Studieren in der Slowakischen Republik

 

Hochschullandschaft

Die Slowakische Republik hatte bis zur Trennung von Tschechien 1993 kein eigenes nationales Bildungssystem, weil es bis dahin keinen slowakischen Staat gab (bis 1918 gehörte die Slowakei zu Ungarn, danach zur Tschechoslowakei). Mit dem Prager Frühling 1968 war erstmals ein slowakisches Bildungsministerium eingerichtet worden. Seit dem Ende der sozialistischen Ära und der Trennung von Tschechien wurde das Bildungssystem reformiert – dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Heute gibt es in der Slowakei 20 öffentliche Hochschulen, drei staatliche Akademien (Polizeiakademie, Militärakademie und medizinische Hochschule) und mehrere private Hochschulen. Zu den öffentlichen Hochschulen gehören drei Technische Universitäten, drei Kunstakademien und je eine Universität für Wirtschaft, Veterinärmedizin und Landwirtschaft. Die 1919 gegründete Comenius-Universität in Bratislava ist mit rund 20.000 Studierenden und 13 Fakultäten die größte Hochschule des Landes. Für die Universitäten ist das Ministerium für Schulwesen zuständig: www.education.gov.sk.

Das Institut für lebenslanges Lernen (www.tuke.sk) an der Technischen Universität Kosice koordiniert die Aktivitäten im Bereich Fernstudien und ist Teil des slowakischen Fernstudiennetzwerks.

Eine Linkliste der Hochschulen in der Slowakei finden Sie unter http://en.wikipedia.org (> Suche: Universities in Slovakia).

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Informationen zum Studium

Die Hochschulen in der Slowakei sind sehr daran interessiert, dass sich Studierende aus dem Ausland einschreiben, da sie dann finanzielle Zuschüsse erhalten. Aus diesem Grund sorgen sie unter anderem dafür, dass Austauschstudenten ein Zimmer im Wohnheim bekommen, und einige Fakultäten bieten auch Kurse für Slowakisch als Fremdsprache an.

Das akademische Jahr ist in der Regel in zwei Semester unterteilt. Das Wintersemester dauert von Ende September bis Mitte Dezember. Das Sommersemester beginnt Mitte Februar und dauert bis Ende Mai. Nach jedem Semester finden Prüfungen statt.

Der Studienbeginn ist nicht einheitlich geregelt. Studiengänge, die auf die Abschlüsse Bachelor, Master und Doktor abzielen, starten in der Regel nur im Wintersemester. Ein PhD-Studium kann hingegen auch im Sommersemester begonnen werden.

Das europäische Kreditpunktesystem (ECTS) wurde bereits 1998 eingeführt, wird aber bisher noch nicht in allen Masterstudiengängen angewendet. Die Bachelorstudiengänge sind bereits alle auf ECTS umgestellt. Die Einführung des ECTS soll bis 2010 für alle Studiengänge abgeschlossen sein. Obwohl es europaweit einheitlich ist, bestehen dennoch Unterschiede in der Handhabung zwischen deutschen und slowakischen Hochschulen: In der Slowakei wird zentral vom Senat der Hochschule festgelegt, wie viele Punkte man für die Teilnahme an einem bestimmten Seminar oder einer Vorlesung inklusive Prüfung bekommt. Dies wird vor Beginn des Semesters in einer Broschüre beziehungsweise im Internet veröffentlicht. Individuelle Regelungen oder Anpassungen, wie sie in Deutschland zum Teil möglich sind, gibt es in der Slowakei nicht.

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Studiengebühren

Das Studium ist grundsätzlich gebührenfrei – auch für ausländische Studierende. Für englisch- oder andere fremdsprachige Studiengänge verlangen die Hochschulen Gebühren in Höhe von 5.000 € bis 8.000 € pro Jahr.

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Zulassung und Bewerbung

Voraussetzung für ein Studium an einer slowakischen Universität ist der Sekundarschulabschluss II oder ein Äquivalent, etwa das deutsche Abitur. Zudem müssen Studienbewerberinnen und -bewerber an vielen Hochschulen an einem Aufnahmeverfahren teilnehmen und gute Slowakischkenntnisse nachweisen. Einheitliche Bewerbungstermine gibt es nicht. Ihre Bewerbungsunterlagen sollten Sie in der Regel zwischen Februar und April an die von Ihnen gewählte Universität schicken – erkundigen Sie sich vor Ort nach dem genauen Termin. Die Aufnahmeprüfungen finden etwa zwei Monate später statt. Die Kunstakademien haben meist frühere Termine.

