Studieren in Spanien

 

Hochschullandschaft

Die Hochschulen waren bis zum Ende der Militärdiktatur Francos (1975) von der Entwicklung des tertiären Bildungswesens in Westeuropa weitgehend abgeschnitten. Erst mit der Verabschiedung der demokratischen Verfassung 1978 war die Voraussetzung für eine Angleichung an die Hochschulsysteme anderer europäischer Länder geschaffen. In Spanien gibt es nur eine Hochschulart: die Universität.

Unter dem Begriff "Universität" sind die verschiedenen Hochschuleinrichtungen zusammengefass, zum Beispiel Facultades (klassische Fakultäten), Escuelas Técnicas Superiores oder Escuelas Politécnicas Superiores (ingenieurwissenschaftliche Fakultäten) und Escuelas Universitarias (Einrichtungen, die nach drei Jahren zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen).

Es gibt 65 Universitäten, darunter 49 staatliche, 10 private, 2 internationale und 4 Universitäten der Katholischen Kirche. Eine Linkliste aller Universitäten finden Sie auf der Homepage des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft (Ministerio de Educación y Ciencia) unter www.mepsyd.es (>Suche: Aula).

Ausführliche Informationen über das Studium in Spanien bieten Ihnen darüber hinaus die Websites www.daad.de, www.rediris.es und www.universia.es.

Die Universitäten sind zum Teil dem Bildungsministerium, zum Teil den 17 Autonomen Gemeinschaften unterstellt. Rechtliche Grundlage des Hochschulsystems ist das Gesetz zur Universitätsreform (Ley Orgánica de Reforma Universitaria) von 1983, das die Selbstverwaltung der Hochschulen festschreibt.

Spanien hat zwei Fernuniversitäten: An der UNED (Nacional de Educación a Distancia, unter www.uned.es) kann man an elf Fakultäten ("Escuelas") unter verschiedenen Studiengängen wählen (darunter Recht, Wirtschaftswissenschaften, Pädagogok). Die UOC (Universidad Oberta de Catalunya, unter www.uoc.edu) bietet darüber hinaus auch Weiterbildung im Sinne des lebenslangen Lernens an.

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Informationen zum Studium

Das akademische Jahr beginnt je nach Hochschule zwischen Mitte September und Mitte Oktober, die Vorlesungszeit endet im Mai. Im Januar und Februar sowie im Juni und Juli sind vorlesungsfreie Prüfungsphasen.

Seit dem Studienjahr 2008/2009 ist das zweistufige, europaweit einheitliche Bachelor-/Masterstudiensystem flächendeckend eingeführt. Die Bachelorstudiengänge dauern durchgängig vier Jahre, die Masterstudiengänge je nach Fach ein oder zwei Jahre. Der Masterabschluss berechtigt zur Promotion.

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Studiengebühren

Das Studium ist gebührenpflichtig. Die Studiengebühren werden jedes Jahr neu festgelegt und im "Boletín Oficial de Estado" der jeweiligen Comunidad Autónoma veröffentlich www.boe.es.

Die Studiengebühren sind je nach Hochschule unterschiedlich. Allerdings hat die Regierung Unter- und Obergrenzen gesetzt. Die Gebühren liegen zuzeit zwischen 550 € und 900 € pro Studienjahr. Bedürftige Studierende sind von den Gebühren befreit. In besonderen Härtefällen werden sie finanziell unterstützt.

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Zulassung und Bewerbung

Voraussetzung für ein Studium an einer spanischen Universität ist der spanische Sekundarschulabschluss II (Bachille) oder ein Äquivalent (etwa das deutsche Abitur). Inhaber der Fachhochschulreife müssen im Einzelfall klären, zu welchen Studiengängen sie zugelassen werden können. Seit dem Beschluss vom 14. März 2008 erhalten EU-Bürger direkten Zugang zu spanischen Universitäten. Um sich direkt bei einzelnen Universitäten für Fächer ohne Zulassungsbeschränkung bewerben zu können, genügt es seither, das Abitur als allgemeine Hochschulzulassung anerkennen zu lassen. Die Anerkennung muss man bei der UNED http://portal.uned.es beantragen. Die Universitäten verlangen darüber hinaus einen Nachweis der
spanischen Sprachkenntnisse – Details erfahren Sie von der Universität, an der Sie sich bewerben möchten.

Unterrichtssprache ist Spanisch. Wer in Galicien, im Baskenland oder katalanischen Sprachraum studieren möchte, muss damit rechnen, dass ein Teil der Lehrveranstaltungen in der Regionalsprache abgehalten wird. Eine Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen gibt es nicht. Die Fachbereiche der Universitäten legen den lokalen Numerus clausus für bestimmte Fächer fest. Er bezieht sich nicht nur auf die Abiturnote, sondern auch auf die Gesamtnote der Eignungsprüfung. Auskunft zum Zulassungsverfahren erteilt die Zieluniversität.

Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).

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Teil- oder Vollstudium?

Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.

Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).



Zum Studium in Spanien liefern Ihnen die Länderinformationen des DAAD (www.daad.de) wertvolle Informationen.

