Ausbildung in Rumänien
Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de > Leonardo da Vinci.
ÜberblickDas System der beruflichen Erstausbildung wird durch die allgemeine Bildungsgesetzgebung geregelt.Berufliche Erstausbildung (Formarea profesională iniţială) Die Gymnasialklassen 9 und 10 gliedern sich in drei Ausbildungszweige, zwischen denen man einen wählen kann: den theoretischen, den beruflichen oder den technologischen Zweig. Anschließend kann man in einem dieser drei Ausbildungsbereiche auch die Gymnasialklassen 11 und 12 besuchen. Mit dem Abschluss eines Abiturs ist anschließend ein universitäres Studium möglich. Die Ausbildung an einer Berufsschule dauert zwei Jahre (Klassen 9 und 10). Die Absolventen können anschließend ein Gymnasium der Sekundarstufe II besuchen (für Berufsschulabgänger: Klassen 12 und 13), wenn sie zuvor ein zusätzliches Ergänzungsjahr (an de completare) (entspricht Klasse 11) absolviert haben. Die Ausbildung für einen Beruf kann je nach Berufsbranche (wie beispielsweise Holzindustrie, Tourismus, Elektronikbranche) an einer Berufsfachschule (Şcoala postliceală) oder an einer Meisterschule (Şcoala de maiştri) erfolgen. Die Ausbildung dauert je nach Qualifikation, die man erreichen will, ein bis drei Jahre. Betriebliche Bildung Das Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend (MECT) koordiniert die Berufsbildungsprogramme an den Schulen durch ein Nationales Zentrum zur Entwicklung der Beruflichen und Technischen Bildung (Centrul National de Dezvoltare a Învatamântului Profesional si Tehnic). Ausbildungsverträge Die Beziehungen zwischen den Schulen und der Wirtschaft werden sowohl vom Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend (MECT) als auch vom Ministerium für Arbeit, Familie und Chancengleichheit (MMFES) gefördert. Hierzu schließen Schulen und Firmen Kooperationsverträge ab. Berufliche Bildung in Betrieben Den Auszubildenden fehlt oft die Chance, während ihrer Ausbildung praktische Erfahrungen in kleinen und mittelständischen Betrieben zu sammeln. Als Alternative zu den Praktika in Betrieben haben manche Schulen „Übungsfirmen“ gegründet, in denen die Auszubildenden unter Realbedingungen lernen können. Das Ministerium für Arbeit, Familie und Chancengleichheit (MMFES) fördert Betriebe, die Absolventen der Berufsschulen und der Berufsfachschulen beschäftigen. Rechtsgrundlage, Förderung, FinanzierungIm Zusammenhang mit der Erweiterung der Schulpflicht auf zehn Jahre wurden 2003 Änderungen in der Struktur und Organisation des Ausbildungssystems durchgeführt. Ranghöchste Behörde bleibt das Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend (MECT).Berufliche Erstausbildung Auf regionaler Ebene sind die Schulaufsichtsbehörden (Inspectoratele Şcolare Judeţene bis ISJ), die regionalen Arbeitsagenturen (Agenţiile Judeţene de Ocupare a Forţei de Muncă bis AJOFM) und die örtlichen Ausschüsse für die Entwicklung der Sozialen Partnerschaft in der Beruflichen Bildung (Comitetele Locale de Dezvoltare a Parteneriatului Social în Formarea Profesională) für die berufliche Erstausbildung verantwortlich. Die finanzielle Unterstützung der Auszubildenden durch Stipendien ist gesetzlich geregelt. In der privaten Ausbildung werden Gebühren erhoben, die staatliche Ausbildung ist bis zur 12. Klasse gebührenfrei. Die Schüler müssen jedoch die Kosten für eine Aufnahmeprüfung und für ihre Schulbücher tragen. An staatlichen Universitäten gibt es nur eine begrenzte Zahl von freien Studienplätzen, die anderen sind kostenpflichtig. Betriebliche Ausbildung Betriebe, die Praktika, Stipendien und Arbeitsplätze für Absolventen anbieten, erhalten Steuervergünstigungen. Berufliche Bildung in Betrieben Die betrieblichen Investitionen in die Erstausbildung sind eher bescheiden. Die Schaffung von Anreizen für die Arbeitgeber, die gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen, ist noch nicht ausreichend vorangetrieben worden. QualifikationenBerufliche ErstausbildungAbsolventen des Lyzeums können an