Ausländische Studienbewerberinnen und -bewerber, die nicht alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, müssen unter Umständen an einem Vorbereitungskurs teilnehmen. Die meisten Universitäten bieten Slowakischkurse für ausländische Studieninteressierte an. Auskünfte darüber erhalten Sie beim Auslandsbüro Ihrer Zielhochschule. Mittlerweile haben auch einige der Universitäten fremdsprachige Studiengänge in ihrem Programm. Näheres unter http://go-east.daad.de.

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Finanzierung

Deutsche, die ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland absolvieren möchten, können nach dem neuen Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) leichter gefördert werden. Unter www.das-neue-bafoeg.de erfahren Sie mehr darüber. Auf der Internetseite finden Sie auch ein nach Ländern gegliedertes Verzeichnis der Ämter für Ausbildungsförderung.

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus fördert Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Im Rahmen dieses Bildungsprogramms können Studierende für die Dauer von drei Monaten bis zu einem vollen Studienjahr im Ausland verbringen. Das Stipendium ist eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums. Hier ist der DAAD die erste Adresse (http://eu.daad.de).

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Teil- oder Vollstudium?

Wenn Sie ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, sollten Sie dies erst nach dem Grundstudium tun. Für die Zeit des Auslandsstudiums lassen Sie sich am besten beurlauben. Es besteht zwar auch die Möglichkeit der Exmatrikulation für diesen Zeitraum, doch ist dies nicht ratsam, weil Sie dadurch möglicherweise Ihren Studienplatz gefährden. Auch die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung könnte verloren gehen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Heimatuniversität hilft bei allen Fragen zum Auslandsstudium. Die Adressliste aller Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. Unter http://eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Ein Vollstudium im Ausland ist nur dann empfehlenswert, wenn Sie tatsächlich Ihr Studium dort abschließen. Bei einer späteren Arbeitsaufnahme in Deutschland könnten sich hinsichtlich der Anerkennung von Abschlüssen und der Zulassung zu manchen Berufen Schwierigkeiten ergeben – etwa bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich. Auskunft erteilen Hochschullehrer, die fachliche Kontakte zu Hochschulen im Ausland unterhalten.

Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden, ist nicht einheitlich geregelt. Dies liegt an der föderalen Struktur des deutschen Bildungssystems und an der Autonomie deutscher Hochschulen. Wichtig ist, alle Fragen vor Beginn des Auslandsstudiums zu klären. Auf diese Weise ersparen Sie sich hinterher böse Überraschungen. Das Informationssystem anabin informiert über das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse im Vergleich zu denen in Deutschland (www.anabin.de).



Weitere Informationen zum Studium in der Slowakei erhalten Sie auf den Websites www.daad.de (Länderinformationen des DAAD), www.minedu.sk (slowakisches Bildungsministerium) und www.saia.sk (Slowakische Akademische Informationsagentur).

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Nach dem Studium

Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen

Die Lage am Arbeitsmarkt
Die Slowakische Republik hat mit 10 Prozent die höchste Arbeitslosenquote der Europäischen Union (Quelle: Eurostat, Stand: April 2008). Allerdings ist sie in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Im Jahr 2005 hatte der Wert noch bei 15 Prozent gelegen. Hauptgründe für den Rückgang sind das robuste Wirtschaftswachstum und Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt.

Auffällig ist ein großes regionales Ungleichgewicht. Während in der Hauptstadt Bratislava praktisch Vollbeschäftigung herrscht, liegt die Arbeitslosigkeit in der Ost- und Zentralslowakei teilweise weit über dem Landesdurchschnitt.

Aussichten für Hochschulabsolventen
Die Aussichten für Hochschulabsolventinnen und -absolventen sind im Vergleich zum Gesamtmarkt gut und verbessern sich stetig. Im September 2007 hatten 7,8 Prozent der Arbeitslosen einen Hochschulabschluss. Die meisten von ihnen sind maximal sechs Monate ohne Arbeit.