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Nach dem Studium

Es gibt in Spanien ein umfangreiches Angebot an Masterstudiengängen, die sowohl von staatlichen als auch privaten Institutionen angeboten werden. Die ausnahmslos kostenpflichtigen Masterangebote setzen ein abgeschlossenes Erststudium voraus. Die Dauer liegt zwischen einem und drei Jahren. Beim Verband der spanischen Business Schools (AEEDE) können Sie sich unter www.unicomer.deusto.es über betriebswirtschaftlich ausgerichtete Masterstudiengänge informieren. Einen guten Überblick über Masterprogramme bieten an den Wochenenden die großen spanischen Tageszeitungen, die meist eine Vielzahl entsprechender Anzeigen enthalten.

Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen

Lage auf dem Arbeitsmarkt
Die spanische Wirtschaft wächst 2008 deutlich schwächer als in den Jahren zuvor. Lag das reale Bruttoinlandsprodukt 2007 noch bei 3,8 Prozent, so werden für 2008 und 2009 nur noch 2,3 Prozent erwartet. Als Folge stieg die Arbeitslosenquote innerhalb eines Jahres von 8,1 Prozent auf 9,6 Prozent (Stand: April 2008). In Deutschland lag sie zum selben Zeitpunkt bei 7,4 Prozent, in der EU27 bei 6,7 Prozent (Quelle: Eurostat) .

Junge Menschen haben es in Spanien besonders schwer, eine Arbeitsstelle zu finden: Jeder fünfte unter 25-Jährige ist arbeitslos gemeldet. Mit einer festen Stelle können nur wenige Berufseinsteigerinnen und -einsteiger rechnen: Obwohl der Anteil befristeter Arbeitsverträge etwas zurückgegangen ist, arbeitete im Jahr 2007 noch immer mehr als die Hälfte aller Angestellten unter 30 Jahren auf befristeter Basis.

Aussichten für Hochschulabsolventen
Die Chancen auf einen reibungslosen Übergang von der Hochschule ins Berufsleben sind für Akademikerinnen und Akademiker derzeit eher mäßig. Der Wirtschaft mangelt es vor allem an gut ausgebildeten Handwerkerinnen und Handwerkern. Nach Angaben der spanischen Arbeitsagentur ist jeder zehnte aller arbeitslosen Unter-30-Jährigen Hochschulabsolvent. Der hohe Anteil ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass in Spanien ein deutlich höherer Anteil der Bevölkerung studiert als in Deutschland.

Gute Chancen für Ingenieure, Naturwissenschaftler, Controller
Am ehesten gefragt sind derzeit Hochschulabsolventinnen und -absolventen der Fächer Maschinenbau, Pharmazie, Logistik, Wirtschaftsingenieurwesen, Finanzwesen und Controlling.

Ähnlich wie in Deutschland ist auch in Spanien für Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Übergang von der Hochschule in den Beruf schwierig. Sie üben nach ihrem Studium oft Tätigkeiten aus, die mit ihrem Fach wenig zu tun haben. Ein Überangebot an Bewerberinnen und Bewerbern gibt es auch in den Fächern Jura, Architektur, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing.

Der Boom der Baubranche, bis 2007 Motor für Spaniens Konjunktur, ist vorbei; zahlreiche Bau- und Zulieferfirmen sind von Insolvenz bedroht oder müssen schließen. Zu den Branchen, die nach wie vor Fachkräfte suchen, gehören der Tourismus, der Maschinenbau, die erneuerbaren Energien und die Umwelttechnik – hier vor allem die Wassertechnik (Filtersysteme, Aufbereitung).

Stellensuche über das Internet
Das spanische Arbeitsamt veröffentlicht jedes Trimester unter www.inem.es (> Publicaciones) einen „Catálogo de Ocupaciones de Difícil Cobertura“ – einen Katalog der Berufe, in denen die Unternehmen freie Stellen gemeldet haben, die das Arbeitsamt nicht besetzen konnte. Dort können Sie sich einen Überblick über gesuchte Berufe in den einzelnen Regionen verschaffen.

Wer sein Glück in Spanien versuchen möchte, sollte sich auf die Metropolregionen Madrid, Barcelona und Bilbao konzentrieren: Hier gibt es besonders viele Firmen, die akademisches Personal suchen. Außerdem kann es sich lohnen, sich an Unternehmen zu wenden, die vor allem mit Kunden und Firmen im deutschsprachigen Raum zusammenarbeiten: Hier könnten Sie bei der Bewerbung als Muttersprachlerin oder Muttersprachler punkten.

Die Online-Jobbörse www.empleo.universia.es wendet sich speziell an Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Dort bieten internationale Unternehmen Stellen für Nachwuchskräfte an.

Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.
Spanien setzt verstärkt auf Forschung und Entwicklung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu erhöhen. Im Juni 2005 startete die Regierung das Programm Ingenio 2010, das eine Steigerung des Budgets für Forschung und Entwicklung um 25 Prozent pro Jahr vorsieht.

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Das Online-Portal informiert u.a. über das Bildungs- und Hochschulwesen in Spanien. Außerdem gibt es viele Zusatzhinweise und weiterführende Links zu den relevanten Institutionen.

Pfeil www.studieren-in-spanien.de
Das Online-Portal informiert über das Studium in Spanien. Die einzelnen Themen sind übersichtlich gegliedert: Allgemeines, Finanzierung, Bewerbung und Studiengänge. Erfahrungsberichte und Frequently Asked Questions runden das Informationsangebot ab.

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Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de