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Arbeiten in Malta

 

Arbeitsmarkttrends

Der maltesische Arbeitsmarkt hat sich vollständig von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 erholt. 2011 rechnet die EU-Kommission mit einem moderaten Wirtschaftswachstum, bereits im Vorjahr hatte das Bruttoinlandsprodukt des kleinsten Landes der EU das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Einzig die Belebung des privaten Konsums verlief bisher eher schleppend. Für das Gesamtjahr 2011 werden leicht steigende Beschäftigtenzahlen erwartet, die dann 2012 für einen verstärkten Kaufkrafteffekt sorgen dürften.
Bereits 2010 waren die Beschäftigtenzahlen um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In diesem Zeitraum waren jedoch auch die Lohnzahlungen pro Beschäftigten erstmals seit Jahren zurückgegangen, wodurch die Konsumausgaben der privaten Haushalte gedämpft wurden. Nach Eurostat-Erhebungen lag im Jahr 2010 der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung bei 56 Prozent und somit deutlich niedriger als der EU-Durchschnitt von 64,2 Prozent. Die Erwerbstätigenquote von Frauen war in keinem anderen Land der Europäischen Union niedriger als in Malta. Der Anteil weiblicher Beschäftigter lag bei nur knapp über 40 Prozent. 24,9 Prozent der maltesischen Arbeitnehmer/innen waren in der Industrie beschäftigt und 73,8 Prozent im Dienstleistungssektor. Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft wurde mit 1,3 Prozent angegeben.

Malta wies im Juli 2011 eine saisonbereinigte Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent auf, 0,5 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Sie lag damit eindeutig unter der durchschnittlichen Arbeitslosenquote der 27 EU-Länder von 9,5 Prozent. Junge Malteserinnen und Malteser sind wie in fast allen EU-Ländern im besonderen Maße von Arbeitslosigkeit betroffen. Innerhalb eines Jahres ist die Jugendarbeitslosigkeit um 0,1 Prozent gesunken, im Juli 2011 waren 12,4 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Arbeit. Der EU-Durchschnitt lag bei 20,7 Prozent. Betrachtet man die Arbeitslosenquote von Männern und Frauen, ergibt sich ein recht ausgeglichenes Bild: 6,3 Prozent der maltesischen Männer und 6,5 Prozent der Frauen waren arbeitslos gemeldet.

Welche Berufe haben gute Chancen?

Zu den maltesischen Wachstumsbranchen 2011 gehören laut Germany Trade and Invest:
  • der Maschinenbau
  • die Chemiebranche
  • der Bereich Tiefbau
  • die Elektro-/Elektronikindustrie
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • die Umwelttechnik
  • der Tourismus

Hier bestehen für Ingenieurinnen und Ingenieure, Techniker/innen sowie Fachkräfte gute Aussichten.

Auch werden folgende Berufsgruppen auf dem maltesischen Arbeitsmarkt nachgefragt:
  • Lehrkräfte an weiterführenden Schulen und Hochschulen
  • IT-Fachkräfte
  • Finanzdienstleistungsfachkräfte
  • Buchhaltungsfachkräfte
  • Bürofachkräfte
  • Marketingfachkräfte
  • Verkäufer/innen
  • Callcenter-Fachkräfte
  • Reinigungsfachkräfte

In anderen Bereichen hingegen gibt es derzeit keine oder nur wenige offene Stellen zu besetzen. Dazu gehören unter anderem in der Baubranche der Bereich Wohnungsbau und die Kfz-Industrie.

Gute Englischkenntnisse sind zwingende Voraussetzung für eine Arbeitsaufnahme in Malta. Darüber hinaus sind maltesische Sprachkenntnisse von Vorteil. Maltesisch (Malti) - ein arabischer Dialekt mit italienischem Einfluss - ist neben Englisch die zweite Amtssprache.

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Zugang zum Arbeitsmarkt

Als EU-Bürger können Sie mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass nach Malta einreisen und sich dort bis zu 90 Tage ohne Visum aufhalten. Für einen längeren Aufenthalt ist prinzipiell eine Genehmigung zu beantragen. Wenn Sie in Malta arbeiten wollen, müssen Sie sich zudem bei der Employment and Training Corporation registrieren – diese Registrierung entspricht einer Arbeitserlaubnis (Kosten: rund 60 €). Sie muss regelmäßig verlängert werden. Die Behörde macht die Vergabe vom Qualifikationsprofil des Bewerbers abhängig. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, ist gegenüber Ungelernten auf jeden Fall im Vorteil. Als neues EU-Mitglied gilt für Malta eine Sonderregelung: Bis 2011 kann das Land den Zuzug von EU-Bürgern einschränken.