Zertifizierungsprüfungen für den von ihnen gewählten Berufszweig oder neben der Abiturprüfung an Prüfungen zur Zertifizierung der beruflichen Kompetenzen teilnehmen. Für die Prüfungen ist das Ministerium für Bildung, Forschung und Jugend (MECT) zuständig. Sollte die Ausbildung abgebrochen werden, wird jedes abgeschlossene Ausbildungsjahr anerkannt. Absolventen des Gymnasiums der Sekundarstufe I (Klassen 9 bis 10) erreichen mit bestandener Prüfung eine Qualifikation des Levels I. Sie erhalten ein Zeugnis, dass sie die obligatorische Schulausbildung abgelegt haben und eine persönliche Mappe des lebenslangen Lernens. Absolventen des Gymnasiums der Sekundarstufe II (Klassen 11 und 12) erhalten ein Zeugnis der beruflichen Qualifikation des Levels III und jeweils ein Zeugnis der beruflichen Kompetenzen. Absolventen der Berufsschule können durch Prüfungen ein Zeugnis der beruflichen Qualifikation des Levels I erhalten. Das ist Voraussetzung für ein Ergänzungsjahr, durch das sie eine berufliche Qualifikation des Levels II erlangen können. Erst diese Qualifikation ermöglicht den Besuch eines weiterführenden Gymnasiums (Klassen 12 und 13). Damit können die Schüler eine Qualifikation des Levels III erreichen. Absolventen einer Berufsfachschule oder Meisterschule erhalten ein berufliches Zeugnis, das dem Level III entspricht. Berufliche Bildung in Betrieben Der Arbeitgeber stellt Arbeitnehmern, die an der beruflichen Bildung teilgenommen haben, Zeugnisse aus. Zugang und BeratungUntere Sekundarbildung (Klassen 5 bis 8)Die Ausbildung an staatlichen Schulen ist gebührenfrei, an privaten Schulen hingegen kostenpflichtig. Obere Sekundarbildung (Klassen 9 bis 12) Nach dem Abschluss der 8. Klasse werden die Schüler in den folgenden Schuljahren auf einen theoretischen, einen beruflichen oder einen technologischen Zweig aufgeteilt. Sie können hier Präferenzen angeben, entscheidend sind aber ihr Leistungs- und Notendurchschnitt in der unteren Sekundarbildung und die Zahl der zu vergebenen Plätze. Nach dem obligatorischen 10. Schuljahr können die Schüler die Ausbildung in den Klassen 11 und 12 fortsetzen. Der Unterricht erfolgt in jenem Ausbildungszweig, den sie bereits in den Klassen 9 und 10 hatten. Nach dem Abschluss der 8. Klasse besteht auch die Möglichkeit, die Ausbildung an einer Berufsschule (SAM) fortzusetzen. Für die Aufnahme ist ein Praxistest zu absolvieren. Schüler einer Berufsschule können sich nach ihrer Ausbildung für einen Beruf entscheiden oder ihr Abitur an einem Gymnasium nachholen. Das Abitur ist Voraussetzung, um ein Studium an einer Universität, einer Akademie, einem universitären Kollegium oder an einem Kollegium aufzunehmen. Wer das Abitur nicht besteht, erhält ein Zeugnis über die besuchten Schuljahre. Mit diesem kann eine postsekundare Bildung aufgenommen werden. Postsekundare Bildung Absolventen eines Gymnasiums der Sekundarstufe II können sich mit oder ohne Abitur (Diploma de bacalaureat) um eine Aufnahme an einer Berufsfachschule oder Meisterschule bewerben. Hierfür muss eine Prüfung abgelegt werden. Für Berufsfachschulen im medizinischen Bereich ist das Abitur jedoch obligatorisch. Eine postsekundare Bildung kann von öffentlichen und privaten Trägern angeboten werden, die Zulassung erfolgt hier über die Schulaufsichtsbehörden der Kreise. Die Träger sind für die Finanzierung der Ausbildung zuständig und nehmen teilweise Ausbildungsgebühren. Zudem finanziert das Bildungsministerium seit 2007 über 10.000 Ausbildungsplätze an Berufsfach- oder Meisterschulen. Berufsfachschulen im medizinischen Bereich werden ausschließlich vom Bildungsministerium finanziert. Beratung Es haben sich zwei parallele Beratungssysteme entwickelt: So gibt es zum einen Zentren für psychopädagogische Beratung an Schulen und Informations- und Beratungszentren an den Universitäten. Zum anderen bieten die Arbeitsämter Information und Beratung. Weiterführende Links zur Beruflichen Bildung in RumänienBerufliche Bildung:
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