Polen: Land und Leute

 

Land & Leute

Polen liegt am östlichen Rand der EU – dennoch im Herzen Europas. Die portugiesische Atlantikküste ist etwa genauso weit entfernt wie der Ural, die östliche Grenze Europas. Geologisch vereinigt Polen das Beste aus beiden Ländern: Meeresküsten im Norden, schroffe Zweitausender-Gipfel in der südlich gelegenen Tatra, waldreiche Nationalparks in den östlichen Ausläufern der Karpaten und fruchtbare Böden an der Westgrenze zu Deutschland.

Hinzu kommen fast 10.000 große Seen, unzählige kleinere Binnengewässer sowie gewaltige Ströme. Der Grenzfluss Oder, die Weichsel, die Warthe und der Bug machen Polen zu einem fruchtbaren Land. Mehr als die Hälfte der Gesamtfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Daneben gibt es unberührte Natur mit Tieren, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, zum Beispiel Wölfe, Luchse, Elche und Biber, und im Urwald von Bialowieża nahe der Grenze nach Belarus sogar Braunbären und Wisente. Das Klima ist wechselhaft, die Jahreszeiten sind klar zu unterscheiden. Eine Schneegarantie gibt es aber nur in den Gebirgen. Wegen der sprichwörtlichen Launenhaftigkeit des Wetters gehört die Vorhersage im Fernsehen zu den meistgesehenen Programmen. Polen hat rund 38 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, zu 90 Prozent sind es Katholiken. Deutsche, Weißrussen, Ukrainer, Slowaken, Litauer und Russen bilden.

nationale Minderheiten. Die offizielle Landessprache ist Polnisch. Die Mobilitätsbereitschaft der Bevölkerung ist bemerkenswert hoch: Schätzungsweise 20 Millionen Polen leben außerhalb des Landes. Ein großer Teil ist vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Seit dem Fall des Eisernen Vorhanges, der 1980 mit der Gründung der ersten unabhängigen Gewerkschaft Solidarność eingeleitet wurde, haben rund zwei Millionen Polen vor allem in Westeuropa einen neuen Arbeitsplatz gefunden. In den Städten spricht und versteht man sehr gut Englisch, Deutsch und Russisch.

Polens Betriebsamkeit und Unternehmergeist finden im Handel ihren besten Ausdruck. Die meisten Produkte in den Supermärkten sind mehrsprachig gekennzeichnet, was das Einkaufen sehr leicht macht. Überall, auf den zentralen Plätzen der Städte und auf dem freien Feld am Rande der Dörfer, gibt es Marktplätze. Dort werden landwirtschaftliche Erzeugnisse, Textilien, Konsumgüter, Möbel, Autos und sogar Maschinen von Händlern aus aller Welt angeboten und gekauft. Der Basar im Stadion von Warschau, täglich ein Hauptanziehungspunkt für viele Touristen, ist der größte in Europa.

Warschau und Lodz sind die beiden größten Städte des Landes, in die täglich Hunderttausende von Pendlern zur Arbeit fahren. Dicht besiedelt ist auch der polnische Teil Oberschlesiens im Südosten an der Grenze zu Tschechien. Die einwohnerreichsten Städte dort sind Katowice, Gliwice und Zabrze. Das wirtschaftliche Zentrum im Norden ist die „Dreistadt“ mit Gdansk (Danzig), Sopot und Gdynia.

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Blick in die Wirtschaft

Ab 1989 wandelten die Polen ihre Wirtschaft erfolgreich in eine Marktwirtschaft um. Exporte spielen eine wichtige Rolle: Im Jahr 2007 hat Polen vor allem Maschinen und Transportausrüstungen ins Ausland verkauft – ihr Anteil an den Gesamtexporten lag bei 42 Prozent. Seit dem EU-Beitritt investieren auch ausländische Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Sektors in Polen. Nach wie vor leidet Polen jedoch unter Haushaltsproblemen und unter der relativ hohen Arbeitslosigkeit, die vor allem wenig qualifizierte Personen, junge Menschen und Menschen über 50 sowie Frauen betrifft.

Andererseits mangelt es mittlerweile in vielen Wirtschaftsbereichen an qualifizierten Fachkräften, sodass die Unternehmen nicht genug geeignetes Personal finden.

In den Jahren 2006 und 2007 ist Polens Wirtschaft kräftig gewachsen (um 6,2 und 6,5 Prozent), für 2008 und 2009 wird ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5,3 Prozent und 5 Prozent erwartet. Zu den Gewinnern gehören vor allem die Großstädte: Dort expandieren die Industrie, der Handel und Dienstleistungen. Innerhalb der Industrie hat die Produktion vor allem in den folgenden Sektoren zugenommen: Maschinen und Elektrogeräte, Fahrzeuge, Papier und Zellulose, chemische Produkte, Nahrungsmittel und Getränke, Textilien und Bekleidung. Der Dienstleistungssektor trägt mehr als die Hälfte zum BIP bei, die Industrie lediglich knapp ein Fünftel, die Bauwirtschaft 6,9 Prozent, sonstige Wirtschaftsbereiche 16 Prozent (2007).

"Fachkräfte werden in folgenden Bereichen dringend gesucht: Bau und Handwerk, bei den Informatikern und Ingenieuren, im Verkauf und bei Kassierern. Dort sind auch Arbeitskräfte aus dem Ausland sehr gefragt. Selbstverständlich müssen gerade im Verkauf und an der Kasse Polnischkenntnisse vorhanden sein.“

Bernardus Hauptmeijer, EURES-Berater in der ZAV-Auslandsvermittlung Berlin


Die polnische Währung ist der Zloty (PLN). Mit der baldigen Einführung des Euro ist nicht zu rechnen, da das Land die Auflagen der EU zum Teil noch nicht erfüllt.

Weitere Informationen über Polen finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de, http://ec.europa.eu und www.poland.gov.pl

 

Interessante Links:

Pfeil www.auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt informiert auf seinem Online-Portal unter dem Stichwort "Länderinformationen" über europäische und außereuropäische Länder. Die Themen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Stand der bilateralen Beziehungen und Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes sowie Reise-, Sicherheits- und Gesundheitshinweise.

Pfeil www.msz.gov.pl
Das Online-Portal des polnischen Außenministeriums stellt zum Teil mehrsprachig sein Aufgabenfeld vor, verweist auf Links zu wichtigen Behörden und Einrichtungen des Landes und informiert über Einreise- und Aufenthaltsbedingungen

Pfeil www.ec.europa.eu
Übersicht über die verschiedenen Regional- und Minderheitensprachen, die in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesprochen werden. Die Webseite bietet Informationen zur Geschichte der Region sowie der Entwicklung und Verbreitung von Regional- und Minderheitensprachen.

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Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de