Ausführliche Informationen rund um das Thema "Arbeitsgenehmigung" finden Sie auf der Homepage der Employment and Training Corporation unter www.etc.gov. mt (> Work Permit). Dort können Sie auch das Antragsformular herunterladen.

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Löhne, Steuern und Lebenshaltungskosten

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Malta sind im Durchschnitt 5 Prozent niedriger als in Berlin (Statistisches Bundesamt, Januar 2009). Viele Lebensmittel kosten jedoch mehr als in Deutschland, denn Malta muss einen großen Teil davon einführen. Günstiger hingegen sind zum Beispiel Medikamente und die Nutzung öffentlicher Transportmittel.

Sehr unterschiedlich fallen die Preise für Mietwohnungen aus: 3-Zimmer-Wohnungen gibt es ab circa 300 €. Einen Überblick bietet außerdem die englischsprachige Tageszeitung „Times of Malta“ (www.timesofmalta.com).

"Hier gibt es wenig Wohnungsanzeigen, das meiste läuft über Makler. Der Standard ist mit Deutschland vergleichbar, allerdings sind die Wohnungen fast alle möbliert. Ich habe ein offenes Wohnzimmer, eine große, voll ausgestattete Küche und ein Schlafzimmer und zahle dafür 450 €.“

Nina Vogt lebt in San Giljan, einer Hafenstadt nördlich von Valletta.


Wer eine Immobilie kaufen will, sollte sich vorab über die Sonderbestimmungen für Ausländer erkundigen. Auskünfte dazu erhalten Sie bei Acquisition of Immovable Property (www.aip.gov.mt), einer Einrichtung des Finanzministeriums.

Löhne und Gehälter

Löhne und Gehälter sind im Durchschnitt niedriger als in Deutschland. Der Mindestlohn liegt bei 612 € im Monat (Stand: 2008). Das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt beträgt 1.060 € (Stand: 2007). Aufgrund der relativ hohen Lebenshaltungskosten gehen viele Malteser mehreren Beschäftigungen nach. Die höchsten Löhne werden im Bereich der Finanzdienstleistungen gezahlt. Bei großen und ausländischen Unternehmen verdient man oftmals deutlich mehr als bei kleinen Betrieben. Ein 13. und 14. Monatsgehalt gibt es nicht. Stattdessen werden viermal jährlich obligatorisch Prämien bezahlt: Sie betragen im März und September 122 €, im Juni und Dezember jeweils 136 €.

Durchschnittliche Bruttomonatsgehälter nach Branchen bei Angestellten

Bauwirtschaft
919 €
Bergbau
831 €
Verarbeitende Industrie
1.041 €
Handel, Reparaturen
915 €
Hotel und Gastronomie
883 €
Transport
1.176 €
Finanzwesen, Banken,Versicherungen
1.467 €
Immobilien
1.118 €

Quelle: National Statistics Office (NSO) 2007 / Germany Trade and Invest



Durchschnittliche Bruttojahresgehälter nach Positionen

Geschäftsführer einer größeren Niederlassung50.000 bis 60.000 €
Vertriebsleiter27.000 bis 36.000 €
Ingenieur30.000 bis 35.000 €
Programmierer20.500 bis 25.200 €
Sekretär mit Fremdspra
chenkenntnissen
19.200 bis 22.000 €
Facharbeiter15.800 bis 19.000 €
Buchhalter15.800 bis 18.000 €
Kraftfahrer14.800 bis 18.800 €
Ungelernte Arbeitskraft14.300 bis 25.300 €

Quelle: Germany Trade and Invest, Juni 2008

Sozialabgaben und Steuern

Die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu den Sozialversicherungen sind mit jeweils rund 10 Prozent des Bruttolohnes sehr gering, daher bezuschusst der Staat kräftig. Auf der Homepage der maltesischen Regierung können Sie die Höhe der Sozialabgaben für unterschiedliche Bruttolöhne berechnen: www.gov.mt (> Social Security Contributions Calculator).

