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Berufliche Bildung
Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de > Leonardo da Vinci.
Übrigens: Mit dem Europass-Mobilitätsnachweis hat die Europäische Union ein europaweit einheitliches Dokument geschaffen, das alle im Ausland gemachten Lernerfahrungen dokumentiert. Der Europass enthält Angaben zu den Inhalten, den Zielen und der Dauer des Auslandsaufenthaltes. Er vermittelt damit einen genauen Überblick über den Umfang der internationalen Erfahrung und dokumentiert jede Art von Lernaufenthalten im Ausland. Weitere Informationen dazu unter: www.europass-info.de.
Informationen zu ausländischen Bidlungssystemen bietet auch der Deutsche Bildungsserver unter http://bildungssysteme-international.dipf.de. Das Online-Portal enthält Links zu Bildungsministerien, Bildungseinrichtungen, Fachgesellschaften, nationalen und internationalen Organisationen sowie zu Datenbanken mit Informationen zu über 230 Ländern und Regionen.
Wenn Sie eine berufliche Erstausbildung komplett im Ausland absolvieren möchten, benötigen Sie umfassende Informationen über das jeweilige Ausbildungssystem: Welche Ausbildungswege gibt es, wie ist der Stellenwert und das Niveau der Ausbildung, und wie wird die Ausbildung in Deutschland anerkannt? Die folgenden Angaben bieten nur einen ersten Überblick. Weiterführende Informationen finden Sie bei den genannten Stellen.
Überblick
Auch die berufliche Bildung ist Bestandteil des Bildungssystems. 2006 ist ein neues Gesetz über die berufliche und technische Ausbildung in Kraft getreten. Sie umfasst:
Berufliche und technische Sekundarbildung
Für die Planung, Programmaufstellung und Durchführung der beruflichen und technischen Bildung sind Arbeitgeber, Gewerkschaften und der Staat zuständig. Auf regionaler und lokaler Ebene wirken verschiedene Institute und Behörden mit.
- Berufliche Kurzbildungsprogramme (Programi nižjega poklicnega izobraževanja) für Schüler und Auszubildende dauern 2,5 Jahre (bei herausragenden Leistungen ist eine Verkürzung auf 2 Jahre möglich) und enden mit einer Abschlussprüfung.
- Schüler, die die Grundschulbildung erfolgreich abgeschlossen haben, können sich für die dreijährigen sekundaren Berufsbildungsprogramme (Programi srednjega poklicnega izobraževanja) anmelden. Diese werden als schulische berufliche Bildung mit Praxiswochen in den Betrieben angeboten.
- Die technische Sekundarbildung (Programi srednjega strokovnega oz. tehniškega izobraževanja) dient als Vorbereitung auf die beruflichen und fachlichen Akademien, führt aber auch zu Tätigkeiten mit breitem Profil. Die Programme dauern in der Regel vier Jahre.
- Schüler, die die vier Jahre der allgemeinen höheren Sekundarschule (gimnazija) beendet haben (auch wenn sie die externe Abschlussprüfung nicht bestehen), können sich für berufliche Kurse (Programi poklicno-tehniškega izobraževanja), eine maximal ein Jahr dauernde technische Sekundarbildung, anmelden. Der wöchentliche Lehrplan beinhaltet nur fachspezifische Fächer und praktische Bildung. Anschließend kann das berufliche Fachabitur abgelegt werden (poklicna matura).
Postsekundare Berufsbildung
Die postsekundare Berufsbildung wird von den höheren Fachschulen und beruflichen Akademien (višje strokovne šole) durchgeführt und ist im Gesetz über die höheren Fachschulen gesetzlich geregelt. Die Programme der Schulen müssen vom Bildungsministerium genehmigt werden. Sie orientieren sich dabei an den Empfehlungen des Expertenrats der Republik Slowenien für die berufliche und technische Bildung (Strokovni svet Republike Slovenije za poklicno in strokovno izobraževanje). Die höheren Fachschulen und Akademien bieten praxisbezogene Programme an.
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Rechtsgrundlage, Förderung und Finanzierung
Die berufliche und technische Sekundarbildung sowie die postsekundare Berufsbildung bereiten Schüler und Auszubildende auf einen Beruf und den Zugang zum Arbeitsmarkt vor. Neue Regelungen ermöglichen den höheren Fachschulen und Berufsakademien eine gemeinsame Qualitätssicherung.
Berufliche und technische Sekundarbildung
Die beruflichen Kurzbildungsprogramme werden von Berufsschulen (poklicne šole) und Schulzentren (šolski centri) organisiert. Sie führen diese Programme ebenso wie die berufliche und technische Sekundarbildung in getrennten Fachbereichen durch.
Sekundare Berufsbildungsprogramme: Die berufliche Sekundarbildung findet in Form von schulischer Bildung (celoletna šolska organizacija) oder im dualen System statt, bei dem die praktische Bildung im Betrieb auf der Grundlage eines Ausbildungsvertrages durchgeführt wird.
