Berufliche Bildung
Haben Sie Lust, im Rahmen der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Ausbilder oder Berufsschullehrer nach Austausch- und Praktikantenprogrammen erkundigen. Auslandsaufenthalte für Auszubildende werden in der Regel von Bildungseinrichtungen organisiert und über das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.na-bibb.de > Leonardo da Vinci.
Für Deutsche, die eine Ausbildung in Tschechien anstreben, sind die deutsch-tschechischen Berufsaubildungsprojekte in den kaufmännischen Berufen interessant. Die Ausbildung ist an das deutsche Ausbildungssystem angelehnt und wird in beiden Ländern anerkannt. Interessiert? Dann informieren Sie sich auf der Website der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (www.dtihk.cz).
ÜberblickDas System der beruflichen Bildung umfasst die Erstausbildung und die Weiterbildung. Die berufliche Erstausbildung wird in öffentlichen und privaten Schulen vermittelt. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten Zeugnisse, die allgemein anerkannt sind und das erreichte Bildungsniveau bescheinigen sowie die Grundlage für eine allgemein anerkannte Qualifikation bilden.Die Weiterbildung wird von den Arbeitgebern, privaten Bildungsträgern, öffentlichen und privaten Schulen und anderen Organisationen angeboten und vom Ministerstvo práce a sociálních věcí (Ministerium für Arbeit und Soziales) beaufsichtigt. Berufliche Erstausbildung Die berufliche Erstausbildung ist Teil der Sekundarbildung, die in drei Zweige, je nach angestrebtem Qualifikationsniveau, unterteilt ist:
Weiterbildung Die Sekundarschulen und die höheren Fachschulen bieten Weiterbildungsangebote für Erwachsene als berufliche Kurse und Spezialisierungskurse „post-maturita“ an. Die Kurse sind kostenpflichtig, sofern sie nicht zum Erwerb einer sekundaren oder höheren beruflichen Qualifikation führen. Die Weiterbildung außerhalb des formellen Bildungssystems wird überwiegend von den Arbeitgebern für ihre Beschäftigten organisiert – sei es in Form von internen Kursen in eigenen Ausbildungseinrichtungen oder in Form externer Kurse, die von Bildungsträgern angeboten werden (Berufsschulen oder Bildungsorganisationen). In manchen Sektoren ist die Weiterbildung für Arbeitnehmer obligatorisch. Es handelt sich zum Beispiel um eine Autofahrerprüfung, um Schulungen zu neuen Verordnungen oder um die Schulung zur Sicherheit bei der Arbeit. Die Absolventen erhalten Zeugnisse, die normalerweise in den betreffenden Sektoren anerkannt werden. Die Úřad práce (Arbeitsämter) als regionale Institutionen mit Vermittlungsdiensten organisieren Umschulungsmaßnahmen für Arbeitssuchende. Rechtsgrundlage, Förderung und FinanzierungDas wichtigste Gesetz zum Bildungssystem (einschließlich der beruflichen Bildung) ist das Gesetz Nr. 561/2004 über vorschulische, Grundschul-, Sekundar-, höhere fachliche und andere Bildung (o předškolním, základním, středním, vyšším odborném a jiném vzdělávání). Zuständig für Bildung ist das Ministerstvo školství, mládeže a tělovýchovy (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport). Für das Schulwesen sind die Bildungsabteilungen der 14 regionalen Behörden verantwortlich.Das Ministerium erstellt einen Rahmenlehrplan für jeden Zweig der Sekundarbildung. Er ist für die Schulen bindend bei der Entwicklung ihrer Lehrpläne. Berufliche Erstausbildung Die Berufsschulen werden von den Bildungsabteilungen der regionalen Behörden verwaltet und finanziert. Die Sozialpartner, einschließlich der Berufsverbände, beteiligen sich nicht an der Finanzierung der beruflichen Bildung. Dies gilt auch für die praktische Ausbildung in den Schulen. Die Bildung in öffentlichen Berufsschulen ist für die Schüler kostenlos, während die privaten Schulen normalerweise Schulgebühren erheben. Höhere Fachausbildung Die Studienprogramme der höheren Fachschulen müssen vom Ministerium genehmigt werden. Die Akkreditierung erfolgt auf Empfehlung der Zulassungskommission für die höhere Fachausbildung. Die höheren Fachschulen (sowohl öffentliche als auch private) können Studiengebühren erheben. Weiterbildung Die Weiterbildung wird von einer Reihe gesetzlicher Bestimmungen geregelt. Für die Sekundar- oder höheren Fachschulen sind beispielsweise die Schulgesetze zuständig. Die Umschulung von Arbeitssuchenden