Von Ihrem Bruttoeinkommen müssen Sie zudem Einkommensteuer abführen. Sie ist progressiv und bewegt sich zwischen 15 und 35 Prozent. Geringverdiener sind weitgehend von der Steuer befreit. Aktuelle Steuerberechnungstabellen stellt Maltas Regierung auf ihrer Website bereit (www.ird.gov.mt). Einen Steuerrechner gibt es unter www.gov.mt.

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Stellensuche

Sie können von Ihrem Schreibtisch in Deutschland aus mit der Suche nach Stellenangeboten beginnen: Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit bietet Ihnen Zugang zu einer Vielzahl von Stellenangeboten (www.arbeitsagentur.de > JOBBÖRSE > Erweiterte Suche > Land ändern). Über die Auswahl „Sie suchen“ können Sie sowohl nach Arbeits- als auch nach Praktikumsstellen suchen. Stellen finden Sie auch auf dem EURES-Portal (http://ec.europa.eu/eures). Neben einer Vielzahl von Jobangeboten finden Sie hier ausführliche Informationen zum Arbeitsmarkt, zu den Freizügigkeitsregelungen und zum Thema Leben und Arbeiten. Einen Überblick über Stellen speziell für Wissenschaftler gibt das europäische Mobilitätsportal für Forscher (http://ec.europa.eu/euraxess).

Für die Stellensuche in Malta ist das Online-Angebot der maltesischen Arbeitsverwaltung "Employment & Training Corporation" (ETC) hilfreich: www.etc.gov.mt. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Jobbörsen: www.academicjobseu.com (Akademikerjobs in der EU); www.go4constructionjobs.com (Jobs im Baugewerbe weltweit).Nützlich kann auch der Service privater Arbeitsvermittlungsfirmen seiin, wie People & Co. Limited (www.people.com.mt).

Die meisten Unternehmen veröffentlichen auf ihren Websites Stellenangebote. Der Stellenteil in der großen Tageszeitung "The Times" (www.timesofmalta.com) ist eine weitere Quelle für die Jobsuche. Auch diese Institutionen können weiterhelfen: Malta Chamber of Commerce and Enterprise (www.chamber.org.mt) und Malta Federation of Industry (www.foi.org.mt). Ebenso kann eine Initiativbewerbung zum Ziel führen. Firmenadressen lassen sich über die maltesischen Gelben Seiten (www.yellow.com.mt) oder die Deutsch-Maltesische Handelskammer (www.german-maltese.com) finden.

Stellensuche im Ausland während des Bezugs von Arbeitslosengeld?
Wenn Sie in Deutschland arbeitslos werden, Arbeitslosengeld beziehen und in einem anderen Mitgliedstaat der EU Arbeit suchen wollen, können Sie das deutsche Arbeitslosengeld für drei Monate dort weiter beziehen. Dieser Zeitraum kann im Einzelfall auf bis zu sechs Monate verlängert werden.

Sie müssen die Leistungsmitnahme frühzeitig vor Ihrer Ausreise zur Arbeitsuche beantragen. Ihre zuständige deutsche Agentur für Arbeit stellt Ihnen dann (wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen) ein Dokument (Portable Document U2) für die Mitnahme Ihres deutschen Leistungsanspruchs zur Arbeitsuche aus.

Weitere Informationen zum Thema PD U2 finden Sie in unserer Broschüre Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung (Merkblatt 20 EU).

Für Drittstaatsangehörige gilt noch das Verfahren E 303 sowie der Inhalt der Broschüre Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung (Merkblatt 20 Drittstaatsangehörige - EWR - CH).

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Bewerbung

Sie möchten sich auf eine ausgeschriebene Stelle oder initiativ im Ausland bewerben? Ob Sie Fachkraft mit Berufsausbildung sind oder ein Bewerber mit akademischem Werdegang, die Herausforderung, vor der Sie stehen, ist zunächst dieselbe: Sie müssen die Bewerbung üblicherweise in der Landessprache oder auf Englisch verfassen. Achten Sie dabei auf Individualität; Serienbriefe, bei denen nur die Empfängeradresse ausgetauscht wird, führen kaum zum Erfolg. Versuchen Sie so viel wie möglich über die Firma zu erfahren, bei der Sie sich bewerben wollen. Selbst kleine Firmen präsentieren sich im Internet. Bei größeren Unternehmen können Sie zusätzlich Unterlagen bei der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit anfordern.