Maschinenbau und Bauwesen boomen
Auch in der Slowakischen Republik herrscht bei einigen Berufen Fachkräftemangel. Zum Beispiel im Maschinenbau, der unter einem Rückgang der Absolventenzahlen von Ingenieurinnen und Ingenieuren leidet. Für Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland bieten sich hier besonders gute Chancen – auch, weil sich im Maschinenbau viele ausländische Unternehmen niedergelassen haben.

Die intensive Bautätigkeit erzeugt eine anhaltend hohe Nachfrage nach Architekten, Raumplanern, Vermessungsingenieuren, Bauingenieuren und Hochbauingenieuren. Der Bauboom geht von Bratislava aus und weitet sich zunehmend auf die ganze Slowakei aus, wo großer Nachholbedarf herrscht. Es wird damit gerechnet, dass sich die Situation in den nächsten Jahren nicht ändern wird.

Sehr gefragt sind auch Absolventinnen und Absolventen der Fächer Informatik und Elektrotechnik, Ingenieure für Verkehrswesen, für Nachrichten und Kommunikationstechnik sowie für Lebensmitteltechnologie. Aber auch Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wie Mathematiker und Physiker haben gute Chancen. Das gilt gleichfalls für Geologen, Journalisten und Ingenieure der Verlagswirtschaft.

Keine Jobgarantie für Betriebswirte mehr
Sehr schwer haben es auf dem Arbeitsmarkt Absolventinnen und Absolventen der Agrar- und Forstwirtschaft. Diese Bereiche sind vom Strukturwandel besonders betroffen. Das gilt mit Abstrichen auch für den Bergbau und die Metallurgie, wobei speziell in der Metallurgie die Talsohle erreicht ist.

Problematisch sieht es auch bei vielen Fächern der Human- und Geisteswissenschaften aus. Die Studiengänge sind sehr beliebt, weshalb das Angebot an Absolventen die Nachfrage übersteigt. Ähnlich sieht es bei Betriebswirtinnen und -wirten aus. Da hier in den letzten Jahren viele Studienprogramme aufgelegt wurden, ist der Markt erst einmal gesättigt.

Expertinnen und Experten gehen von einer weiteren Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt aus. Dabei holt vor allem die Ostslowakei weiter auf. Erwartet wird vor allem ein starker Ausbau des Dienstleistungssektors. Die Belegschaft dieser oft ausländischen Firmen ist sehr international. Wer die geforderten sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen mitbringt, hat in diesem Bereich gute Chancen.


Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert auf seinem Portal www.internationale-kooperation.de über Forschungsprogramme und -initiativen. Zu den wichtigsten zählen hierbei das Nato-Wissenschaftsprogramm „Science for Peace and Security“ (www.nato.int) und die europäische Forschungsinitiative „EUREKA“ (www.eureka.be). Über Stipendien, Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten für Forscher und Wissenschaftler informiert http://ec.europa.eu/euraxess. Von dieser Webseite aus sind die nationalen Mobilitätsportale mit ihrem Beratungs- und Informationsagebot für Wissenschaftler zu erreichen. Der EU-Dienst „Cordis“ (http://cordis.europa.eu) bietet Hunderte von freien Doktoranden- und Postdoktorandenstellen vieler Fachrichtungen in Europa an.

Das Programm "MORE" (Mobility for Young Researchers in Central and Eastern Europe) hat sich die wechselseitige Mobilität junger Wissenschaftler aus Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa auf die Fahnen geschrieben und berät als Koordinierungsstelle interessierte Nachwuchswissenschaftler (www.kowi.de).

 

Nützliche Links:

Pfeil www.daad.de
Das Online-Portal des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes informiert über das Bildungs- und Hochschulwesen, Praktika sowie Forschen und Lernen in der Slowakischen Republik mit vielen Zusatzhinweisen und weiterführenden Links zu relevanten Institutionen.

Pfeil www.tuke.sk
Das zweisprachige Online-Portal stellt das Bildungsangebot, die Fakultäten und Abteilungen der Einrichtung vor, gibt Auskunft über nationale und internationle Forschungsprogramme sowie über Projektarbeiten und verlinkt anderen Anlaufstellen.

Pfeil www.saia.sk
Das zweisprachige Online-Portal informiert über aktuelle nationale und internationale Programme und Projekte und bietet neben einer Vielzahl von Publikationen auch einen Guide für internationale Studierende an.

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Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) - Info-Center der ZAV: 0228 / 713 13 13 - E-Mail: zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de