Studieren in Zypern

 

Hochschullandschaft

Das zyprische Hochschulsystem besteht aus einem universitären und einem nicht universitären Bereich. Im Süden des Landes (griechischer Teil) gab es lange Zeit nur eine einzige Universität: die Universität Zypern (www.ucy.ac.cy). Sie verfügt über sechs Fakultäten: Fremdsprachen, Reine und angewandte Wissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Geisteswissenschaften.

2006 hat die staatliche Open University of Cyprus (www.ouc.ac.cy) als Fernuniversität ihren Betrieb aufgenommen. Die ersten Studiengänge sind Masterprogramme in Gesundheitsmanagement, Pädagogik und Informationssysteme.

Die 2008 eröffnete Cyprus University of Technology (www.cut.ac.cy) hat sich mit fünf Fakultäten auf Angewandte Kunst und Kommunikation, Geotechnologie und Umweltmanagement, Ingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften und Pflegewissenschaften spezialisiert.

„Das Studium in Zypern ist sehr verschult. Die Universitäten sind aus Colleges hervorgegangen, die Berufsabschlüsse zum Beispiel für Sekretariat oder Gastronomie anboten. Inzwischen gibt es Bachelorstudiengänge, doch kaum weiterführende Abschlüsse. Hier lernen viele junge Leute aus dem Commonwealth oder Osteuropa, während Zyprer gern im Ausland studieren.“

Werner Gronau ging Ende 2005 ans Intercollege Cyprus, aus dem die Universität Nikosia hervorging.


Private Hochschulen, die nach 2007 eröffneten, sind die Frederick University, die European University und die University of Nicosia. Der nicht universitäre Sektor besteht im Südteil der Insel aus 5 staatlichen und 25 privaten Instituten. Eine Liste aller Hochschulen und weitere Informationen zum Studiensystem (auf Englisch) finden Sie beim Euroguidance Centre Cyprus unter www.nrcg.dl.mlsi.gov.cy.

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Informationen zum Studium

Das akademische Jahr beginnt im September und endet im August. An manchen Institutionen ist es in zwei Semester unterteilt, mit einer längeren Pause im Sommer. Die Universität Zypern sowie einige der staatlichen und privaten Hochschulinstitute haben das europäische Kreditpunktesystem (ECTS) eingeführt.

Abschlüsse im universitären Bereich

Zypern verfügt über eine zweistufige Bachelor-/Masterstruktur, wie sie die Bologna-Resolution zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums für alle EU-Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2010 vorsieht:

1. Stufe – Ptycho/Bachelor
Nach einem mindestens acht Semester dauernden Studium kann der erste akademische Grad in Form eines berufsbezeichnenden Diploms (Ptycho) erlangt werden. Es entspricht dem Bachelorgrad. Hierfür müssen mindestens 120 - 130 Kreditpunkte gesammelt werden.

2. Stufe – Diplom/Master
Das postgraduale Studium sattelt auf den ersten akademischen Abschluss auf und führt zum Diplom oder Master. Die Universität Zypern bietet in fast allen Fachbereichen Masterprogramme an. Ausgenommen hiervon ist der Bereich Türkische Studien.

3. Stufe – PhD
Die Universität Zypern bietet nur in einigen wenigen Fachbereichen Promotionsstudiengänge an. Das Promotionsstudium setzt einen Abschluss der 2. akademischen Stufe (Diplom oder Master) voraus und dauert mindestens drei Jahre. Für den Erwerb des Doktortitels ist eine Dissertation zu verfassen, die öffentlich verteidigt werden muss.

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Studiengebühren

Für Zyprioten übernimmt der Staat die Studiengebühren. Für Studierende aus der EU kostet das Studium an der University of Cyprus und an der Technical University of Cyprus 3.500 € im Jahr, für andere Ausländer 8.000 €. Die Kosten für höhere Abschlüsse variieren, ebenso wie die Kosten an anderen öffentlichen Bildungseinrichtungen. An privaten Institutionen zahlt man 2.500 bis 7.000 € im Jahr (bis zu 15.000 € für einen Master).