In der Regel können Sie sich auch online bewerben: mit einem E-Mail-Anschreiben mit Lebenslauf und, falls gefordert, weiteren Anhängen oder mit einer eigenen Bewerbungs-Website. Sie sollten sich in jedem Fall vorab erkundigen, ob diese Form der Bewerbung gewünscht ist, sofern dies nicht explizit in der Stellenausschreibung steht. Manche Unternehmen stellen auch Bewerbungsformulare online zur Verfügung.

Wie Sie sich im Ausland richtig bewerben und vorstellen, können Sie im Internet unter www.ba-auslandsvermittlung.de/bewerbung nachlesen. Die Vorlage für den Europass-Lebenslauf, der den Standards in den europäischen Ländern entspricht, können Sie unter www.europass-info.de herunterladen. Dort finden Sie auch ein Beispiel, wie das Dokument auszufüllen ist


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Arbeits- und Vertragsrecht

Eine der wichtigsten rechtlichen Grundlagen für die Arbeitsbeziehungen in Malta ist der Employment and Industrial Relations Act (Gesetz über die Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsbeziehungen, Download unter www.gov.mt). Der Arbeitsvertrag muss nicht unbedingt in schriftlicher Form vorliegen. Allerdings ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Beschäftigungsbedingungen genau anzugeben.

Das Beschäftigungsverhältnis beginnt meistens mit einer sechsmonatigen Probezeit. Die Vertragsparteien können jedoch auch eine kürzere Probezeit vereinbaren. Während dieser Zeit können beide Seiten den Vertrag ohne Angabe von Gründen kündigen.

„Deutsche brauchen zurzeit noch eine Arbeitserlaubnis, die bekommt man aber problemlos für knapp 60 €. Bis 2011 soll auch diese Hürde abgeschafft werden.“

Gunnar Tambach stellte 2007 die ersten Mitarbeiter für das Reiseunternehmen Sprachcafe in Malta ein, darunter eine Deutsche.


Die Kündigungsfristen sind insgesamt wesentlich kürzer als in Deutschland. Bei einer Beschäftigungsdauer von bis zu sechs Monaten gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von einer Woche, bei einer Beschäftigungsdauer von sechs Monaten bis zwei Jahren beträgt sie zwei Wochen, bei einer Beschäftigungsdauer von zwei bis vier Jahren vier Wochen, bei einer Dauer von vier bis sieben Jahren acht Wochen. Danach verlängert sich die Frist mit jedem weiteren Beschäftigungsjahr um eine Woche. Die Kündigungsfristen können vertraglich anders gestaltet werden.

Wird einem Arbeitnehmer aus betriebsbedingten Gründen gekündigt, hat er das Recht auf Wiedereinstellung, wenn die zuvor von ihm bekleidete Position innerhalb eines Jahres nach der Kündigung wieder frei wird. Zudem spielt bei betriebsbedingten Kündigungen die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine wichtige Rolle. Die zuletzt eingestellten Mitarbeiter müssen dann zuerst entlassen werden.

Die Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden. Laut maltesischem Recht darf pro Woche im Durchschnitt maximal 48 Stunden, einschließlich aller Überstunden, gearbeitet werden. Die tatsächlich zu leistenden Arbeitsstunden hängen von den einzelnen Sektoren ab und sind in Tarifvereinbarungen und durch die Lohnausschüsse der Regierung (Wage Councils) für die einzelnen Branchen festgelegt. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf 24 bezahlte Urlaubstage pro Jahr. Hinzu kommen 14 gesetzliche Feiertage.

Auf der Hompage der Regierung (www.gov.mt) finden Sie weitere Informationen zum Arbeitsrecht. Hilfreich sind zudem die EURES-Berater in Deutschland und in Malta. Auf Malta gibt es zwei große Gewerkschaften: die General Workers’ Union (GWU, www.gwu.org.mt) mit ca. 48.000 Mitgliedern und die Union Haddiema Maghqudin (UHM, www.uhm.org.mt) mit ca. 25.000 Mitgliedern. Außerdem gibt es mehrere kleine Gewerkschaften einzelner Branchen. Sie alle vertreten ihre Mitglieder bei Problemen am Arbeitsplatz.

