Niederlande: Land und Leute
Land & Leute
Tulpen, Tomaten, Käse und Holzschuhe sind für viele Deutsche typisch niederländisch. Doch die wichtigsten Exportgüter der Niederlande sind Erdölprodukte, Erdgas und Computer; und neben Windmühlen hat das Land viel Architektur der Klassischen Moderne zu bieten. Die Campinglust der Niederländer ist zu Recht legendär, wenn auch die Caravanverkäufe im Lande seit ein paar Jahren rückläufig sind.
„Die meisten Niederländer können die Selbstverständlichkeit nicht leiden, mit der viele deutsche Urlauber und Geschäftspartner voraussetzen, dass sie alle Deutsch sprechen. Die meisten können zwar Deutsch – teilweise deswegen, weil Filme in Originalversion mit Untertiteln ausgestrahlt werden. Sie empfinden es aber als Ungleichgewicht, dass kaum ein Deutscher Niederländisch spricht.“
Tanja Rupp, Customer Service Representative in Utrecht
Niederländische Ingenieure sind Meister im Wasserbau. Die Deiche des Landes haben eine Gesamtlänge von 3.000 Kilometern. Sollten sie einmal brechen, wäre das eine Katastrophe: Die halbe Nation liegt weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel, der Internationale Flughafen Schiphol sogar sechs Meter unter Normalnull auf einstigem Meeresgrund. Die Häuser in der Landeshauptstadt Amsterdam sind wie venezianische Palazzi auf Pfählen gebaut. Sehr stolz sind die Niederländer darauf, dass sie ihr Land in den letzten 70 Jahren um 165.000 Hektar vergrößert haben, indem sie dem Meer Boden abtrotzten.
Die Niederlande sind ein relativ kleines, aber wirtschaftlich starkes Land mit einer parlamentarischen Monarchie; zum „Königreich der Niederlande“ gehören außerdem die in der Karibik gelegenen Niederländischen Antillen und Aruba. Regierungssitz ist Den Haag. Die Größe des Landes entspricht einem Neuntel der Fläche Deutschlands.
Die Niederlande gehören zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt: 16,5 Millionen Menschen leben dort, fast 400 drängen sich statistisch auf einem Quadratkilometer. Zu den Gegenden mit der größten Bevölkerungsdichte zählen die Randstadt, das ist das Gebiet im Westen des Landes, zu dem Amsterdam, Haarlem, Leiden, Den Haag, Rotterdam und Utrecht gehören. Hier gibt es auch die meisten Arbeitsplätze. Ein Fünftel aller Einwohner ist ausländischer Herkunft – knapp eine Million von ihnen stammen aus den früheren Kolonialgebieten, die meisten aus Indonesien.
Amtssprache im Königreich ist Niederländisch. In der Provinz Friesland wird auch Friesisch an den Schulen unterrichtet. Mit fremden Sprachen kennen sich die Niederländer gut aus. Englisch ist fast so etwas wie eine zweite Muttersprache, Deutsch war bis vor Kurzem Pflichtfach an den Schulen. 29 Prozent der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an, 19 Prozent einer der reformierten Kirchen, darunter die Niederländische Reformierte Kirche, die Calvinisten und die Lutheraner. 10 Prozent sind Mitglieder anderer Religionsgruppen, 43 Prozent sind konfessionslos. Eine Liste mit Links zu den Websites aller Ministerien der Niederlande, aller Provinzen und von weiteren regierungsnahen Organisationen finden Sie unter www.overheid.nl. Weitere Informationen über die Niederlande finden Sie unter www.newtoholland.nl, http://bln.niederlandeweb.de und http://ec.europa.eu.
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Blick in die Wirtschaft
Bereits im 17. Jahrhundert zählten die Niederlande zu den größten See- und Wirtschaftsmächten der Welt und profitierten sehr stark vom internationalen Handel. Auch heute spielen weltweite Wirtschaftsbeziehungen eine bedeutende Rolle: Das Land gehört mittlerweile wieder zu den größten Exportnationen der Welt. Zahlreiche international operierende Handelsunternehmen haben sich dort niedergelassen: Etwa jeder zehnte Arbeitnehmer arbeitet inzwischen in einem Betrieb, der mit ausländischem Kapital finanziert wird. Und die Niederländer selbst erwirtschaften über die Hälfte ihres Bruttoinlandsprodukts außerhalb ihrer Landesgrenzen. Deutschland ist dabei der wichtigste Handelspartner. Nach einer Phase des Wachstums in den Jahren 2006 bis 2008 brach die Wirtschaft 2009 aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich ein: Das BIP ging um 4 Prozent zurück. Die OECD geht davon aus, dass die Wirtschaft in 2010 und 2011 wieder moderat wachsen wird. Aktuelle Daten zur Wirtschaftslage erhalten Sie auf der Homepage von Germany Trade and Invest unter www.gtai.de (> Publikationen), von der Deutsch-Niederländischen Handelskammer unter www.dnhk.org sowie unter www.rijksoverheid.nl.
Interessante Links:
www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.
www.newtoholland.nl
Das zweisprachige Immigrationsportal "New to Holland" bündelt die verschiedenen niederländischer Behörden, mit denen einwanderungswillige Ausländer zu tun bekommen können. Je nach Alter, Herkunftsland, Aufenthaltsdauer und Aufenthaltszweck werden die relevanten Istitutionen individuell zusammengestellt.
http://niederlande-infos.info/
Das Online-Portal enthält Informationen über die Niederlande. Es deckt fast alle Lebensbereiche thematisch ab. Außerdem geht die Website auf spezielle Fragen zur Wirtschaft, zum Arbeitsmarkt, zur Bildung, Kultur und Gesellschaft ein. Links führen zu allen wichtigen Organisationen des Landes.
www.niederlandeweb.de
Das Online-Portal der Landesvertretungen des Königreichs der Niederlande bietet Zugang zu allen in Deutschland angesiedelten Diplomatischen Niederlassungen, bei denen man Informationen über Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen, Land und Leute sowie Leben und Arbeiten in den Niederlanden erhält.
www.ec.europa.eu
Übersicht über die verschiedenen Regional- und Minderheitensprachen, die in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesprochen werden. Die Webseite bietet Informationen zur Geschichte der Region sowie der Entwicklung und Verbreitung von Regional- und Minderheitensprachen.
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