Die technische Sekundarbildung erfolgt in technischen Sekundarschulen (srednje tehniške šole srednje strokovne šole) oder in Schulzentren, die Kurzbildungsprogramme und berufliche sowie technische Sekundarbildung anbieten.
Postsekundare berufliche Bildung
Die Programme werden von den höheren Fachschulen und beruflichen Akademien (višje strokovne šole) organisiert. Sie sind entweder Einzelinstitutionen oder Niederlassungen von größeren Bildungsinstitutionen.
Förderung und Finanzierung
Die Durchführung von staatlich genehmigten Bildungsprogrammen in öffentlichen Schulen und in Konzessionsschulen wird mit öffentlichen Mitteln finanziert. Das Gesetz erlaubt nur in Ausnahmefällen die Erhebung von Gebühren.
Das Stipendiensystem
Stipendien sind im Stipendiengesetz (Zakon o štipendiranju) festgelegt und wie folgt eingeteilt:
- von Betrieben und Unternehmen gewährte Stipendien zur Gewinnung zukünftiger Arbeitnehmer
- betriebliche Stipendien, die auf regionaler Ebene – je nach fachlichem Bedarf – ausgeschrieben werden
- Zois-Stipendien für hochbegabte Schülerinnen und Schüler sowie Studierende
- staatliche Stipendien für Auszubildende und für Schülerinnen und Schüler der Sekundarbildung, die andernfalls nicht in der Lage wären, ihre Bildung fortzusetzen
- Stipendien für Auslandsslowenen
EU-Bürger und Angehörige von Staaten, mit denen Slowenien ein entsprechendes bilaterales Abkommen abgeschlossen hat, können ebenfalls gefördert werden.
Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 wurde die Zuständigkeit für staatliche Stipendien für Auszubildende und die Sekundarbildung auf die Zentren für soziale Angelegenheiten (Centre za socialno delo) übertragen. Ende 2006 wurde ein öffentlicher Fonds zur Entwicklung von Fachkräften und Stipendien (Javni sklad za razvoj kadrov in štipendije) gegründet, der für die Vergabe der Zois- und Betriebsstipendien, die nicht direkt von den Unternehmen vergeben werden, zuständig ist.
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Qualifikationen
Berufliche und technische Sekundarbildung
Die beruflichen Kurzbildungsprogramme führen zum Abschluss „Assistent" oder „Gehilfe“ einer bestimmten Berufsgruppe, zum Beispiel „Damenschneider-Assistent". Erfolgreiche Absolventen erhalten ein Zertifikat der Abschlussprüfung (spričevalo o zaključnem izpitu).
Sekundare Berufsbildungsprogramme: Schüler, die erfolgreich drei Jahre an einer beruflichen Sekundarschule absolviert haben, erhalten das Zertifikat der Abschlussprüfung. Es ermöglicht den Zugang zum Arbeitsmarkt oder die Fortsetzung der Ausbildung in den zweijährigen beruflich-technischen Programmen, die als eine höhere Stufe der beruflichen Bildung entwickelt worden sind.
Die technische Sekundarbildung ist hauptsächlich auf die Vorbereitung auf die beruflichen und fachlichen Akademien ausgerichtet. Gleichzeitig führt sie jedoch auch zu einer Qualifikation für Tätigkeiten mit umfassenden Profilen. Die technischen Sekundarbildungsprogramme dauern vier Jahre und enden mit der polytechnischen Reifeprüfung (poklicna matura).
Berufliche Kurse: Am Ende ihrer Ausbildung müssen die Schülerinnen und Schüler die polytechnische Reifeprüfung ablegen. Wenn sie bereits die allgemeine Reifeprüfung besitzen, werden die dort abgelegten Prüfungen in Slowenisch, Mathematik und einer Fremdsprache anerkannt. Nur die Prüfung in dem obligatorischen Wahlfach des Fachgebietes und der praktische Teil mit einer Seminararbeit oder einem Produkt oder einer Dienstleistung müssen abgelegt werden.
Postsekundare Berufsbildung
Nach Studienabschluss erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Diplom, das ihre Studien genau beschreibt, und ein Zeugnis der beruflichen Qualifikation (naziv poklicne izobrazbe).
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Zugang und Beratung
Berufliche und technische Sekundarbildung
Die beruflichen Kurzbildungsprogramme werden von Berufsschulen (poklicne šole) und Schulzentren (šolski centri) organisiert. Sie führen die Programme sowie berufliche und technische Sekundarbildung in einzelnen Zweigen oder Fachbereichen durch. Jeder, der erfolgreich die Grundschulbildung (osnovna šola) oder mindestens 7 Klassen der Grundschulbildung abgeschlossen hat, kann sich anmelden. Auch die Aufnahme von Schülern, die die Sonderschule abgeschlossen haben, ist möglich.