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Anerkennung von Abschlüssen

Für die meisten Tätigkeiten ist es unerheblich, ob Ihr Ausbildungs- oder Studienabschluss bei den europäischen Nachbarn anerkannt ist. Nur bei Berufen, die eine staatliche Anerkennung voraussetzen – wie beispielsweise Arzt oder Lehrer –, sollte die Anerkennung geklärt sein, bevor Sie sich bewerben. Die Europäische Union hat für diese Berufe Richtlinien entwickelt, mit deren Hilfe die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen geregelt wird.

In den meisten Fällen entscheidet der Arbeitgeber jedoch anhand Ihrer Bewerbungsunterlagen, ob Ihre Ausbildung und Qualifikation seinen Anforderungen entspricht. Sie sollten davon ausgehen, dass der Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben, in der Regel nicht weiß, was sich hinter Ihrer deutschen Berufsausbildung und -bezeichnung genau verbirgt. Zeugniserklärungen, aber auch die Anerkennung von Abschlüssen können hilfreich sein.

Offizielle Übersetzungen der Ausbildungsprofile deutscher Ausbildungsberufe ins Englische und Französische sind auf www.bibb.de zu finden. Beim Bundesinstitut für Berufsbildung werden auch Zeugniserläuterungen für Ausbildungsberufe bereitgestellt. Die Europass-Zeugniserläuterung (www.europass-info.de) liefert eine Kurzbeschreibung der Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen, die durch die Berufsausbildung erworben werden. Das Dokument enthält auch Informationen zu Dauer, Art und Niveau der Ausbildung und zum Bildungsgang, auf dem ein Abschluss erreicht werden kann. Zudem gibt die Zeugniserläuterung Hinweise zu typischen Branchen und Tätigkeitsfeldern, für die diese Berufsausbildung qualifiziert, und zur Bewertungsskala der Benotung.

Adressen, Kontaktpersonen und weitere Informationen, die bei der Anerkennung von Abschlüssen wichtig sein können, finden Sie auf den Internetseiten http://ec.europa.eu/youreurope, www.anabin.de und www.enic-naric.net. Im Einzelfall hilft die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (www.kmk.org.)

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Sozialversicherung

Im Bereich der sozialen Sicherheit haben sich die Staaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes auf bestimmte Regeln verständigt. Sie beziehen sich auf Leistungen der Krankenversicherung, der Rentenversicherung, der Arbeitslosenversicherung, der Unfallversicherung und Familienleistungen.

Die Vereinbarungen stellen sicher, dass kein Arbeitnehmer Nachteile erleidet, weil er im Laufe seines Erwerbslebens in mehreren Mitgliedstaaten erwerbstätig war: Kein Sozialversicherungsbeitrag soll verloren gehen, erworbene Rechte sollen geschützt werden, und jedes Land soll die Rente zahlen, die den dort verbrachten Versicherungszeiten entspricht. Weitere Informationen und nützliche Links zur sozialen Sicherheit in Europa finden Sie auf den Seiten der Europäischen Kommission unter http://ec.europa.eu/eulisses. Betreffend die Arbeitslosenversicherung finden Sie detaillierte Informationen auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de.

Wenn Sie einreisen ...
Gesetzlich Versicherte benötigen die Europäische Krankenversicherungskarte, um sich im Ausland medizinisch behandeln zu lassen. Die Karte ist in allen EUStaaten sowie in Norwegen, Island, Liechtenstein und in der Schweiz gültig. Wer privat versichert ist, sollte mit der Krankenkasse vor Reiseantritt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen.

Wenn Sie arbeiten ...
Sobald Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben, unterliegen Sie dem jeweiligen nationalen Sozialversicherungssystem und den dazugehörigen Rechtsvorschriften. Grundsätzlich gilt, dass man immer in dem Land sozialversichert ist, in dem man eine Beschäftigung oder Erwerbstätigkeit ausübt (Beschäftigungs- oder Tätigkeitslandprinzip). Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber befristet in einen anderen Mitgliedstaat entsandt werden, um dort für das Unternehmen zu arbeiten, bleiben zunächst im Heimatland versicherungspflichtig. Darüber hinaus sind weitere Ausnahmegenehmigungen möglich.

Das Thema Sozialversicherung ist eine Sache für Experten. Für rechtsverbindliche Auskünfte sollten Sie sich daher an Ihre Krankenkasse und den für Sie zuständigen Rentenversicherungsträger wenden. Ausführliche Informationen und die Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe gibt es unter www.deutsche-rentenversicherung.de (> Beratung). Dort finden Sie auch Informationen über die Internationalen Beratungstage, die von der Deutschen Rentenversicherung angeboten werden. Auf diesen Veranstaltungen können Sie sich von Fachleuten ausländischer und deutscher Versicherungsträger kostenlos zu Fragen des grenzübergreifenden Rentenrechts beraten lassen.