wird von den regionalen Arbeitsagenturen finanziert, die dem Ministerstvo práce a sociálních věcí (Ministerium für Arbeit und Soziales) unterstehen. Wer an einer Umschulungsmaßnahme teilnimmt, erhält finanzielle Leistungen, die etwas höher sind als die Arbeitslosenleistungen. Finanzielle Anreize für Unternehmen, in die Entwicklung der Weiterbildung zu investieren, sind in der Tschechischen Republik noch nicht eingeführt worden. Die Arbeitgeber entscheiden sowohl über die Bildungsinhalte als auch über die Formen der beruflichen Bildung ihrer Beschäftigten. QualifikationenBerufliche ErstausbildungFolgende Bildungsniveaus können nach dem erfolgreichen Abschluss der entsprechenden Programme erreicht werden:
Das výuční list (ein berufliches Zeugnis) bescheinigt den Erwerb einer beruflichen Grundausbildung für die Ausübung von qualifizierten Arbeiten in überwiegend manuellen Berufen, ermöglicht aber nicht den Zugang zum tertiären Bildungsbereich. Wenn sich jemand für die Zulassung zur tertiären Bildung bewerben möchte, muss er zuerst ein weiteres zweijähriges Ausbildungsprogramm mit Maturita-Prüfung absolvieren. Ein Maturita-Zeugnis bescheinigt, dass der Inhaber eine Qualifikation zur Ausübung von beruflichen Tätigkeiten auf mittlerem Managementniveau erhalten hat. Maturita-Inhaber sind berechtigt, ein Studium auf der tertiären Ebene zu beginnen. In 2010 wird in Tschechien das Zentralabitur eingeführt. Höhere Fachschulbildung Die höhere Fachschulbildung schließt mit einem Absolutorium (Fachprüfung) ab. Es besteht aus Prüfungen in den einzelnen Fächern, in einer Fremdsprache und aus der Verteidigung der Abschlussarbeit. Das Absolutorium-Zeugnis und ein Diplom des Absolventen bescheinigen den Abschluss von höheren Fachschulstudien. Weiterbildung Weiterbildungskurse bilden kein aufeinander aufbauendes System wie die berufliche Erstausbildung. Die Absolventen dieser Kurse erhalten ein Zeugnis. Jedoch haben diese Zeugnisse normalerweise keine allgemeine Gültigkeit, weil nicht alle Weiterbildungsträger vom Ministerium anerkannt sind. Für manche Berufe oder Tätigkeiten ist eine Fortbildung vorgeschrieben, zum Beispiel falls Arbeitnehmer mit gefährlichen Stoffen oder Maschinen arbeiten. Manche Sektoren haben Berufsbildungssysteme oder Prüfungen entwickelt, die die Arbeitnehmer bestehen müssen, um einen bestimmten Posten zu erhalten. Großbetriebe haben teilweise auch systematische Weiterbildungsangebote entwickelt. Die Bildungsmaßnahmen, die als Teil dieser Systeme angeboten werden, führen zu beruflichen Qualifikationen, die nur im Betrieb anerkannt werden. Zugang und BeratungBerufliche ErstausbildungDie Sekundarbildung ist nur für diejenigen zugänglich, die die Grundschulbildung erfolgreich beendet haben. Als Teil des Aufnahmeverfahrens, das von jeder Schule festgelegt, werden die Fähigkeiten, Kenntnisse, Interessen und der Gesundheitszustand der Bewerber bewertet, um ihre Eignung für den betreffenden Beruf festzustellen. Wer sich für einen künstlerischen Beruf bewirbt, muss sein besonderes künstlerisches Talent unter Beweis stellen. Höhere Fachschulbildung Die höhere Fachschulbildung steht allen Bewerbern offen, die die Sekundarbildung mit einer Maturita-Prüfung abgeschlossen und eine schriftliche Aufnahmeprüfung bestanden haben. Weiterbildung Die Zugangsvoraussetzungen zu Weiterbildungs- und Bildungsprogrammen sind unterschiedlich und hängen vom Anbieter ab. Beratung Schülerinnen und Schüler erhalten im letzten Grundschuljahr Beratung durch speziell ausgebildete Lehrer. Die Berater helfen den Jugendlichen bei der Berufsorientierung und bei der Wahl der passenden Schule. Dieser Teil des Beratungssystems wird vom Institut für Pädagogisch-Psychologische Beratung der Tschechischen Republik beaufsichtigt, das vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport finanziert wird. Das Ministerium für Arbeit und Soziales unterhält 77 Informations- und Beratungszentren in den Arbeitsämtern. Die Zentren bieten Beratung zu weiterführenden Bildungsmöglichkeiten sowohl für junge Menschen als auch für erwachsene Arbeitssuchende. In beiden Bereichen sind die Beratungsdienste kostenlos. Weiterführende Links zur Beruflichen Bildung in der Tschechischen RepublikBerufliche Bildung:
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