Bildungssystem
In der mehrsprachigen, föderalen Schweiz tragen die Kantone die Hauptverantwortung für das Bildungswesen. Es gibt kein Ministerium für Bildung auf nationaler Ebene.
Allerdings stimmten die Schweizer 2006 für eine landesweit gültige Bildungsverfassung. Sie beauftragt die Kantone damit, zentrale Regelungen national zu vereinheitlichen. Falls sich die Kantone nicht einigen, kann der Bund einschreiten und die notwendigen Vorschriften erlassen. Seither wurden landesweit gemeinsame Eckwerte geschaffen – etwa für das Schuleintrittsalter, die Lernziele der verschiedenen Bildungsstufen und die Anerkennung der Abschlüsse.
Folgende Behörden sind für Bildungsfragen zuständig:
- Die kantonalen Bildungsdepartemente sind die wichtigste Anlaufstelle.Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) ist die Koordinierungsbehörde der 26 Kantone auf nationaler Ebene.
- Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) kümmert sich auf Bundesebene um Fragen der Berufsbildung und der Fachhochschulen.
- Das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) kümmert sich auf Bundesebene um Fragen zum Gymnasium, zu den universitären Hochschulen und zur Forschung.
Bildungsstufen und Schulformen
Bis zum Abschluss der 9. Klasse sind Kinder und Jugendliche schulpflichtig. Während dieser Zeit erhalten sie allgemein bildenden Unterricht und erlernen mindestens zwei Fremdsprachen. Reguläre Unterrichtssprache ist je nach Sprachgebiet Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch.
Das Bildungssystem umfasst folgende Bildungsstufen und Schulformen:
- Vorschulstufe: Alle Kantone bieten ein bis zwei Jahre unentgeltlichen Vorschulunterricht im Kindergarten an, im Kanton Tessin sind es drei Jahre.
- Grundstufe: Mit vollendetem sechsten Lebensjahr treten Kinder in die Grundschule ein. Der Schulbesuch ist verpflichtend und kostenlos. In den meisten Kantonen dauert die Grundschule sechs Jahre.
- Sekundarstufe I: Sie umfasst in den meisten Kantonen die Schuljahre 7 bis 9. Die Sekundarstufe I bietet grundlegende allgemeine Bildung. Sie bereitet auf die Berufsausbildung oder auf eine weiterführende allgemeinbildende Schule vor.
- Sekundarstufe II: Nachdem sie die Schulpflicht vollendet haben, können Jugendliche in die Sekundarstufe II wechseln. Sie ist in einen allgemeinbildenden Zweig (Gymnasiale Maturitätsschule) und einen berufsbildenden Zweig (Fachmittelschule, Berufsfachschule/Lehre) unterteilt. Mit dem Abschluss des berufsbildenden Zweigs der Sekundarstufe II kann man direkt in einen Beruf einsteigen oder in eine Höhere Fachschule oder Fachhochschule wechseln. Mit dem (allgemeinbildenden) Abitur (Maturität) kann man die Ausbildung an einer Hochschule fortsetzen.
- Tertiäre Bildung: Sie umfasst die weiterführende Berufsbildung an Höheren Fachschulen, Fachhochschulen (einschließlich Kunst- und Musikhochschulen sowie Pädagogische Hochschulen) und Universitäten (kantonale Universitäten sowie Eidgenössische Technische Hochschulen).
- Spezielle Bildung und Fortbildung
Weiterführende Informationen:
http://www.educa.ch
Informationen über das Bildungssystem und Links zu den Bildungsbehörden (auch verfügbar in englischer, französischer und italienischer Sprache)
www.bbt.admin.ch
Das Online-Portal informiert über Berufsbildung, bildungspolitische Ziele der Fachhochschulen und über die Aufgaben der Förderagentur für Innovation "KTI". Sie unterstützt u.a. den Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen.
www.switch.ch
Das mehrsprachiger Online-Portal enthält u.a. ein Verzeichnis aller Hochschulen in der Schweiz und verlinkt direkt zu den Homepages der einzelnen Bildungseinrichtungen.
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