Kurzer Blick auf das Sozialversicherungssystem
Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Staat tragen gemeinsam die Kosten des Sozialversicherungssystems, das Leistungen für Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung und Mutterschutz umfasst.

Das maltesische Gesundheitssystem bietet seinen Bürgern einen umfassenden Schutz. Krankenhausaufenthalte und die Behandlung in Gesundheitsservicezentren (Government Health Centres) sind kostenlos. Die Gesundheitsservicezentren bieten eine umfangreiche medizinische Erstversorgung an, darunter Geburtsvorbereitung sowie psychologische und physiotherapeutische Behandlung. Besondere Wahlleistungen hingegen sind kostenpflichtig und können über private Zusatzversicherungen abgedeckt werden.

Personen mit niedrigem Einkommen erhalten eine spezielle Ermäßigungskarte, mit der sie Medikamente kostenlos beziehen können. Besondere Unterstützungsangebote gibt es zudem für chronisch kranke Menschen.

Einen Überblick über Maltas Sozialversicherungssystem finden Sie beim Department of Social Security des Familien- und Sozialministeriums unter www.msp.gov.mt.

Wer Arbeitslosengeld beziehen will, muss nachweisen, dass er mindestens 50 Wochen lang Beiträge geleistet hat, von denen mindestens 20 in den letzten beiden Jahren entrichtet oder angerechnet wurden. Personen, die das Beschäftigungsverhältnis freiwillig beenden oder aufgrund von Fehlverhalten entlassen werden, erhalten für einen Zeitraum von sechs Monaten keine Leistungen.

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Wenn die Kinder mitkommen...

Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren sind rar – dies ist einer der Gründe dafür, dass auf Malta relativ wenige Frauen erwerbstätig sind. Für Kinder ab drei bis zu fünf Jahren hingegen gibt es in der Regel ausreichend Plätze in sogenannten Vorschulen. Sie werden von staatlichen, kirchlichen und privaten Anbietern getragen.

Der Besuch ist freiwillig, doch die meisten Eltern nutzen das Angebot. In den Vorschulen (auch Kindergartenzentren genannt) werden soziale und kommunikative Fähigkeiten trainiert.
Die Grundschule besuchen Kinder sechs Jahre lang (5. bis 10. Lebensjahr). Anschließend sind weitere fünf Jahre auf einer Sekundarschule vorgeschrieben, da die Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr besteht. Leistungsstarke Schüler können anschließend zum „Junior College“ überwechseln, wo sie in einem Zweijahreskurs auf die Zulassung zur Hochschule vorbereitet werden. Während die Primarschulen koedukativ sind, werden in den Sekundarschulen Jungen und Mädchen in der Regel getrennt unterrichtet. Das Ministerium für Erziehung, Kultur, Jugend und Sport veröffentlicht auf seiner Homepage die Adressen sämtlicher Vorschulen und Schulen: www.education.gov.mt (> List of Educational Institutions).

Die staatlichen Bildungseinrichtungen verlangen im Gegensatz zu den privaten Trägern keine Gebühren. Auch Schulbücher und der Transport zur Schule sind bei staatlichen Schulen kostenlos. Die Gebühren für die Betreuung in privaten Kindergärten sind mitunter sehr teuer und unterscheiden sich je nach Anbieter – mithilfe der Adressliste unter www.education.gov.mt können Sie direkt bei den Einrichtungen anfragen, die Sie interessieren.

Das Kindergeld richtet sich nach dem Familieneinkommen und wird höchstens bis zum 16. Lebensjahr gezahlt; falls der Jugendliche in Vollzeit studiert oder eine Ausbildung macht, bis zum 21. Lebensjahr. Die Höhe des Kindergeldes wird aus der Differenz zwischen Bemessungshöchstgrenze (siehe unten) und dem jährlichen Einkommen der Eltern berechnet, multipliziert mit einem Satz von 6 Prozent.

Haushalte mit bis zu drei Kindern erhalten pauschal 250 € pro Kind und Jahr, falls ihr Jahreseinkommen 23.923 € (Bemessungshöchstgrenze) übersteigt. Bei Familien ab vier Kindern liegt diese Obergrenze bei 30.911 €. Schwangeren Arbeitnehmerinnen stehen 14 Wochen Mutterschaftsurlaub zu, 5 Wochen davon müssen zwingend direkt nach der Geburt genommen werden.

