>Bewerbung) nachsehen.
In den Niederlanden wird die Zahl der Studienanfänger in einigen Studiengängen begrenzt, um für bestimmte Berufe ein Überangebot am Arbeitsmarkt zu vermeiden. Falls die Nachfrage das Angebot übersteigt, werden die Studienplätze in einem gewichteten Losverfahren vergeben.
Studienplätze werden entweder zentral vergeben durch das Centraal Bureau Aanmelding en Plaatsing der Informatie Beheer Groep (www.ib-groep.nl) in Groningen - quasi die niederländische "ZVS" – oder dezentral durch das Auswahlverfahren der einzelnen Hochschule (decentrale selectie). Deutsche Studienbewerber sollten sich direkt an die Hochschule ihrer Wahl wenden. Hat die Hochschule eine Zusage erteilt, ist noch eine Anmeldung beim IBG (Informatie Beheer Groep) erforderlich. Unterrichtssprache ist in der Regel Niederländisch; die Universitäten erwarten daher Sprachkenntnisse auf dem Niveau NT2. Die Anforderungen an den HBO sind meist lockerer - ihnen reicht es oft, wenn man Grundkenntnisse der niederländischen Sprache nachweisen kann. Im ersten Studienjahr können die Prüfungen und Klausuren an den HBO noch auf Deutsch abgelegt werden. Danach wird jedoch auf mangelnde Niederländischkenntnisse keine Rücksicht mehr genommen.
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Finanzierung
Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Informationen darüber erhalten Sie unter www.das-neue-bafoeg.de. Dort finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.
Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen (http://ec.europa.eu). Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (www.daad.de).
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Teil- oder Vollstudium?
Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.
In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.
Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.
Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).
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Nach dem Studium
Die Universitäten, HBO-Schulen und die Institute für Internationale Studien bieten postgraduale internationale Studiengänge an. Einen guten Ruf haben vor allem die Studiengänge Management, Agrarwissenschaften, Medizin und Ingenieurwissenschaften.
Berufseinstieg für Hochschulabsolventen
Die Lage am Arbeitsmarkt
Anfang 2008 lag in den Niederlanden die Erwerbslosenquote bei nur vier Prozent. Bereits in den vergangenen Monaten fehlten geeignete Bewerberinnen und Bewerber; Ende 2007 waren 236.000 freie Stellen gemeldet. Insbesondere Unternehmen mit mehr als hundert Angestellten suchen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Berufseinstieg beginnt sehr oft mit einer Teilzeitstelle und einem befristeten Vertrag; das ist in den Niederlanden jedoch nichts Ungewöhnliches, auch Bewerberinnen und Bewerber mit vielen Jahren Berufserfahrung müssen sich bei Jobwechseln häufig zunächst mit einer befristeten Stelle begnügen.
Aussichten für Hochschulabsolventen
Der niederländische Arbeitsmarkt bietet Akademikerinnen und Akademikern besonders gute Chancen: So waren im Jahr 2006 von denjenigen Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die eineinhalb Jahre zuvor die Universität oder Fachhochschule (Hogeschool) verlassen hatten, nur etwa vier Prozent noch immer auf Stellensuche. Allerdings gilt auch hier: Mit akademischem Wissen allein hat man kaum Chancen, ins Arbeitsleben einzusteigen. Wichtig ist, bereits früh zu entscheiden, in welche Branche es gehen soll, und während des Studiums durch Praktika und praxisbezogene Projekte relevante Berufserfahrung zu sammeln.
Hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben Absolventinnen und Absolventen der Natur- und Ingenieurwissenschaften. Denn in den Niederlanden entscheiden sich besonders wenige junge Menschen für ein Studium dieser Fächer. Daher fehlt es der Wirtschaft an hochqualifizierten Fachkräften in diesen Bereichen.
Großer Bedarf an Bauingenieuren und Architekten
Die Prognosen lassen in den kommenden Jahren einen besonders spürbaren Nachwuchskräftemangel bei den Bau- und Wasserbauingenieurinnen und -ingenieuren erwarten: Rund ein Viertel der Niederlande liegt unterhalb des Meeresspiegels, einige Regionen wurden eingedeicht und so dem Meer abgewonnen. Da durch den Klimawandel der Meeresspiegel steigen wird, müssen die Niederlande in den kommenden Jahren umfangreiche Vorkehrungen treffen, um ihre Landflächen zu sichern. Außerdem sollen Straßen, die Metro in Amsterdam, die Eisenbahninfrastruktur und mehrere Flughäfen ausgebaut werden .Auch Architektinnen und Architekten mit einem technischen Hintergrund werden daher sehr gefragt sein.
Gute Perspektiven gibt es zudem für Absolventinnen und Absolventen der Elektrotechnik, Verwaltungswissenschaften, Theologie, für hochqualifiziertes Pflegepersonal sowie für Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die sich auf Controlling/Kostenrechnung und auf Finanzökonomie spezialisiert haben.
Im Bereich Marketing hingegen ist das Angebot an Bewerberinnen und Bewerbern und damit die Konkurrenz um Arbeitsstellen relativ groß, denn diese Fachrichtung wählen besonders viele BWL-Studierende. Eher schwierig wird die Stellensuche auch für Absolventinnen und Absolventen der Kommunikation und Journalistik, der Sozialarbeit und der Bildenden Künste .
Detaillierte Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Branchen in den Niederlanden können Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft unter www.bfai.de kostenlos herunterladen.
Forschung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.
Nützliche Links:
www.daad.de
Das Online-Portal des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes enthält umfassende Informationen zum Bildungs- und Hochschulwesen, Praktika, sowie Forschen und Lernen in den Niederlanden mit vielen Zusatzhinweisen und weiterführenden Links zu allen relevanten Institutionen.
www.studyin.nl
Das Online-Portal bietet Informationen über Studienmöglichkeiten der einzelnen niederländischen Hochschulen, beantwortet allgemeine Fragen zum Land und bietet Kontakte zu wichtigen Bildungseinrichtungen im Land.
www.studychoice.nl
www.studychoice.nl bietet Informationen zu mehr als 450 englischsprachigen Bachelor- und Masterstudiengängen in den Niederlanden, entstanden aus der Zusammenarbeit von verschiedenen Universitäten, Fachhochschulen und Studentenorganisationen. www.studychoice.nl bietet die grösste Übersicht an englischsprachigen Bachelor-und Masterprogrammen in Holland.
www.studienscout-nl.de
Auf der Homepage der Studienberatung für die Niederlande "Studienscout-NL", finden Interessenten ein breites Informationsangebot zu Themen wie Studiengänge, Hochschulen, Zugangsvoraussetzungen, Anmeldung & Bewerbung, Sprache und Finanzielles. Erfahrungsberichte, Veranstaltungen und Infos für Eltern runden das Angebot ab.
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