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Zulassung und Bewerbung

Voraussetzung für ein Studium an einer staatlichen Lehreinrichtung auf Hochschulniveau ist der Sekundarschulabschluss II; die deutsche allgemeine Hochschulreife wird in der Regel anerkannt. Ausländische Studierende müssen zudem ausreichende Griechisch- oder Türkischkenntnisse nachweisen. Da die Studienplätze begrenzt sind, müssen sich Studienbewerber einer Aufnahmeprüfung (Eisagokikes Exetaseis) unterziehen, die das Ministerium für Erziehung und Kultur vorgibt. Bewerbungen müssen an die jeweiligen konsularischen Vertretungen gerichtet werden. Für das Studium an einer der privaten Lehreinrichtungen sind gute Englischkenntnisse unabdingbar.

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Finanzierung

Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).

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Teil- oder Vollstudium?

Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.

Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).

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Nach dem Studium


Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote in Zypern ist seit 2005 von mehr als 5 Prozent auf 3,8 Prozent gesunken (Eurostat, Stand: April 2008). Auch die Aussichten sind für Arbeitnehmer günstig: Fachleute gehen davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten bis 2013 voraussichtlich um mehr als ein Drittel auf 420.000 steigen wird. Um den Bedarf decken zu können, wird das Land auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Ausland angewiesen sein. Schon jetzt kommen 13,5 Prozent der Beschäftigten aus dem Ausland, rund zwei Fünftel davon aus der EU.
Die meisten Arbeitsplätze gibt es in der Hauptstadt Nicosia und der Hafenstadt Limassol, wo auch viele internationale Firmen ihren Sitz haben. Neben dem öffentlichen Dienst, dem Bankenwesen und halbstaatlichen Organisationen bilden kleine Familienbetriebe das Rückgrat der Wirtschaft. Traditionell starke und aussichtsreiche Branchen sind das Finanzwesen und die Schifffahrt.

Aussichten für Hochschulabsolventen
Rund ein Fünftel der Beschäftigten in Zypern sind Akademikerinnen und Akademiker. Sie sind seltener von Arbeitslosigkeit betroffen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Fachleute erwarten, dass sich die Zahl der Beschäftigten mit Hochschulabschluss in den nächsten Jahren deutlich erhöhen wird.

Auch ein abgeschlossenes Studium bietet allerdings keine Gewähr für einen raschen Berufseinstieg. Eine Umfrage unter Absolventinnen und Absolventen der Universität von Zypern hat ergeben, dass nur zwei Drittel unmittelbar nach dem Studium eine Arbeit finden. Drei Jahre später haben lediglich 40 Prozent eine Stelle, die ihrer Ausbildung entspricht. Die größten Probleme haben Absolventinnen und Absolventen der Physik, der Sozial- und Politikwissenschaften. Am glattesten verläuft der Berufseinstieg Vor- und Grundschullehrern und für Absolventen mit einem Abschluss in Verwaltungs-, Wirtschaftswissenschaften oder Mathematik.

Pädagogen, Pflegepersonal und Ärzte gesucht
Für die nächsten Jahre erwarten Fachleute einen großen Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern, besonders in der Sekundarstufe. Benötigt werden außerdem Krankenschwestern, Hebammen, Ärzte, Verwaltungsfachleute, Wirtschafts- und Rechtsexperten, vor allem in der Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung. Auch wer Kenntnisse in Personalentwicklung, Vertrieb oder Marketing mitbringt, hat gute Aussichten auf eine Stelle.

Technik und Naturwissenschaften gefragt
Das Stellenangebot in Forschung und Entwicklung wird sich voraussichtlich ebenfalls deutlich ausweiten. Besonders hoch ist der Bedarf an Ingenieuren und Software-Entwicklern. Auch Absolventinnen und Absolventen der Biologie oder Agrarwissenschaften haben gute Chancen. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland bieten IT, Biotechnologie und Medizin möglicherweise gute Einstiegsmöglichkeiten, da die Regierung plant, die Einwanderung in diesen Bereichen zu fördern.

Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Das Online-Portal des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes informiert über das Bildungs- und Hochschulwesen in Zypern. Darüber hinaus enthält die Website eine Reihe von Links, die zu anderen Institutionen, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind, führen.

Pfeil www.moec.gov.cy
Das Online-Portal informiert über Bildung und Kultur in Zypern. Die Informationen sind ausschließlich in der Landessprache verfügbar.

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Bildausschnitt: Foto einer lächelnden Frau, die mit einem Spiralblock in den Händen in einem Bibliotheksgang steht.
 
Symbolbild: Ein junger Mann vor einer Tafel mit Einsteins berühmter Formel E=mc²
 
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de