Das Mutterschaftsgeld beträgt rund 64 € und wird für die Dauer von 14 Wochen bezahlt. Zudem haben beide Elternteile das Recht auf einen dreimonatigen unbezahlten Elternurlaub. Dieser Anspruch kann bis zum achten Lebensjahr des Kindes geltend gemacht werden.

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Weiterbildung

In Zeiten schneller und tief greifender Veränderungen, die sich überall in unserer Arbeits- und Lebenswelt bemerkbar machen, erweitert lebenslanges Lernen die individuellen Selbstbestimmungsmöglichkeiten. Arbeitnehmer sichern so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Weiterbildung wird zu einer Daueraufgabe. Zu den vielfältigen Möglichkeiten, die der Weiterbildungsmarkt in Deutschland bereithält, kommen die Angebote im europäischen Ausland.

In Malta gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Zuständig dafür ist vorrangig das Bildungsministerium (Ministry of Education) und teilweise das Tourismusministerium (Ministry of Tourism): Beide sind für die folgenden Anbieter von Berufsbildungsprogrammen verantwortlich: das Malta College of Arts, Science and Technology (maltesisches Berufskolleg für Kunst, Wissenschaft und Technologie): www.mcast.edu.mt; das Institute for Tourism Studies (Aus- und Weiterbildung für die Tourismusbranche): www.ift.edu.mo; die ETC-Employment and Training Corporation (berufsbildende Kurse für Arbeitslose, für Frauen, die wieder ins Berufsleben einsteigen möchten, sowie für Personen, die ihre berufliche Qualifikation auffrischen oder sich weiterbilden wollen): www.etc.gov.mt.

Das Department of Further Studies and Adult Education bietet unter www.eveningcourses.gov.mt eine Kurssuchmaschine an, mit der Sie sich einen Überblick über das aktuelle Angebot verschaffen können.

Einige große Branchen haben Personalentwicklungseinrichtungen und bieten Programme zur Ausbildung von Ausbildern. Eine Reihe weiterer Organisationen, wie zum Beispiel die Foundation for Human Resource Development (Stiftung für Personalentwicklung), bietet Fernunterrichtsprogramme an: www.fhrd.org.

In Deutschland unterstützt Sie die Informations- und Beratungsstelle (IBS) im Hause von InWEnt (www.inwent.org ) in allen Fragen zur beruflichen Weiterbildung im Ausland. Telefonische Beratung erhalten Sie bei der IBS-Serviceline unter der Nummer 0228/44 60 11 23. Mit Hilfe der Programmdatenbank „Weiterbildung ohne Grenzen“ können Interessierte aber auch selbst gezielt nach Angeboten von deutschen und internationalen Veranstaltern suchen.

Weiterbildungsangebote im europäischen Ausland finden Sie auch in KURSNET, der Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit. Sie erreichen die Datenbank über www.kursnet.arbeitsagentur.de.

Wer eine Weiterbildung im Ausland macht, kann sich die Lernerfahrungen im Europass-Mobilitätsnachweis eintragen lassen. Der Europass dokumentiert die Inhalte, Ziele und die Dauer des Auslandsaufenthaltes. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: www.europass-info.de.

 

Unsere Publikationen zum Thema "Arbeiten in Malta":

Pfeil Mobil in Europa - Malta (Flyer 2 Seiten) (Icon für Downloaddatei pdf, 553 kB)

Pfeil www.sozialkompass.eu
Der Sozialkompass Europa ist eine interaktive Datenbank, mit der Sie gezielt Informationen über die sozialen Sicherungssysteme in der EU abrufen können. Die Informationen aus der Datenbank können vom Nutzer individuell zusammengestellt werden je nach den Themen und Ländern, die ihn im Vergleich interessieren.

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Foto einer Frau in einem Büro, die sich an Ihrem Bildschirmarbeitsplatz sitzend lächelnd zur Kamera umdreht
 
Holzfacharbeiter im Blaumann an der Schleifmaschine.
 
Ihre persönliche Beratung zu allen Fragen aus den Bereichen Ausbildung, Studium und Arbeit im Ausland:
Info-Center der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de
Telefon: +49 (0) 228-713 13 13