Sekundare Berufsbildungsprogramme: Jeder, der die Grundschulbildung oder ein Kurzberufsbildungsprogramm abgeschlossen hat, kann sich für die sekundaren Berufsbildungsprogramme anmelden. In manchen Bildungsprogrammen werden vorab körperliche und geistige Fähigkeiten getestet.
Technische Sekundarbildung: Wer die Grundschul- oder die berufliche Sekundarbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann sich für die technische Sekundarbildung anmelden. Manche Programme testen im Vorfeld geistige und körperliche Voraussetzungen.
Berufliche Kurse: Schüler, die vier Jahre der allgemeinen höheren Sekundarbildung (gimnazija) abgeschlossen haben (auch wenn sie die externe Abschlussprüfung nicht bestanden haben), können an beruflichen Kursen (poklicni tečaj), die aus technischer Sekundarbildung von höchstens einem Jahr bestehen, teilnehmen.
Postsekundare Berufsbildung
Die Kriterien für die Aufnahme an eine höhere Fachschule oder eine berufliche Akademie (višje strokovne šole) sind:
- abgeschlossenes Abitur (Matura) oder Berufsabitur
- abgeschlossene Meisterprüfung und drei Jahre Berufserfahrung mit zusätzlicher Prüfung (Slowenisch, Mathematik, Fremdsprache)
Bei der Anmeldung sind Termine einzuhalten, die bei den einzelnen Schulen zu erfragen sind.
Guidance
Der Beratungsdienst (Svetovalna služba) bietet Bildungs- und Berufsberatung für Kinder, Schüler, Studenten, Lehrer und Eltern in vorschulischen Einrichtungen und in Grund- und Sekundarschulen an. Er arbeitet mit Vorschullehrern und Lehrern zusammen.
Reformen
Nach dem Vorbild des dualen Systems wurden die meisten beruflichen Berufsbildungsprogramme europäischen Standards und der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt angepasst. Die berufliche Ausbildung umfasst mindestens 24 Ausbildungswochen innerhalb von drei Jahren in einem Betrieb.
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Weiterführende Informationen zur Beruflichen Bildung in Slowenien
Berufliche Bildung:
www.acs.si
Andrago ški center Republike Slovenije
Das slowenische Institut für Erwachsenenbildung informiert über Weiterbildung und Anerkennung von Abschlüssen (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.cmepius.si
CMEPIUS
Das slowenische Zentrum für Mobilität und europäische Berufsbildungsprogramme hält Informationen zu europäischen Mobilitätsprogrammen bereit (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.cpi-si
Center Republike Slovenije za poklicno izobraževanje
Berufsbildungszentrum der Republik von Slowenien mit Informationen über die berufliche Bildung (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.csd-lj-siska.si
Center za socialno delo Ljubljana-Šiška
Das Zentrum für soziale Angelegenheiten im Stadtteil Ljubljana-Šiška informiert über die Vergabe staatlicher Stipendien mit allen regional zuständigen Zentren.
www.cedefop.europa.eu
Quelle der Europäischen Union zu Fragen der Berufsausbildung, Mobilität, Finanzierung
www.ess.gov.si
Zavod Republike Slovenije za zaposlovanje
Nationale Arbeitsagentur mit Informationen über die berufliche Bildung, Bildungsprogramme, Qualifizierungsmöglichkeiten und Bildungszentren (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.ess.gov.si
Nacionalni center za informiranje in poklicno svetovanje – NCIPS
Nationales Ressourcenzentrum für Berufsberatung Sloweniens mit Informationen über die berufliche Bildung, Bildungsprogramme, Qualifizierungsmöglichkeiten und Bildungszentren (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.mddsz.gov.si
Ministrstvo za delo, družino in socialne zadeve
Informationen des Ministeriums für Arbeit, Familie und Soziales über die berufliche Bildung (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.mss.gov.si
Ministrstvo za šolstvo in šport
Internetseite des Ministeriums für Bildung und Sport mit detaillierten Informationen über das Bildungssystem (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.nrpslo.org
Nacionalno informacijsko središče
Die Nationale Referenzstelle bietet Informationen zur Berufsqualifikationan
www.sklad-kadri.si
Javni sklad Republike Slovenije za razvoj kadrov in štipendije
Der slowenische Fonds für Humanresourcen und Stipendien vergibt Fördermittel auch an ausländische Bürger in Slowenien (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.vss-ce.com/vps
Višešolska prijavna služba
Zentrale Anlaufstelle für die Verteilung von Plätzen an höheren Fachschulen/Berufsakademien in Slowenien.
www.gzs.si
Gospodarska zbornica Slovenije
Industrie- und Handelskammer Sloweniens mit nützlichen Informationen über die berufliche Bildung (auch verfügbar in englischer Sprache)
www.ozs.si
Obrtno-podjetniška zbornica Slovenije
Handwerkskammer Sloweniens mit Informationen über die berufliche Bildung (auch verfügbar in deutscher und englischer Sprache)
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